Marketwatch // Griechenland : Grexit : DAX : Euro : EZB : Juncker : Bund Future : K+S : Logwin : Rocket Internet : Deutsche Bank : Gold : China

by • 29. Juni 2015 • MarketwatchComments (0)1094

290615 // Es gibt ja auch gute Nachrichten an solch einem Tag, Gold zum Beispiel. Es bewegt sich kaum, was in Sachen Krise doch sehr offen lässt, denn wenn der Gold-Preis ernsthaft steigen würde, müsst man sich wohl tatsächlich Sorgen machen. So aber, klar, die Kurse im DAX fallen deutlich, müssen sie quasi, aber so recht weiß man doch nicht warum. Es geschieht so ein wenig widerwillig.

Gibt es Gründe für einen fallenden DAX? Ja, die Unsicherheit, doch dann wird es schon recht dünn. Der Euro? Er tendiert schwächer, was tendenziell gut ist für den DAX, da dadurch die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie zunimmt. So gesehen ist Griechenland eine Art Konjunkturprogramm für die Eurozone. Sind die Banken ein Grund? Ihre Kurse geben heute besonders kräftig nach, weil sie noch am ehesten von einer möglichen Pleite Griechenlands betroffen sind. Allerdings muss man einschränkend sagen, dass sie nun gut fünf Jahre Zeit hatten ihre Portfolios von griechischen Krediten zu bereinigen, was sie auch getan haben. Griechische Kredite befinden sich nun überwiegend in öffentlicher Hand.

Um welche Summen reden wir eigentlich? Griechenland ist wirtschaftlich mit einem Bruttoinlandsprodukt von 179 Milliarden Euro ein Zwerg. Deutschland allein hat ein BIP von 2.904 Milliarden Euro und die Eurozone insgesamt von rund 10.000 Milliarden Euro. Böse könnte man auch sagen: viel Geschreie um Nichts. Ja, natürlich, da sind noch 300 Milliarden Euro Schulden, doch die befinden sich, wie gesagt, in öffentlicher Hand, wie der Europäischen Zentralbank (EZB), wo sie theoretisch ewig liegen können.

Deutlich wird das auch beim Bund Future, der zulegt. Die Anleger kaufen nach wie vor Bundesanleihen, also Schuldpapiere einer Institution, die letztlich für einen großen Teil der griechischen Schulden haftet.

Der EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hat heute eine Pressekonferenz gegeben. Ich habe selten einen derart frustrierten Politiker gesehen. Laut Juncker haben die Griechen die Verhandlungen überraschend abgebrochen, aber er werde alles tun, um Griechenland nicht abstürzen zu lassen. Die Tür sei weiter offen.

Inzwischen bleiben die Banken in Griechenland bis zum 6. Juli geschlossen, aber an den Geldautomaten können die Griechen täglich 60 Euro abheben. Die Kapitalverkehrskontrollen waren notwendig geworden, weil die Griechen immer mehr Geld abgehoben haben, was auch eine Art Abstimmung ist. Die EZB stellt keine zusätzlichen Bankenhilfen (ELA) Griechenland mehr zur Verfügung. Das Geld der Geschäftsbanken wäre so bald aufgebraucht und die Pleite da. Der griechische Premier Alexis Tsipras beteuert allerdings, dass die Spareinlagen sicher seien.


Die Aktien der Deutschen Telekom fallen um 3,4 Prozent. Das Unternehmen hält eine große Beteiligung an der griechischen Telefongesellschaft OTE. Das belastet dieser Tag. Aber vielleicht haben die Griechen in der Krise auch erhöhten Gesprächsbedarf und telefonieren mehr.

Die BaFin wirft dem scheidenden Deutsche-Bank-Co-Chef Anshu Jain schwere Verfehlungen vor. Obwohl Jain ein Mann von gestern ist, fällt die Aktie überdurchschnittlich um 5,6 Prozent. Das Haus kommt nicht zur Ruhe. Charttechnisch bietet die 200-Durchschnittslinie noch etwas Halt.

K+S fällt nach dem strammen Anstieg nach der Übernahmeofferte durch Potash leicht zurück. Angeblich will Potash sein Angebot nicht aufbessern. Was heißt das schon? Das letzte Wort dürfte noch nicht gesprochen sein.

Rocket Internet hält sich heute recht wacker.

Kräftig nach unten (minus 10 Prozent) geht es nach langer Seitwärtsbewegung bei Logwin. Der Ausbruch nach oben ist nicht geglückt – nun kommt die Gegenreaktion.

In China brechen die Kurse trotz einer Leitzinssenkung weiter ein. Der Crash dort könnte letztlich größere Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft und den DAX haben als Griechenland.

Bildquelle: Screenshot [bearbeitet]

 


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