Traton

Traton-Aktie // Das Personalkarussell verwirbelt den Kurs

by • 9. Juli 2020 • Anlagevisionen, Feature, Zertifikate_ProdukteComments (0)887

Inzwischen ist es etwas mehr als ein Jahr her, dass Traton an die Börse kam. Die Vorläufer des Konzerns, also vor allem MAN und Scania, hatten allerdings eine lange eigene Börsen-Geschichte. Schnell wird daraus klar, worum es bei Traton geht, nämlich um Nutzfahrzeuge. Mit Blick auf den vorherigen Namen der Gesellschaft der bis Ende August 2018 galt, ergibt sich zudem, aus welchem Konzern das Unternehmen stammt: es war Volkswagen Truck & Bus.

Der Volkswagen-Konzern hatte in den vergangenen Jahren seinen Nutzfahrzeug-Bereich durch Zukäufe gestärkt. So beteiligten sich die Wolfsburger schon im Jahr 2000 an der schwedischen Scania und stiegen 2006 bei MAN mit einer ersten Tranche ein. In den Folgejahren kaufte Volkswagen bei beiden Gesellschaften Anteile zu, teilweise via Übernahmeangebote. Ziel war es, einen schlagkräftigen Konzern für leichte und mittelschwere Lkws sowie Vans und Busse zu schmieden, der mehrheitlich zum eigenen Konzern gehört.

Maßgeblicher Kopf hinter der Strategie dieses Unternehmen eigenständig an die Börse zu bringen, war Andreas Renschler. Er muss nun überraschend ebenso gehen, genauso wie Joachim Drees, der Vorstandschef der Tochter MAN. Neuer Traton-Chef wird Matthias Gründler, der bis Mai 2018 als CFO schonmal im Unternehmen war. Bei MAN rückt VW-Kernmarken-Produktionsvorstand Andreas Tostmann auf, der damit automatisch auch Traton mitführt.

Die Börse reagierte bei der Traton-Aktie (TRAT0N) verschnupft und schickte den Titel auf Talfahrt, obwohl Gründler als fähiger Kopf angesehen wird. Doch die Tatsache, dass es schon ein Jahr nach dem IPO einen Chefwechsel gibt, gefiel den Akteuren am Kapitalmarkt nicht.

Ohnehin leidet auch Traton unter Corona und den Umstrukturierungen in der Automobilbranche. Deshalb notiert die Aktie noch immer rund 10 Euro unter dem bisherigen Rekordhoch von 27,50 Euro, das direkt nach der Erstnotiz erreicht worden war.

Die gute Botschaft: Vom Corona-Tief bei 10,85 Euro hat sich das Papier immerhin lösen können. Kurzfristig finden wir aber kaum Argumente, die für ein schnelles Engagement sprechen, da sich viele Unternehmen bei Neuinvestitionen bei den Nutzfahrzeugen zurückhalten dürften. Daher ist die Aktie aktuell nur für echte Langfristanleger eine Anlageidee, die auf das Heben der Synergien der im Konzern verbundenen Unternehmen setzen.

Als Alternative bietet sich eine eher defensive Seitwärtsspekulation via Discounter (DDC0WP). Geht die Aktie am Laufzeitende im Dezember über dem Cap bei 15 Euro durchs Ziel (und fällt damit nicht um mehr als 12 Prozent), dann erzielt der Anleger eine Maximalrendite von 5,2 Prozent (11 Prozent p. a.). Geht der Basiswert unter 15 Euro über die Linie, dann drohen erst Verluste, wenn Traton dann unter 14,20 (dem aktuellen Zertifikate-Kurs) liegt. Denn der Emittent tilgt in diesem Falle in Cash, entsprechend dem dann gültigen Aktienkurs.


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Traton-Aktie (Tageschart): Eine nachhaltige Erholung lässt noch auf sich warten

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Bildquelle: Traton

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