Rubrik: Börsenvisionen

Die Merkur Privatbank ist gut ins neue Jahr gestartet und setzt ihren Wachstumskurs fort. Die Münchner Inhaberbank steigerte das Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit im ersten Quartal 2022 auf 4,7 Millionen Euro. Im Vorjahresquartal kam die Bank hier auf 4,5 Millionen Euro, was ein Plus zum Jahr 2020 von 7,6 Prozent war. Die Aktie befindet sich seit einigen Monaten in einer Konsolidierungsphase. Könnte der Ausbruch gelingen?

Am Markt für Neuemissionen war es zuletzt sehr still geworden. Der im Zuge des russischen Ukraine-Angriffs nervöse Aktienmarkt verhinderte dabei wohl schon einige Initial Public Offerings (IPOs). Mit Engel & Völkers Digital Invest strebt nun aber ein noch junges Unternehmen an das Frankfurter Börsensegment Scale. Die Erstnotiz ist für den 3. Mai geplant. Anleger können das Papier bereits zeichnen.

Der Bau boomt und Bauer scheint dafür bestens positioniert. Das Unternehmen hat sich auf Spezialbauleistungen und die Herstellung von Spezialmaschinen für den Tiefbau spezialisiert und sich auf diesem Feld einen hervorragenden Ruf erworben. Bauer übernimmt die Gründungsbauarbeiten beim U-Bahnen, bei Wasserkraftwerken (Dämmen), besonderen Gebäuden oder Windkraftanlagen. Die Produkte und Leistungen von Bauer sind gefragt. Wann schlägt sich das auch im Kurs nieder?

Elumeo legte vorläufige 2021er-Zahlen vor, wonach der Umsatz um rund 20 Prozent auf 50,7 Millionen Euro anzog. Beim operativen Ergebnis (Ebit) kam es gar zu einem Sprung von 0,9 Millionen auf 4,9 Millionen Euro. Damit lag der Spezialist für den Vertrieb von hochwertigen Edelsteinschmuck am oberen Ende der eigenen Guidance. Als Belohnung läuft die Elumeo-Aktie (A11Q05) bis zum Freitag-Nachmittag um rund 15 Prozent nach oben, nachdem der Nebenwert in den vergangenen Wochen nicht zu den Lieblingen der Börsianer gehört hatte.

Die Corona-Pandemie mit all ihren Einschränkungen hat auch die Hotellerie zu einem einem kniffeligen Geschäft gemacht. Geschäftsreisen etwa wurden häufig durch Videokonferenzen ersetzt. Daran wird vermutlich auch in Zukunft festgehalten werden. Sicherlich ist das ein Grund dafür, dass die Aktie von MHP Hotel recht vorsichtig an der Börse bewertet ist. Könnte sich das nach einem optimistischen Ausblick ändern?

Die Merkur Privatbank setzt ihren Wachstumskurs auch 2021 in einem herausforderndem Marktumfeld in allen Geschäftsbereichen erfolgreich fort. Mit einer Bilanzsumme von 2,72 Milliarden Euro (2020: 2,68 Milliarden Euro) festigt die Merkur Privatbank ihre Position als größte inhabergeführte Privatbank in Süddeutschland. Auch das neue Geschäftsjahr steht ganz im Zeichen des Wachstums. Die Aktie befindet sich in einer Konsolidierungsphase. Kann sie sich daraus lösen?

Schwierigkeiten bei der Lieferkette sind schon länger ein Problem nicht nur der deutschen Industrie. Der Krieg Russlands gegen die Ukraine dürfte das in Teilen noch einmal verschärften. Hinzu kommen aktuell Corona-Lockdown-Maßnahmen im Süden Chinas, die möglicherweise auch wieder zu einer Materialknappheit hierzulande führen könnten. All das wird deutsche Unternehmen nachdenklich machen, womöglich mit dem Resultat, dass Produktionsschritte wieder näher an das Heimatland verlagert werden. Davon könnte auch Mensch und Maschine (MuM) profitieren.

Das Münchner FinTech BörseGo (A0S9QZ) strebt an die Börse. Das IPO-Angebot hat am 8. März 2022 begonnen und endet voraussichtlich am 15. März 2022 um 12.00 Uhr. Derzeit ist das Orderbuch, laut der Emissionsbank, BankM, noch offen. Die erste Notiz ist für den 25. März im Freiverkehr der Börse München geplant. Wie das Unternehmen bewertet ist und wie die weiteren Aussichten sind.

Als wir im vergangenen November bei der Init-Aktie (575980) das Ende der Konsolidierung prognostizierten, gab es noch keinen Krieg in und um die Ukraine und keine enorme Marktunsicherheit. Doch dies ist nur der eine Grund, warum der Titel inzwischen rund 10 Euro billiger geworden ist. Die zweite Ursache findet sich im Zahlenwerk für 2021, deren Werte teilweise unter der Guidance lagen. Nun soll die Aktie aber ein Aktienrückkaufprogramm stabilisieren.

Klar ist, der 24. Februar 2022 stellt eine Zeitenwende in der jüngeren Geschichte dar. An diesem Tag begann der völkerrechtswidrige Angriffskrieg Putins gegen die Ukraine. Damit hat sich die wirtschaftliche und sicherheitspolitische Tektonik in Europa verschoben. Russland ist kein verlässlicher Partner mehr mit Putin an der Spitze, eine Friedensdividende, wie in den vergangenen Jahrzehnten, gibt es nicht mehr. Der Eiserne Vorhang ist wieder zugezogen worden. Das könnte zusätzliche Aufträge für Unternehmen wie Rheinmetall, Hensold, MTU, aber auch SFC Energy oder Ceotronics bedeuten. Europa muss wieder mehr in seine Sicherheit investieren.

FlatexDegiro bleibt auf Wachstumskurs und will die Zahl der Kundenkonten 2022, laut kürzlich veröffentlichter Guidance, um 30 bis 40 Prozent auf 2,7 bis 2,9 Millionen steigen. Das vergangene Jahr (2021) schloss der Online-Broker mit einer Kundenbasis von 2,06 Millionen ab. Die Aktie reagiert zunächst mit Kursabschlägen. Wie die langfristigen Aussichten sind.

Neuemissionen an der Münchner Börse. Diesmal geht es um innovatives Spielzeug (Spin Master), smarte Energiespeicherung (Stem), Solar-Technologie (Array Technologies), ein besonderes Fitnessstudio (EMS – EasyMotionSkin), fairen Kaffee (Nuzee), keimfreie Luftreinigung (Aeroclean), Wein-Verkauf in Skandinavien (Viva Wine) sowie um Sanitäts- und Pflegeartikel (Invacare).