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Überflüssig, nicht mehr flüssig, Bargeld weg

by • 24. November 2014 • Cash Test DummyComments (0)1579

Verschwörungstheoretiker aufgemerkt! Der Ökonom Kenneth Rogoff will das Bargeld abschaffen. Das sei längst überflüssig. Sozusagen ein „Relikt aus der Vergangenheit“, wie es Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele auf einem Bargeld-Symposium im Mai abtat. Rogoff kommt aus den USA und lehrt an der renommierten Harvard-Universität und sprach dieser Tage auf einer Veranstaltung des Ifo-Instituts in München.

Bargeld ist Regierenden und vermutlich auch Notenbanken irgendwie ein Dorn im Auge, so scheint es. Das mag daran liegen, weil es in unserer vernetzten und technisierten Welt ein Anachronismus darstellt. Es passt nicht mehr so recht in unsere Zeit, in der man im Internet jeden Klick nachverfolgen kann, jeden Kauf, jede Zahlungsbewegung; Depots, Wertpapiere, Konten, alles ist im Prinzip transparent und einsehbar und damit letztlich kontrollierbar. Bargeld dagegen ist schrecklich anonym und frei, wenn man das so sagen will. Man kann damit shoppen, ohne das Paypal oder Payback oder Amazon weiß, was wir kaufen, man kann es unter das Kopfkissen oder in den Strumpf stecken, ohne dass davon jemand etwas mitbekommen muss.

Und hier könnte sich der Kreis schließen: Wenn man als Notenbank/Staat negative Zinsen von 4 oder 5 Prozent einführen will, was wohl laut Rogoff als das Finanzwesen auf dem Höhepunkt der Krise hyperventilierte angedacht war, dann wäre es gut, wenn es kein Bargeld mehr gäbe. Kein Bargeld ist sozusagen die logische Konsequenz aus diesem hier: Deutsche, hört auf zu sparen!

Denn eine Folge von negativen Zinsen in dieser Größenordnung wäre doch wohl, dass die Sparer ihre Euros und Cents doch lieber Zuhause – ohne Gebühren dafür bezahlen zu müssen – aufbewahren würden. Aber dazu braucht es Bargeld. Gibt es das nicht, ist dieser Rückzug versperrt. Rogoff jovial: „Papiergeld ist das entscheidende Hindernis, die Zentralbank-Zinsen weiter zu senken. Seine Beseitigung wäre eine sehr einfache und elegante Lösung für dieses Problem.“ Ich bin gespannt.


 

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Bildquelle: Bundesbank


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