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Deutsche Bank Aktie // Banker bitten zur Kasse, Chance oder Debakel für Anleger?

by • 6. März 2017 • Anlagevisionen, PlusvisionenComments (1)2445

Die Deutsche Bank will erneut das Kapital erhöhen [Achtung Eigenlob: Plusvisionen hat öfter darauf hingewiesen, dass ein solcher Schritt kommen wird]. Dazu sollen 687,5 Millionen neue Aktien ausgegeben werden. Das Grundkapital dürfte, wenn alles gut läuft, 8 Milliarden Euro und die Kernkapitalquote auf 14,1 Prozent steigen. Immer wieder haben wir auch darauf hingewiesen, dass eine Kapitalerhöhung bei der Deutschen Bank kein reiner Spaß wird. Der Hauptgrund dafür ist die – zu Recht – desaströse Bewertung der Aktie. Bei einem derzeitigen Eigenkapital von 62,7 Milliarden Euro wird die Aktie an der Börse lediglich mit 26,4 Milliarden Euro bewertet [Kurs-Buchwert-Verhältnis]. Das sind gerade einmal 42 Cent pro einem Euro Eigenkapital. Man hat eben schon Schlimmes erwartet, in Form weiterer hoher Verluste und/oder Verwässerung.

Bei der Deutschen ist nun beides eingetroffen. Zuletzt (Geschäftsjahr 2016) hat es die Führung der Bank, freilich beschwert durch allerlei Altlasten, geschafft, aus Erträgen von 30,0 Milliarden Euro einen Verlust von 1,356 Milliarden Euro zu erwirtschaften. In der Vergangenheit schwebten wohl manche Führungskräfte scheinbar schon so hoch, dass sie dabei die Realität aus den Augen verloren haben – oder sie hatten nur ihre Boni im Blick.

Nun will die Deutsche Bank sich für die Zukunft rüsten und braucht dafür Geld. Derzeit sind 1.379.273.131 DB-Aktien auf dem Markt. 687,5 Millionen sollen nun dazukommen. Das sind mächtig viele Stücke. Für zwei alte Aktien kommt ein neue hinzu. Wer nun bereits Deutsche-Bank-Aktien im Depot hat, dessen Anteil an der Bank verwässert sich entsprechend. Die neue Aktie wird zu 11,65 Euro ausgegeben. Wie gesagt: autsch … Als Schmerzpflaster soll es eine Dividende von 19 Cent auf der Hauptversammlung (HV) im Mai geben. Dividenden-Rendite aktuell: magere 1,06 Prozent.

Seit Oktober 2010 hat die Deutsche Bank nicht weniger als drei Kapitalerhöhungen durchgeführt (ohne die aktuelle). 2010 wurden 308,6 Millionen Aktien ausgegeben und brutto 10,20 Milliarden Euro erlöst. 2013 folgten 90 Millionen Aktien und eine Bruttoemissionserlös von 2,96 Milliarden Euro und 2014 schließlich 359,8 Millionen Aktien und ein Erlös von 8,50 Milliarden Euro. Macht zusammen: 21,66 Milliarden Euro.

Ende Dezember 2009 gab es 620.859.015 Deutsche-Bank-Aktien deren Marktwert damals 30,7 Milliarden Euro betrug (Kurs rund 49,50 Euro). Dieser Börsenwert plus die Einnahmen aus den Kapitalerhöhungen ergibt 52,36 Milliarden Euro. Nach der anstehenden Kapitalerhöhung wird die Zahl der Aktien der Deutschen Bank bei 2.066.773.131 liegen. Auf der Basis der aktuellen Kurse an der Börse Stuttgart von 17,95 Euro würde sich daraus ein Marktwert von 37,1 Milliarden Euro errechnen. Ergo: Allein in den vergangenen sieben Jahren hat der Vorstand/Aufsichtsrat der Deutschen Bank eine Wertsumme von 15,26 Milliarden Euro (pro Jahr etwa 2 Milliarden Euro) vernichtet. Eine stolze Leistung [sicherlich aus Leidenschaft], angesichts der Vergütung.


Ist das ein Argument, sich nun Deutsche-Bank-Aktien ins Depot zu legen oder die Kapitalerhöhung mitzumachen? Mitnichten. Aber die Börse blickt nach vorne. Die Aktie fällt derzeit mit gut 6 Prozent recht moderat. Offenbar gibt es ein gewisses Grundvertrauen in Chef John Cryan und seinen eingeschlagenen Weg. Dennoch bleibt die Deutsche-Bank-Aktie (514000) ein Risikopapier für Hartgesottene, auch wenn nun wieder eine schlechte Nachricht raus ist.

Eine Alternative könnte ein Discount-Zertifikat auf die Deutsche Bank sein. Hiermit können Anleger auch im Seitwärtstrend profitieren. Beispiele: SC0Q53 von der SocGen gehandelt an der Börse Stuttgart. Rendite-Chance: 6,0 Prozent (15,1 Prozent p.a.), sofern der Cap bei 16 Euro am 21. Juli 2017 nicht unterschritten ist. Verlustpuffer: 16,0 Prozent. Oder: SC0QJL. Rendite-Chance: 11,0 Prozent (13,4 Prozent p.a.), sofern der Cap bei 16,50 Euro am 15. Dezember 2017 nicht unterschritten ist. Verlustpuffer: 17,2 Prozent.

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Bildquelle: Deutsche Bank

 


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