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Steico // Was für die Aktie in düsteren Zeiten spricht

Thomas Schumm20. Februar 20243 Min.0
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Steico

Die spannende Frage bei Steico lautet derzeit: Hat die Börse schon genügend Risiken in den Kurs der Aktie eingepreist? Das Papier kommt von rund 130 Euro (September 2021) und ist zwischenzeitlich auf 22 Euro (Oktober 2023) gefallen. Steico liefert Dämmstoffe und Holzfertigteile für den Hausneubau und für Sanierungen. Damit ist die Malaise schon weitgehend erzählt.

Erst kürzlich meldete das Münchner Ifo Institut, dass das Geschäftsklima im Wohnungsbau von minus 56,9 auf minus 59,0 Punkte gefallen sei. Das ist der niedrigste jemals(!) gemessene Wert. Gleiches gilt für die Erwartungen, sie gehen von minus 64,7 auf minus 68,9 Punkte zurück. Hoffnung gibt es weniger, der Ausblick auf die kommenden Monate bleibe düster, so das Ifo. „Der Wohnungsbau ist weiterhin einer Doppelbelastung ausgesetzt“, sagt Klaus Wohlrabe, Leiter der ifo Umfragen, „während auf der einen Seite Neuaufträge ausbleiben, werden auf der anderen Seite weiterhin Projekte storniert.“

Und auch der europäische Wohnungsbau steckt in der Krise: In Europa wird die Zahl der Wohnungsfertigstellungen bis 2026 nur noch bei gut 1,5 Millionen Einheiten liegen (minus 13 Prozent gegenüber 2023). Für Deutschland sei ein Rückgang von 35 Prozent zu erwarten. Dies zeigen Prognosen der Forschergruppe Euroconstruct, der das Ifo Institut angehört. „Vor allem wegen der stark gestiegenen Bau- und Finanzierungskosten ist der Wohnungsneubau in Deutschland oftmals nicht mehr möglich. Die Politik hat die Rahmenbedingungen bislang nicht entscheidend verbessert“, sagt Ifo-Bauexperte Ludwig Dorffmeister. „Der im Zuge dessen erfolgte Rückgang der Genehmigungszahlen verheißt nichts Gutes für die kommenden Jahre.“

Die schwierigen Geschäftsbedingungen zweigen sich auch in den (vorläufigen) Jahreszahlen von Steico. 2023 sank der Umsatz um 17,9 Prozent auf 365,3 Millionen Euro. Der operative Gewinn (Ebitda) verringerte sich um 33,8 Prozent auf 59,6 Millionen Euro und der Betriebsgewinn (Ebit) um 53,8 Prozent auf 30,1 Millionen Euro. Immerhin errechnet sich noch eine Ebit-Marge von 8,2 Prozent, bezogen auf den Umsatz (8,4 Prozent bezogen auf die Gesamtleistung). Das ist beachtlich in diesen Zeiten.

Für den weiteren Jahresverlauf 2024 erwartet die Unternehmensleitung eine anhaltende Stabilisierung der Nachfrage, allerdings mit der Einschränkung, sofern sich das konjunkturelle Umfeld nicht verändere. Angestrebt wird ein Umsatz auf Vorjahresniveau sowie eine Ebit-Marge zwischen neun und elf Prozent zur Gesamtleistung.

Zweifellos bleibt das Umfeld für Steico herausfordernd (siehe deutsches und europäisches Wohnungsbau-Geschäftsklima). In der Vergangenheit konnte Steico ein schwindende Neubaugeschäft häufig durch Sanierungsaufträge ausgleichen. Das scheint diesmal nicht so gut zu funktionieren.

Inzwischen besteht der Steico-Kurs zu einem großen Teil aus Substanz, viel Fantasie gewährt die Börse nicht mehr, wobei, angesichts des eklatanten Mangels, irgendwann wieder Wohnungen gebaut werden (müssen). Die Sanierungstätigkeit sollte sich zumindest wieder beleben. Positiv auch: Die Lagerbestände bei den Händlern seien wieder auf Normalmaß. Für risikofreudige Anleger mit langem Atem könnte das interessant sein, auch wenn Steico wahrscheinlich „kleinere Häuser bauen wird“.

Steico-Aktie (Tageschart): umgekehrte Schulter-Kopf-Schulter-Formation?

Bildquelle: Steico; Chartquelle: stock3.com

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