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RWE Aktie // Versoger verbrennt Milliarden Euro – Börse feiert dennoch

by • 12. Mai 2016 • AktienvisionenComments (1)3525

Jetzt aber. RWE. Es muss nur düster genug aussehen, dann goutiert die Börse auch schon kleinste Lichtblicke. Der RWE-Konzern hat es dank eines guten Ergebnisses im Energiehandels geschafft das Betriebsergebnis um 7,1 Prozent auf 1,75 Milliarden Euro zu steigern. Der Finanzvorstand murmelt dazu etwas von einem „durchaus vorzeigbaren Ergebnis“. Na dann – ach ja, die Ergebnisprognose für das Gesamtjahr wurde auch noch bestätigt. Die Börse feiert das mit einem Kursplus von fast 9 Prozent.

All das köchelt auf sehr kleiner Flamme. RWE geht es nicht gut, vorsichtig ausgedrückt. Das Unternehmen ringt nach wie vor ums Überleben. Das Ergebnis aus der konventionellen Stromerzeugung ist um 20 Prozent auf 354 Millionen Euro eingebrochen. Immerhin konnten erneuerbare Energien um ein bescheidenes Prozentpünktchen auf 154 Millionen Euro zulegen. Insgesamt ist das Nettoergebnis von RWE um 60 Prozent abgesackt. Die Nettoschulden stiegen um 11 Prozent auf die sagenhafte Summe von 27,9 Milliarden Euro. Zugleich verbrennt RWE reichlich (und immer mehr) Geld. Der frei Cash-flow betrug minus 2,3 Milliarden. Er verschlechterte sich damit um 131 Prozent. Verspüren Sie immer noch einen Drang in RWE zu investieren?

Da sind dann noch die Rückstellungen für die Verschrottung der Atomkraftwerke. Vermutlich muss hier RWE noch deutlich mehr Geld auf die Seite legen als gedacht. Die Rede ist von 1,5 Milliarden Euro. Angesichts der ohnehin schon recht gewaltigen Schuldenlast droht deshalb auch noch eine Herabstufung beim Rating. Zu bedenken ist auch, dass das erste Quartal in der Energiebranche ein traditionell starkes Quartal ist. Eins zu eins hochrechnen ist nicht.

Aber die Börse blickt bekanntermaßen in die Zukunft. In dieser steht noch die Abspaltung und der Börsengang der Tochtergesellschaft für erneuerbare Energien, Netze und Vertrieb an. Das könnte frisches Geld in die RWE-Kasse bringen. Der Marktwert von RWE beträgt noch rund 7 Milliarden Euro, was nach Schnäppchen klingt, aber nicht ist, angesichts der Risiken. Die RWE-Aktie bleibt einstweilen nur etwas für Trader.


Charttechnisch mahnt die nach wie vor sinkende 200-Tage-Durchschnittlinie zur Vorsicht, auch wenn sich die RWE-Aktie nun daran macht, diese zu überschreiten.

Eine interessante Alternative zur RWE-Aktie könnte eine Aktienanleihe der Deutschen Bank sein (XM7ET5). Sie bietet einen Seitwärtsertrag von 5,6 Prozent (9,2 Prozent p.a.), sofern die Aktie am Ausübungstrag am 15. Dezember 2016 nicht unter dem Basispreis von 10 Euro notiert. Wenn doch, kann man sich die Aktie ausliefern lassen. Der Kupon von 5,2 Prozent p.a. wird auf jeden Fall gezahlt.

RWE-Aktie: seitwärts

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Bildquelle: RWE

 


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