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Auf der Kippe // DAX, Daimler, BMW, VW, Deutsche Bank, Commerzbank, Aixtron, Eon, RWE, Zalando, Adidas, Öl, Russland

by • 20. Januar 2016 • MarketwatchComments (0)1214

Bullen müssen wieder weinen. Der Jubel währte nur kurz [man war erfreut über das Wachstum von 6,9 Prozent in China – mehr dazu hier]. Das ist dann alles doch zu viel. Möglicherweise eine Rezession in den USA, wo doch die Fed noch im Dezember mit ihrer Leitzinserhöhung signalisieren wollte, dass alles gut ist in der Finanzwelt. Mitnichten. Die Inflationsrate sinkt in den Vereinigten Staaten und der fallende Öl-Preis, deutet auf eine globale Wirtschaftsschwäche hin, zumindest aber auf eine chinesische. Dem DAX macht zudem Sorgen, dass die Abwertung des Euro beendet sein könnte. Die Wirtschaft in den Eurozone wäre zur Margensteigerung somit wieder auf so herkömmliche Maßnahmen wie Kostensenkungen und/oder Produktivitätssteigerungen angewiesen.

Charttechnisch steht es auf der Kippe. Der DAX testet nun schon zum dritten Mal die Unterstützungszone bei 9.330 Punkten. Hält sie, dann entsteht ein (sehr) stabiler Dreifachboden, fällt sie aber, dann dürft die Enttäuschung darüber, dass die Barriere nicht gehalten doch recht groß ausfallen. Ein weiterer Absturz wäre die Folge.

Was ist es, was den Markt derzeit umtreibt? Sicherlich die reale Gefahr einer Rezession in den USA und damit verbunden eine völlig verfehlte US-Notenbank-Politik. Sicherlich sind es auch die Überkapazitäten in China und die dortige Verschuldung in Dollar. Beides muss abgebaut werden.

Der fallende Öl-Preis hat wohl eher mit einem Überangebot als mit einer rückläufigen Nachfrage zu tun. Er betrifft vor allem Länder wie Saudi Arabien oder Russland, wo die Wahrscheinlichkeit einer schweren Finanzkrise wächst. Die Fracking-Branche wird wohl demnächst flächendeckend ihre Geschäfte einstellen, weil es sich bei diesen Preisen nicht mehr lohnt. Das hat viel von einem klassischen Schweinezyklus. Durch den Öl-Preis-Rückgang sparen global die Konsumenten vermutlich 4 bis 5 Prozent des Weltsozialprodukts ein, was sehr positiv ist, da dieses Geld für andere schöne Investitionen verwendet werden kann.


Sehr düster sieht es derzeit bei den (europäischen) Bank-Werten aus. Deutsche Bank und Commerzbank fallen deutlich. Es ist der Krise … ja, wievielter Teil eigentlich? Hier stehen noch große und kostenintensive Umstrukturierungen an. Mehr zur Deutschen Bank hier. Nachtrag: Die Deutsche Bank gibt einen Nettorekordverlust von 6,7 Milliarden Euro bekannt. Gründ: Rechtssteitigkeiten und die Restrukturierung.

Unter Druck stehen auch die Auto-Aktien Daimler, BMW und VW wegen der drohenden Konjunkturschwäche in den USA und China.

Aixtron bleiben im Abwärtstrend.

Die Versorger Eon und RWE bleiben sehr anfällig für Kursrückgänge. Das sind schon lange keine Witwen- und Waisen-Papiere mehr.

Auch Zalando verliert heute deutlich. Mehr zu Zalando hier.

Adidas hält sich recht wacker. Mehr dazu hier.

Bildquelle: Deutsche Börse

 


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