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Handeln wie die Profis mit Discount-Zertifikaten // Deutsche Bank Studie

by • 3. April 2014 • Plus.AcademyComments (0)1900

Wer möchte das nicht, an den Finanzmärkten agieren können wie ein Vermögensverwalter oder Hedgefonds. Strategien verfolgen, die auch in schwierigen Marktphasen einträglich sind. Ein solches Vorgehen ist das sogenannte Covered Call Writing. Klingt sperrig. Ist es auch. Dazu braucht man ein Portfolio mit Aktien, sagen wir mal der Gut-Aktie. Mit der Gut-Aktie ist derzeit allerdings nicht sonderlich viel los, sie tendiert per saldo seitwärts, wenn auch unter Schwankungen.

Ein Vermögensverwalter (V.) könnte nun kalkulieren: Ich möchte aber dennoch eine Rendite mit der Aktie erzielen – wenn sie schon im Depot liegt. Der Verkauf einer Option auf diese Aktien wäre eine Möglichkeit. Damit könnte V. eine Prämie einstreichen. Durch die Option wäre V. lediglich verpflichtet eine gewisse Anzahl von Gut-Aktien zu einem bestimmten Zeitpunkt zu einem festgelegten Kurs zu liefern. Das Risiko dabei wäre überschaubar, schließlich hätte V. ja die Aktien bereits gekauft. Er müsste sie nur ausliefern. Bliebe nun der Kurs der Gut-Aktie unter dem in der Option vereinbarten Kurs (Seitwärtstrend), dann verfiele diese, ohne ausgeübt worden zu sein, da der Kontrahent/Geschäftspartner von V. die Gut-Aktien günstiger am Markt einkaufen könnte. V. könnte sich freuen, da er die komplette Prämie für den Optionsverkauf einstreichen könnte. Die Prämie würde umso höher ausfallen, je erratischer die Schwankungen der Gut-Aktie wären. Logisch: Je größer die Schwankungen (Volatilität), desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Notierung der Gut-Aktie über den vorher vereinbarten Kurs steigt.

Die Strategie ist eine prima Sache, wenn sich eine Aktie seitwärts oder leicht abwärts bewegt.

Aber wie soll ein Privatanleger eine solch recht komplexes Vorgehen, das fundierte Kenntnisse über den Optionshandel erfordert, umsetzten? Ganz einfach: Discount-Zertifikate stellen im Prinzip verbrieft diese Strategie dar. Es gibt einen Verlustpuffer und die Chance auf eine Seitwärtsrendite. Je höher die Schwankungen im Basiswert, desto üppiger fällt der Verlustpuffer aus. Der Preis, den der Anleger hierfür zahlen muss: Die Gewinnchancen sind durch den Cap begrenzt. Wenn ein Anleger aber ohnehin einen gewissen (begrenzten) Zielkurs vor Augen hat, muss das kein Nachteil sein.


Die Strategie hat sich bewährt, wie jetzt die Deutsche Bank in einer Studie über Discount-Zertifikate herausgefunden hat. Untersucht wurden insgesamt 86.149 Discount-Zertifikate, die nach dem 4. November 1999 von der Deutschen Bank emittiert wurden und deren Laufzeit am 31. Dezember 2013 endete. 60.555 Discounter bezogen sich auf Aktien, 25.272 auf Indizes und 322 auf Rohstoffe.

  • 63,1 Prozent der Discount-Zertifikate entwickelten sich besser als der jeweilige Basiswert.
  • 74,9 Prozent der Discount-Zertifikate wiesen eine positive Wertentwicklung auf, aber nur 55,2 Prozent der Basiswerte erzielte in dieser Zeit eine positive Rendite.
  • 20,6 Prozent der Discount-Zertifikate schafften eine positive Rendite, obwohl sich der Basiswert negativ entwickelte.
  • 52,6 Prozent der Discount-Zertifikate erreichten ihre maximale Rendite.

Fazit: Beachtliche Zahlen, insbesondere, dass über diesen langen Zeitraum, in dem es ja heftige Börsenkrisen gab, rund drei Viertel der Discount-Zertifikate im Plus schloss. Das spricht klar für das Produkt. Was die Sache für einen Privatanleger jedoch etwas schwieriger macht, sind die Emittenten, die für die Verbriefung geradestehen müssen. Gerät der Emittent ins Straucheln, dann geht auch das verbriefte Produkt unter, wie bei Lehman Brothers geschehen. Neben dem Marktrisiko gibt es bei Zertifikaten (verbrieften Strategien) somit eine zusätzliches Risiko, das Emittentenrisiko, was aber zu handhaben ist.

 

Bildquelle: Peter Smola  / pixelio.de [bearbeitet]


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