Twitter // Ab in den Süden oder muss die Börse bei der Aktie umdenken?

by • 12. Mai 2015 • AktienvisionenComments (0)1326

War es das mit Social Media an der Börse? Die Aktie von Facebook macht die Biege nach unten (immerhin – noch – nicht abgestürzt) und Twitter – ja, nach der jüngsten Veröffentlichung der Quartalszahlen mag man sich den Chart gar nicht mehr ansehen. Da ist kein fröhliches Vogelgezwitscher mehr, sondern eher man hat das Gefühl, dass die Geier schon kreisen. Als Twitter kürzlich nach dem die Quartalsergebnisse gehackt worden waren, vorzeitig veröffentlichen musste, da blieb der Aktien-Gemeinde doch das Pfeifen im Halse stecken. Die Ergebnisse waren nicht direkt schlecht, aber man hatte sich doch deutlich mehr erwartet. Die Einnahmen lagen im ersten Quartal bei 436 Millionen Dollar – ein Plus von 74 Prozent gegenüber dem Vorjahr – doch man hatte zuvor 440 bis 450 Millionen Dollar prognostiziert.

Der Gaap-Verlust stieg von 132 auf 162 Millionen Dollar. Immerhin lag das Betriebsergebnis (Ebitda) mit 104 Millionen Dollar deutlich über den erwarteten 89 bis 94 Millionen Dollar. Die Werbeeinnahmen von Twitter sind um 72 Prozent auf 388 Millionen Dollar geklettert, 89 Prozent davon kamen aus dem mobilen Bereich. Twitter hat nun 308 Millionen MAUs, was ein Plus von 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr ist.

Doch bei allem Positiven was man aus diesen Zahlen hätte lesen können, etwa, dass Twitter auf einem guten Weg sei und so weiter, hat die Börse doch scheinbar die Geduld mit der Aktie oder vielleicht auch mit der gesamten Branche verloren. 30 Milliarden Dollar Börsenwert waren ihr dann doch zu viel für eine Social-Media-Unternehmen, das für den Geschmack der Börse zu langsam wächst, nicht in die Gewinnzone kommt, zu wenige neue Nutzer gewinnt und wo überhaupt die Zweifel an einem werbefinanzierten Geschäftsmodell wachsen.

So ist die Twitter-Aktie inzwischen um knapp 30 Prozent eingebrochen, mit einer nur vagen Aussicht auf rasche Erholung. Was für die Twitter-Aktie spricht ist der News-Charakter des Twitter-Dienstes. Der Content ist gut und stellt damit einen gewissen Reiz für Google dar. Twitter wird deshalb immer wieder als Übernahmekandidat gehandelt.


Spaß machen auch die neuen Dienste Vine und Periscope. Insbesondere Periscope hat das Zeug dazu, zu einer echten Killer-Applikation für die TV-Sender zu werden, da quasi Jedermann damit Live-Übertragen auch von Großevents machen kann. Kürzlich beim Boxkampf Mayweather gegen Pacquiao, für dessen Übertragungsrechte die Bezahlsender HBO und Showtime Millionen und deren Kunden 100 Dollar hinblättern mussten, konnte man auf der Periscope App den Kampf umsonst verfolgen, da der von Zuschauern mit der App gestreamt wurde.

Vielleicht muss die Börse bei Twitter umdenken.

Twitter-Aktie: Schwer angeschlagen

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Bildquelle: Twitter / Flickr


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