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Aurelius Aktie // Badman und der große Zock

by • 31. März 2017 • Feature, PlusvisionenComments (1)2783

Schon jetzt ist klar: Bei Aurelius gibt es viele Verlierer [Aktionäre] und nur wenige Gewinner [Shortseller]. Das ist schlecht. Die Aktienkultur hierzulande wird nicht gestärkt, sondern die Kritiker werden lediglich in ihren Vorurteilen bestärkt. Aktien, das sei doch nur Zockerei. Mitnichten, aber wenn sich Sparer die Kursbewegungen bei Aurelius in den vergangenen Tagen ansehen, könnten sie diesen Eindruck bekommen.

Es ist die ewige Shortseller-Geschichte [wie schon bei Wirecard]. Phase eins: der Reseach-Bericht. Meist finden sich darin Formulierungen wie Manipulation, Verschleierung oder geringe Werthaltigkeit. Bei Aurelius [siehe auch hier] ist das nicht anders. Die Beteiligungen der Holding seien nicht viel wert, zumindest nicht so viel wie die Bilanz ausweise, sagt Gotham City Research, der Shortseller. Beteiligungen seien in der Vergangenheit vielfach mit Verlust verkauft worden, weshalb es wohl schwierig würde in der Zukunft Käufer bei einem Exit zu finden. Zudem glaube der Vorstand selber nicht mehr an das eigene Unternehmen, da er im Dezember (2016) rund 40 Prozent seines Unternehmensanteils getrennt habe. Seltsam ist das schon, in dieser Höhe. Dies habe steuerliche Gründe, heißt es vom Aurelius-Vorstand dazu. Ähm. Ja, da möchte man, zumindest reflexartig, sofort seine Aurelius-Aktien aus dem Depot räumen, sofern sich welche darin befinden oder noch befinden.

Phase zwei: Dann ist da aber auch noch dieser Badman – Gotham City Reseach –, der seine Leerverkaufsposition bei rund 40 Euro fast komplett glattstellt, obwohl er ein Kursziel von knapp 9 Euro herausposaunt hat [auch das zählt zu den probaten Shortseller-Strategien, ein absurd niedriges Kursziel]. Wer dem Reseach-Bericht eine gewisse Seriosität unterstellt hat, wird sich nun natürlich fragen: was war das? Sollten hier Aktionäre hinter die Fichte geführt werden?


Sind wir ehrlich: Die Sache ist für den Standardanleger nicht mehr einzuschätzen. Wer ist gut, wer ist böse? Das bedeutet letztlich: Finger weg von der Aurelius-Aktie [außer damit soll kurzfristig spekuliert werden], da das Papier auch ein Tummelplatz von Leerverkäufern bleibt. Das wäre schade für die Aktienkultur und ist vermutlich sehr ärgerlich für die Aurelius-Aktionäre, die Verluste erlitten haben, wenn sich die Anschuldigungen von Gotham als haltlos erweisen sollten. Schade wäre es auch, sollte der Aurelius-Vorstand intransparent, um es einmal so zu formulieren, gehandelt haben sollte. Einstweilen hat Vorstand die Gotham-Vorwürfe strikt zurückgewiesen und sein Aktienrückkaufprogramm aufgestockt, als vertrauensbildende Maßnahme. Noch besser wäre der Verkauf der zweigrößten Beteiligung Secop mindestens zum Buchwert.

Mögen die Kurse mit Ihnen sein.

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Aurelius-Aktie: Erholung nach der Shortattacke, etwas

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Bildquelle: Stefanie Leistner / pixelio.de

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One Response to Aurelius Aktie // Badman und der große Zock

  1. […] Shortseller sehen jene sprichwörtlichen Gläser immer als halbleer an – oder sie tun zumindest so. Bei Batman-Shortseller Gotham City ist das nicht anders. Kürzlich hat er öffentlichkeitswirksam vor-kalkuliert, dass das Beteiligungsunternehmen Aurelius (WKN: A0JK2A / ISIN: DE000A0JK2A8) eigentlich nur heiße Luft sei. Kursziel? Nicht der Rede wert. Grund seinen, verkürzt, die Beteiligungen der Firma, die in der Bilanz mit zu hohen Ansätzen stünden. Da tauchte auch der Kompressorenhersteller Secop auf. Das vernichtende Gotham-City-Urteil für diese Beteiligung: nichts wert. Nun die Überraschung: Aurelius verkauft Secop an die Nidec-Gruppe. Verkauferlös … hört, hört … 185 Millionen Euro. Der Ergebniseffekt beziffert sich auf 100 Millionen Euro. Holla! Scheinbar doch nicht so wertlos, die Secop, wie von Gotham City dargestellt, was natürlich an der Glaubwürdigkeit von Gotham City kratzt. Allerdings wurde Secop von Aurelius im vergangenen Jahr noch mit 255,6 Millionen Euro im Halbjahresbericht bewertet. Es wurde somit weniger erlöst als wohl gedacht [siehe auch hier]. […]

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