Krone, Gold

Social Trading // Die Tücken von Wikifolio und so

by • 15. Oktober 2015 • FinTech // CrowdComments (0)1984

Börse ist paradox: Je höher die Preise steigen, desto größer ist die Nachfrage, was eigentlich einer gewissen Logik entbehrt, weil wir alle doch grundsätzlich lieber günstiger als teurer einkaufen. Wie gesagt, nicht so an der Börse. Erreichen die Aktien-Indizes neue Rekordstände oder nähern sich diesen, dann werden auch die trägsten Anleger munter und fangen das ordern an. Das beste Kauf-Argument für steigenden Kurse sind nach wie vor steigende Kurse. Oder etwas börsen-philosophischer ausgedrückt: die Hausse nährt die Hausse.

Das Gemeine ist dabei nur, wenn sich alle am wohlsten fühlen, so richtig euphorisch wohl, dann wurde meist derjenige gefunden, der zuletzt einen höheren Preis für eine Aktie bezahlt hat. Die Kurse beginnen zu fallen, nicht selten für lange Zeit.

Was hat dies nun alles mit Social Trading zu tun? Viel. Denn ein Grundprinzip von Social Trading ist doch, dass man demjenigen oder denjenigen folgt, die derzeit als Top-Trader gelten. Weil keiner in die Zukunft blicken kann, schon gar nicht was die Performance angeht, bekommen Trader die Auszeichnung Top aufgrund ihrer Erfolge in der Vergangenheit.

Sind diese zurückliegenden Gewinne auch ein Hinweis auf die Zukunft? Menschen, die gerne in Trendkategorien denken – und das sind die meisten –, weil wir alle gerne die Vergangenheit einfach in die Zukunft fortschreiben, werden nun sagen: natürlich!


Es hat sich allerdings gezeigt, dass an dieser vermeintlichen Erkenntnis langfristig erhebliche Zweifel angebracht sind. Beispielsweise gibt es nach einem 10-Jahres-Zeitraum nur noch verschwindend wenig (keine) Fondsmanager, die besser sind als der Markt. Im schnelllebigen Trader-Geschäft dürfte es noch düsterer aussehen. Zweifellos gibt es erfolgreiche Trader, aber in aller Regel haben diese auch immer wieder sehr bittere Phasen zu überstehen.

Doch die Idee ist sehr verlockend: Da gibt es ein paar Top-Trader, denen folgt man einfach mit seinen eigenen Geldanlagen und wie aus dem Nichts ist man selbst reich. Vermutlich ist es mit den Top-Tradern leider oft so wie mit der Weihnachtsgans kurz vor Heilig Abend. Nach dem ganzen fürsorglichen Mästen fühlt sie sich so zufrieden und sicher … aber sie eben doch bald geschlachtet.

Mit Top-Tradern ist es wahrscheinlich ähnlich wie mit Aktien oder Indizes nach einer langen Hausse. Sie werden anfällig für starke Rückfälle – das sollte man bedenken, vor einem Engagement auf einer Social-Trading-Plattform. Nie vergessen sollte man auch, dass Rendite und Risiko in einer engen Abhängigkeit zueinander stehen. Daran ändert auch diese neue Form des Geldanlegens im Web 2.0 nichts.

 

Bildquelle: Christiane Heuser  / pixelio.de

 

 


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