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Merkur Bank-Aktie // Gute Wachstumsperspektive – neue Dividenden-Politik

Von • 23. März 2022 • Anlagevisionen, Börsenvisionen, FeatureComments (0)790

Die Merkur Privatbank bleibt auf Wachstumskurs. Dafür hat Vorstand und Miteigentümer Marcus Lingel schon im vergangenen Jahr eine Einstellungsoffensive gestartet. Die Merkur-Mannschaft soll noch besser auf die Kundenwünsche bei der Vermögensanlage eingehen, zum Beispiel am neuen Standort Düsseldorf, wo ein Team der Apo Bank zur Merkur Privatbank wechselte und so den Anstoß für diese weitere Filiale gab. Düsseldorf, das ist ein guter Move, weil die Stadt sicherlich ein sehr reizvolles Pflaster für Geldgeschäfte ist.

Aber die Merkur Privatbank ist seit der Übernahme und Integration der Bank Schilling auch auf dem flachen, fränkischen, Land stark vertreten. So soll in Hammelburg ein neues Verwaltungsgebäude als Zentrale entstehen. Lingel setzt dabei bewusst auf Präsenz vor Ort und zieht sich nicht etwa, wie andere Banken, aus dem Filialgeschäft zurück. Um Mitarbeiter zu gewinnen, will die Merkur Privatbank verstärkt selbst ausbilden. Ziel ist es in der Region einer der attraktivsten Arbeitgeber zu werden.

Insgesamt strebt die Bank in diesem und nächsten Jahr rund fünf Millionen Euro Investitionen in Personal, Standorte und Digitalisierung für künftiges Wachstum an. Das schafft zwar langfristig gute Perspektiven, könnte kurzfristig aber das Ergebnis belasten.

Das vergangene Geschäftsjahr verlief für die Merkur Privatbank erfolgreich: Das Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit verbesserte sich um knapp elf Prozent auf 21,4 Millionen Euro. Das Ergebnis je Aktie legte dadurch um fast zwölf Prozent 1,18 Euro zu, woraus sich ein Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von aktuell 12,5 errechnet, was fair ist.

Ein Wachstumstreiber war 2021 die Vermögensanlage mit Anlageberatung und Vermögensverwaltung. Die Assets under Management stiegen um 22,9 Prozent auf 3.131 Millionen Euro. Der Nettozuwachs (bereinigt um die Marktperformance und Abflüsse) kletterte auf 295 Millionen Euro, nach einem Plus von 153 Millionen Euro im Jahr 2020. Diese Akquisitionssumme ist eine stolze Leistung.

Einen deutlichen Anstieg verzeichnet auch das Bauträgergeschäft, bei dem die Merkur Privatbank traditionell sehr erfolgreich ist: Hier liegt das Volumen nun bei 1.277 Millionen Euro, nach 1.059 Millionen Euro. 561 Millionen Euro wurden ausplatziert, wodurch das Kreditportfolio in diesem Bereich nun 985 Millionen Euro beträgt und 47 Prozent des gesamten Kreditportfolios der Bank ausmacht.

Was die Risikovorsorge angeht, agiert Lingel vorsichtig, sie steigt um 10,7 Prozent auf 9,3 Millionen Euro (340g-Rücklage: 17,6 Millionen Euro). An der Strategie eines konservativen Wachstumskurses hält der Vorstand somit fest, auch wenn die Bilanzsumme nun 2,72 (2,68) Milliarden Euro, bei einem harten Eigenkapital von 165 Millionen Euro (erweitert: 229 Millionen Euro) beträgt.

Das Rückschlagpotenzial am Immobilienmarkt, was das Bauträgergeschäft beträfte, hält Lingel wegen der hohen Nachfrage und des knappen Angebots für begrenzt. Bei einer Krise würde wahrscheinlich der Umsatz leiden, aber nicht so sehr die Preise. Der Effekt steigender Zinsen könnte sich, so Lingel auf der gestrigen Bilanzpressekonferenz, für die Bank neutralisieren, auch wenn der Wegfall der Negativzinsen für Merkur vermutlich sofort zwei Millionen Euro zusätzlichen Ertrag brächte.

Die Merkur Privatbank möchte weiter expandieren und die Ertragskraft steigern. Die Bank plant, sich eine neue Dividenden-Politik zu geben, wozu sich Lingel noch nicht näher äußern wollte. In den zurückliegenden Jahren war die Bank ein verlässlicher Dividenden-Zahler mit recht hohen Ausschüttungen. Wahrscheinlich wird die neue Politik nicht zum Schaden der Aktionäre sein, auch wenn es den Spagat zwischen Wachstumsfinanzierung, Eigenkapitalanforderungen und Ausschüttung zu meistern gilt.

Die Aktie bleibt ein attraktives Investment im Finanzbereich. Wermutstropfen aktuell: Technisch ist das Papier unter die 200-Tage-Linie gefallen, was ein Konsolidierungssignal ist.

Merkur Privatbank-Aktie (Tageschart): Konsolidierungsphase

MERKUR PRIVATBANK Aktie

Chartquelle: Guidants.com

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