EZB mag es weiter unkonventionell // Kein Putsch // Die besten Tweets

by • 6. November 2014 • PlusvisionenComments (0)1217

Mario Draghi, Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB) hat es wieder geschafft die Märkte zu überraschen, zumindest kurzfristig. Vielleicht war es aber auch einfach so, dass man sich freuen wollte. Der DAX schoss um 100 Punkte nach oben und der Euro sackte ab. Die Euphorie im DAX war allerdings schnell verfolgen und die Gewinne bröckelten zum Teil wieder ab. Viel Neues hatte Draghi auch nicht zu verkünden:

  • Die Leitzinsen bleiben bei null. Eine Änderung war nicht erwartet worden.
  • Die EZB beginnt mit dem Kauf von Kreditverbriefungen (ABS-Papieren), was auch keine Überraschung ist.
  • Die Bilanzsumme der EZB soll wieder auf das Niveau von 2012 steigen. Das wäre ein Plus gegenüber dem jetzigen Stand von plus 1 Billion Euro. Eine Neuigkeit ist das nicht, wohl aber, dass diese Ziel im Pressetext genannt wird. [“… these asset purchases will have a sizeable impact on our balance sheet, which is expected to move towards the dimensions it had at the beginning of 2012.”]
  • Die EZB sei bereit, weiter unkonventionelle Maßnahmen zur Bekämpfung der Deflation und der wirtschaftlichen Flaute in den Eurozone zu ergreifen. Auch das ist keine unbekannte Aussage, aber man hört sie halt immer wieder gerne.
  • Für die Wirtschaft sehe man weiter eher Abwärtsrisiken. Das sagt die EZB schon lang. Paradox: Man sagt dies, obwohl man gleichzeitig verkündet, dass die Maßnahmen zu wirken begonnen haben.
  • Der Putsch gegen Draghi, den wohl einige nationale Notenbankfürsten gerne angezettelt hätten, ist wohl abgesagt. Alles sei gut, auch wenn man unterschiedlicher Meinung sei, doch das gehöre halt zum Geschäft. Es scheint so, als könne Draghi seine Linie weiter ungehindert verfolgen. Auch die Bundesbank und sein Intimfeind Bundesbankpräsident Jens Weidmann werden ihn nicht aufhalten. Den Euro hat das unter Druck gebracht. Draghi gilt als Freund eines leichten Euro zur Unterstützung der Exportindustrie.

Ergo: Es bleibt bei der lockeren Geldpolitik – und sie wird noch lockerer werden, wenn auch nicht sofort. Schwächt sich die wirtschaftliche Entwicklung weiter ab oder die Konjunktur in der Eurozone stagniert auch nur, wird Draghi vermutlich auch in großen Stil Staatsanleihen mit frisch gedruckten Geld aufkaufenn (Quantitative Easing).


Bildquelle: ECB / Flickr


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