Deutsche Bank // Doppelboden bei der Sinnsuche

by • 22. Dezember 2014 • Chart-AlarmComments (0)1976

Ja, man muss es so sagen: Die Aktie der Deutschen Bank ist ein Aktionärsgrab. Derzeit steht es bei rund 25 Euro. Auf einem ähnlichen Niveau notierte das Papier auch schon Mitte 1988 – und das ist nun schon 26 Jahre her. Gut, dazwischen kletterte sie bis auf 118 Euro. Das war im Mai 2007, also noch vor der Finanzkrise. Dann ging es steil abwärts bis auf 15 Euro. Ein Minus von 87 Prozent. Seitdem geht es unter großen Schwankungen mehr oder weniger seitwärts.

Das Geldhaus ringt mit der Zukunft. Die Großaktionäre, wie das Scheichtum Katar, werden wohl ungeduldig. Jetzt soll umgebaut werden, nun das Manager Magazin. Denkverbote gebe es dabei nicht. Aber wohin? Investmentbanking? Privatkundengeschäft? Anscheinend wird auch ein Verkauf der Postbank an die spanische Santander geprüft, dabei ist es gerade einmal vier Jahre her, dass sich die Postbank mehrheitlich im Besitz der Deutschen Bank befindet. Damals wurde mit dem Argument das Privatkundenbereich zu stärken gekauft. Man wollte nach der Finanzkrise nicht mehr so abhängig vom Investmentbanking sein.

Doch die Deutsche Bank war/ist ein Hedgefonds. Laut dem Finanzbericht/Risikobericht (Seite 117) für das Jahr 2013 (Stand 31. Dezember) gab das Haus sein Derivatevolumen mit 54,7 Billionen Euro an! Zum Vergleich: Die Bilanzsumme der Bank betrug zu diesem Zeitpunkt 1,6 Billionen Euro. Oder: Das Bruttoinlandsprodukt Deutschlands bezifferte das Statistische Bundesamt auf 2,7 Billionen Euro. Die Deutsche Bank zockte zu diesem Stichtag also mit dem rund 20-fachen Volumen der deutschen Jahreswirtschaftsleistung.


Stört da eine Bereich wie die Postbank nur? Könnte sein. Gleichzeitig ist die Bank aber, vor allem wegen des Investmentbankings, immer wieder in Skandale und Rechtsstreitigkeiten verwickelt. Die Prozesse verschlingen Milliarden und damit ganze Kapitalerhöhungen. Die Risiken sind offenbar unkalkulierbar geworden. So beträgt das Kurs-Gewinn-Verhältnis der Aktie gerade einmal 11 und das Kurs-Buchwert-Verhältnis steht bei 0,5. Das bedeutet, dass man 1 Euro Unternehmen (Eigenkapital) für 0,50 Euro bekommt oder die Deutsche Bank an der Börse nur noch das halbe Eigenkapital wert ist. Entweder ist die Aktie damit viel zu billig oder die Börsianer sehen die Gefahr, dass die andere Hälfte Eigenkapital künftig durch Risiken aufgezehrt werden könnte.

Ein Trost für die Aktionäre sind die aktuell 3 Prozent Dividendenrendite.

Charttechnisch besteht die Chance auf einen Doppelboden und im Anschluss daran auf eine W-Formation, die den Kurs deutlich höher tragen könnte (siehe Tageschart). Langfristig befindet sich das Papier, wie schon erwähnt, in einem Seitwärtstrend (siehe Monatschart).

Deutsche Bank // Tageschart

Deutsche Bank // Monatschart

 

Bildquelle: Deutsche Bank


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