Griechisches Dauer-Weinen

by • 29. Mai 2015 • PlusvisionenComments (0)1471

Immer wieder Griechenland.

Hört das denn nie auf?

Wie lange geht das nun eigentlich schon? Oh! Schon sieben Jahre. Sieben Jahre in denen keine dauerhafte Lösung für Griechenland gefunden wurde. Weder von den Griechen selbst, die sich immer sehr bedauern, noch von den gerne oberlehrenden Euro-Ländern. Es gibt Rettungsschirme und Hilfen für die griechischen Banken, damit diese überhaupt noch funktionieren, irgendwie. Die Europäische Zentralbank (EZB) pumpt Geld ins griechische Bankensystem, damit der Grieche es vom Konto räumt. Der Abfluss ist unvermindert stark. Allein im April wurden 4,66 Milliarden Euro abgehoben, wodurch die Einlagen mit 114,7 Milliarden Euro auf den tiefsten Stand seit 10 Jahren gefallen sind. Der Grieche vertraut sich selbst nicht mehr und schon gar nicht seinen Banken. Er wird wissen warum.

Die Frage, wann Griechenland pleite gehen wird ist eigentlich müßig. Griechenland ist schon seit Jahren pleite – und wird lediglich durch die Hilfsgelder vor allem aus der Eurozone am Leben gehalten, ob das nun gut oder schlecht ist. Bislang jedenfalls waren die Griechen recht dankbar für das Geld, auch wenn sie es insbesondere gegenüber uns Deutschen nicht so zeigen konnten. Gleichzeitig war die Eurogruppe zufrieden, dass Griechenland im Euro blieb. So gab es keinen Gesichtsverlust und auch keine Bröckeln an den Außenrändern. Wer weiß schon, wohin das führen könnte. Man lebt in einer kritischen Symbiose sozusagen.


Für Griechenland gibt es im Prinzip nur zwei Wege: Entweder raus aus dem Euro und alle Schulden zusammenstreichen, sich dadurch sehr, sehr viel Ärger einhandeln und dann einen Reload wagen. Das würde jedoch weitere schlimme Jahre bedeuten. Ob das eine wackelige Demokratie aushält? Alternativ bleibt man im Euro und lässt sich weiter von der Eurogruppe dauer-alimentieren (und gängeln). Die Europäer scheinen dazu inzwischen bereit zu sein, nur um Ruhe zu haben, auch wenn der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble skeptisch bleibt. Die Griechen und ihre neue Regierung wirken noch unsicher.

In beiden Fällen muss Griechenland zu Reformen durchführen (was primär nicht sparen bedeuten muss), sonst geht es überhaupt nicht mehr weiter. Die jetzigen Strukturen sind eine Katastrophe, das wissen die Griechen selbst, dass muss ihnen keiner sagen. Ja, die Regierung muss insbesondere der alten Elite wehtun. Dafür hat die Linke die Macht übertragen bekommen bei den Wahlen. Geschehen ist bislang leider nur wenig, meist streitet man sich mit der Eurogruppe, anstatt die Problem im Land anzugehen. Wenn sich das ändert, gibt auch jeder gerne Zeit und Geld für die europäische Idee.

 


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