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Aktien Wert // Methoden Über-und Unterbewertungen zu erkennen

Gunter Geldermann6. März 2017aktualisiert:6. März 20173 Min.0
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Das große Geheimnis des Börsenerfolgs? Anleger müssen die Aktien billig erwerben und in weiterer Folge teuer verkaufen. Das klingt – auf den ersten Blick – relativ einfach. Doch wer bestimmt eigentlich, wann eine Aktie teuer und wann eine Aktie billig ist? Wie sicher sind auch prognostizierte Kursgewinne? Genau jene Aspekte sind es, die den Aktienhandel mitunter kompliziert machen. Es gibt jedoch verschiedene Berechnungen, sodass die Analysten am Ende sagen können, ob es sich um eine billige, teure oder gewinnbringende Aktien handeln wird.

Anleger, die sich mit den Aktienkursen befassen, werden sich wohl immer wieder die Frage stellen, wie Analysten die möglichen Kursziele errechnen können. Es gibt unterschiedliche Methoden, wobei festgehalten werden muss, dass es keine todsichere Variante gibt. Eine wesentliche Rolle spielt der sogenannte Multiplikatoreffekt.

Bei der Fundamentalanalyse wird der theoretische Wert des Unternehmens bestimmt. Dabei sprechen die Analysten von einem wahren oder einem inneren Wert einer Aktie. Es gibt jedoch den tatsächlichen Wert, der im Gegensatz steht und sich durch Nachfrage und Angebot ergibt. Wird das Unternehmen – im Rahmen einer Fusion – zur Gänze verkauft, einigen sich die Parteien auf einen Kaufpreis. Die Kaufverhandlungen haben jedoch die Basis dargestellt, wobei die Berechnungen des Unternehmenswerts nach diversen betriebswirtschaftlichen Methoden erfolgten. Hat der Analyst den wahren Wert (Kaufverhandlung) einer Aktie ermittelt, wobei er sich auf die unterschiedlichen Bewertungsmodelle (betriebswirtschaftliche Methoden) stützt, kann er am Ende ein Kursziel (Kaufpreis) festlegen.

Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) gibt in der Regel an, in welchem Verhältnis die derzeitige Börsenwertung zum Gewinn des Unternehmens steht. Das KGV errechnet sich aus dem Börsenkurs, der durch den Gewinn pro Aktie berechnet wird. Je höher also der Aktienkurs und je geringer in weiterer Folge der Gewinn, desto höher das KGV, sodass die Aktie besser bewertet wird. Wird im Rahmen der Berechnung festgestellt, dass es keinen Gewinn gibt, kann diese Methode nicht angewandt werden.

Die sogenannte Discounted Cash Flow-Methode bezieht sich auf zukünftige Mittelzuflüsse. Der mögliche Wert wird dabei auf die Gegenwart bezogen; die Berechnung erfolgt durch eine Abzinsung. Der Gegenwartswert (Barwert) errechnet sich also aus der Summe aller noch zu erwartenden Mittelzuflüsse, die auf die Gegenwart zurückgerechnet werden. Wird der Cash-flow erst in zwei Jahren erwartet, folgt eine zweimalige Abzinsung.

Das Ziel des Unternehmens? Das Vermögen des Aktionärs soll maximiert werden. Doch nicht alle Unternehmen können derartige Vorhaben in die Tat umsetzen. Analysten können mit dem Economic Value Added-Modell (EVA) berechnen, wie realistisch derartige Vorhaben tatsächlich sind. Dabei befasst sich die Methode mit jenem Teil des Gesamtgewinns, der in weiterer Folge die Kosten des investierten Kapitals übersteigt. Dabei stellen die Kosten die Mindestrenditeanforderungen der Anleger dar. Kommt der Analyst zu dem Ergebnis, dass der EVA negativ ist, übersteigen die Kapitalkosten den Gewinn, sodass es zu einer Kapitalvernichtung kommt. Ist der Gewinn aber größer, so kommt es zu einem Gewinn. Ein, zumindest auf den ersten Blick, schlüssiges Modell, wobei die Ermittlungen der unterschiedlichen Komponenten nicht unterschätzt werden sollten. Schlussendlich benötigen die Analysten zahlreiche Unternehmensdaten (Lagerbestandsbewertungsdifferenzen, Risikovorsorgen, Firmenwertabschreibungen), die jedoch nicht immer zur Verfügung gestellt werden.

Das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) verrät, ob das Unternehmen über oder unter dem bilanziellen Buchwert notiert wurde. Damit der bilanzielle Buchwert herausgefunden werden kann, müssen diverse Faktoren berücksichtigt werden. Jedoch ergibt sich der Buchwert des Unternehmens aus der Summe der Vermögensgegenstände, abzüglich aller Verbindlichkeiten und abzüglich immaterieller Vermögensgegenstände (vereinfacht gesagt). Wird der aktuelle Aktienpreis durch den Buchwert je Aktie geteilt, erhält der Analyst den Maßstab für das KBV. Somit erhält der Analyst die Antwort, ob die Aktie teuer oder billig ist.

Bildquelle: Bernd Deschauer / pixelio.de

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