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Mythos Dividenden // Verzicht bei Null-Zinsen und was ist mit Aktienrückkäufen?

by • 23. Mai 2019 • Cash Test Dummy, FeatureComments (0)559

Die Zinsen sind niedrig – und sie werden in absehbarer Zeit in der Eurozone auch nicht steigen. Grund dafür sind die sehr angespannten Staatshaushalte und die Gefahren für die Weltkonjunktur. Was tun als Sparer? Dividenden seien der neue Zins, heißt es nun. Ja, viele Unternehmen zahlen ordentliche Dividenden und die Dividenden-Renditen sind oft deutlich höher als der Sparzins (wozu derzeit nicht viel gehört).

Da liegt es natürlich nahe zu sagen: Warum eigentlich nicht Dividenden, sie sind doch auch so eine Art Zins? Nein, sind sie nicht, auch wenn das so scheinen mag. Dividenden sind Gewinnbeteiligungen an einer Aktiengesellschaft.

Über die Höhe entscheidet die Hauptversammlung (Vollversammlung der Aktionäre) Jahr für Jahr neu. Da kann es vorkommen, dass in wirtschaftlich schwierigen Zeiten die Dividende ganz oder teilweise ausfällt. Eine Unternehmensanleihe beispielsweise muss dagegen vom Unternehmen bedient werden, also, die Kuponzahlungen müssen geleistet werden.

Hinzu kommt eine Besonderheit von Dividenden: Nach der Ausschüttung – in der Regel einen Tag nach der Hauptversammlung – wird die Dividende vom Aktienkurs abgezogen. Die Aktie bekommt den Zusatz ex Div. Die Dividende ist in dieser gedanklichen Sekunde ein Nullsummengeschäft, rechte Tasche rein, linke Tasche raus. Aber ja, die Aktie kann diesen Dividenden-Abschlag noch am gleichen Tag wieder aufholen, muss sie aber nicht.

Deswegen sollte ein Anleger auch die Betrachtung der Dividenden-Rendite, dem Verhältnis von Dividende zum aktuellen Aktienkurs, mit äußerster Sorgfalt vornehmen. Die Dividenden-Rendite ist in vielfacher Hinsicht mit Vorsicht als Kennziffer heranzuziehen:

Erstens: Meist bezieht sich die Dividenden-Rendite auf die bereits ausgezahlte Dividende des Vorjahrs. Es besteht keine Verpflichtung (siehe oben), dass diese Dividende erneut ausgezahlt wird.

Zweitens: Es gibt die Kuriosität des Dividenden-Abschlags (siehe oben). Mit diesem Abschlag steigt rein rechnerisch die Dividenden-Rendite, weil der Aktienkurs sinkt, aber dieser Anstieg ist völlig ohne Nutzen für den Anleger, im Gegenteil, faktisch ist die Rendite durch den Abschlag auf null gesunken.

Drittens: Eine hohe Dividenden-Rendite kann auch Ausdruck heftiger Probleme eines Unternehmens sein, wenn der Aktienkurs kräftig aufgrund dieser gesunken ist. Zu beobachten war das in den vergangenen Jahren zum Beispiel bei den Versorger- und Automobilwerten. Fällt dann die Dividende aus, weil der Gewinn eingebrochen ist, löst sich die Dividenden-Rendite schnell in Missfallen auf.

Da stellt sich generell die Frage, ob ein Aktionär überhaupt eine hohe Dividende einfordern sollte, zumal wenn die Zinsen, als eine Alternative Anlagemöglichkeit, sehr niedrig sind? Das Argument könnte sein: Das Unternehmen weiß Sinnvolleres mit Geld anzufangen als eine unverzinsliche Festgeldanlage. Gut investiert könnte diese Geld als Gewinn und somit Kurssteigerungen wieder an den Aktionär zurückfließen – und so eine höhere Verzinsung erzielen.

Letztlich kommt es auf das Unternehmen an, so platt das klingen mag und auf die Balance zwischen Ausschüttung und Investitionen in die Zukunft. Das gilt auch für das heute so beliebte Financial Engineering bei dem das Unternehmen eigene Aktien am Markt zurückkauft. Das soll eine Art Dividenden-Ersatz sein, da durch die Rückkäufe der Aktienkurs steigen und so dem Aktionär zugute kommen soll.


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Kritisch lässt sich anmerken: Hat das Unternehmen keine besseren Investitionsideen als eigene Aktien zurückzukaufen? Neue Märkte erobern? Neue Technologien fördern? Ganz schlimm wird es, wenn, wie im Fall der Deutschen Bank, damit auch noch Geld verbrannt wird: Am 18. Mai 2017 beschloss die Deutsche Bank-Hauptversammlung den Rückkauf von 22.835.998 eigener Aktien zu einem Durchschnittskurs von 14,27 Euro in der Zeit vom 18. Mai 2017 bis 24. Mai 2018. Das hätte das Unternehmen mal lieber sein lassen. Inzwischen steht der Deutsche Bank-Kurs bei 6,40 Euro …

Bildquelle: Bundesbank

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