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Börsenausblick 2017 // DAX, Euro, Trump und das Öl

by • 30. Dezember 2016 • PlusvisionenComments (0)2017

Prognosen sind traditionell schwierig, besonders wenn sie in die Zukunft gerichtet sind. Also, wie wird das Börsenjahr 2017? Wahrscheinlich anderes als wir es uns jetzt ausmalen. Aber es gibt ein paar wichtige Weggabelungen: Donald Trump und seine Wirtschaftspolitik sowie die politische und konjunkturelle Entwicklung in der Eurozone mitsamt der Gestaltung des Brexit. Interessant könnte auch noch die Entwicklung des Öl-Preises sein.

Trump ist bislang noch recht schwer einzuschätzen. Wenn es zu protektionistischen Maßnahmen kommt, wäre das eine schwere Bürde für den Welthandel und die Weltwirtschaft, um es mal vorsichtig auszudrücken. Doch ob er wirklich? Trump ist schließlich Geschäftsmann und in seinem Kabinett sitzt gefühlt die halbe Wall Street [Goldman-Sachs-Alumni] oder es handelt sich um Milliardäre. Kaum vorstellbar, dass diese Riege ernsthaftes Interesse an einem weltwirtschaftlichen Desaster hat. Ohnehin scheint der US-Aktienmarkt inzwischen versöhnt mit Trump zu sein. Er verspricht schließlich auch Steuererleichterungen und Milliardeninvestitionen in die Infrastruktur. Das klingt nacht (deutlich) höheren Kursen, zumal die Zinsen nicht steil steigen werden, weil sich das die USA mit ihren Schulden nicht leisten kann.

Nicht so rosig sieht es für die Eurozone aus. Das verarbeitende Gewerbe (Produktion von Waren) dümpelt in den Krisenstaaten Portugal, Italien, Griechenland und Spanien (Pigs) noch weit unter dem Niveau von vor 2008. Der Erholungsprozess gestaltet sich schwierig. Sollbruchstellen sind nach wie vor vorhanden, vor allen auch, weil sich die Tektonik in der Eurozone nach dem Brexit zugunsten der Nehmerländer (Südländer) verändert hat. Ein Auseinanderbrechen der Eurozone dürfte nicht unmittelbar bevorstehen, aber … der Wille eine Transferunion zu finanzieren, dürfte im Norden sinken (ohne die Briten). Zugleich müssten die Pigs eigentlich dringend ihre Währungen abwerten, um an Wettbewerbsfähigkeit zu gewinnen, was aber durch den Euro nicht geht. Was ginge wäre reale Abwertungen (Rentenkürzungen, Einschnitte ins Sozialsystem, Lohnkürzungen), doch wer soll diese durchsetzen? Matteo Renzi ist in Italien schon mit einer Mini-Reform gescheitert – und in Frankreich, den Niederlanden und in Deutschland stehen wichtige Wahlen an. Es bleibt somit wackelig in der Eurozone und die Europäische Zentralbank (EZB) wird voraussichtlich weiter fleißig Geld drucken müssen (Anleihen aufkaufen), um Zinsen und Euro unter Druck zu halten. Die deutsche Industrie beziehungsweise DAX dürfte davon profitieren, der Euro eher nicht.


Und der Öl-Preis? Mit einer anziehenden globalen Konjunktur (China) und der Förderbegrenzung der Opec könnte er weiter zulegen. Einen allzu hohen Öl-Preis sollten Anleger allerdings nicht erwarten, denn wer weiß, ob sich die Opec-Staaten an die Vereinbarungen halten und dann ist da noch Trump, welcher der Fracking-Industrie in den USA durchaus gewogen scheint. Bei 60 Dollar könnte somit schon wieder der Deckel drauf sein, was jedoch nicht schlecht für die Weltkonjunktur und damit auch für die Aktienmärkte sein muss. Ein Nutznießer des steigenden Öl-Preise ist dagegen der Aktienmarkt in Russland.

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Bildquelle: Bernhard Friesacher / pixelio.de

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