Warten auf das Fed-Hochamt // Schluss-Verkauf bei Eon und RWE

by • 15. September 2015 • Marketwatch, VideosComments (0)1411

Das Hochamt der Kapitalmärkte (des Kapitalismus) rückt immer näher. Am Donnerstag tagt die amerikanische Notenbank Federal Reserve (Fed) und die Börsen ringen nach wie vor mit der Frage, ob die Fed die Leitzinsen erhöhen wird oder ob erstmal alles so bleibt wie es ist. Es wäre die erste Leitzinserhöhung seit einer gefühlten Ewigkeit. Seit Dezember 2008 stehen die Fed Fund Rate bei Null. Zum letzten Mal angehoben wurde sie im Juni 2006. Nullzinsen sind inzwischen normal geworden, auch wenn es jetzt heißt, man wolle wieder zur Normalität zurückkehren. Doch angesichts gewaltiger Schuldenberge und einer noch immer für Rückschläge anfälligen Konjunktur (global) werden Minizinsen wohl auch in den kommenden Jahren das Maß aller Dinge bleiben.

Sollte sich die Fed tatsächlich zu einem Zinsschritt durchringen, hätte dieser eher symbolischen Charakter. Allerdings ist keineswegs abgemacht, auch wenn alles angerichtet ist, dass sie wirklich die Leitzinsen anhebt, schließlich kriselt es „plötzlich“ gewaltig in China. Da möchte man womöglich die Welt-Konjunktur nicht noch mehr ins Wanken bringen. Überhaupt scheint es so, als habe die Fed den richtigen Zeitpunkt für eine Leitzinserhöhung verpasst – und weiß nun nicht so recht was sie mit der Situation anfangen soll. Preisfrage: Warum die Leitzinsen erhöhen wenn die Preisentwicklung eher Deflation signalisiert?


So macht der DAX nicht viel und der Euro gegenüber dem Dollar fast noch weniger; es geht halt kräftig hin und her, aber letztlich ändert sich nicht viel.

Die konjunkturelle Eintrübung durch China macht sich auch hierzulande bemerkbar. Der ZEW-Konjunkturindex ist recht deutlich von 25,0 auf 12,1 Punkte gefallen. Das ist ein Statement, auch wenn man deswegen nicht in Panik geraten muss. Die Stimmung könnte schlechter als die Lage sein.

Ein Debakel erleben zurzeit die beiden Versorger-Aktien Eon und RWE. Teilweise betragen die Verluste zweistellige Prozentwerte. Es könnte der Schluss-Verkauf nach Kursrückgängen von 85 beziehungsweise 90 Prozent sein. Angeblich fehlt den Unternehmen das Geld, um ihre Atomkraftwerke zurückzubauen. Eon muss acht Kernkraftwerke verschrotten, bei RWE sind es sechs. Hinzu kommen noch sieben Kraftwerke von EnBW und Vattenfall. Magere 38 Milliarden Euro Rücklagen wurden dafür gebildet (nicht insolvenzsicher). Nun kamen Zweifel auf, wegen des Abzinsungsfaktors, ob überhaupt diese da sind (inzwischen vom Bundeswirtschaftsministerium dementiert). Inzwischen dürfte sich lohnen diese Aktien, für kurzfristigere Engagement, wieder genauer anzusehen, auch wenn die Dividende gestrichen werden dürfte.

 

Bildquelle: ichtkunst.73 / pixelio.de

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