Rubrik: Anleihen

Hinter Laiqon (ehemals Lloyd Fonds) liegen ereignisreiche Wochen: Seit der Vertragsverlängerung von Vorstandschef Achim Plate (jetzt bis Ende 2026) versorgt die Gesellschaft mit mehreren guten Neuigkeiten, die durchaus das Zeug haben, das Finanzhaus auf eine neue Ebene zu führen. Der Kapitalmarkt honoriert dies bislang aber noch nicht mit einem steigenden Laiqon-Aktienkurs (A12UP2).

Plusvisionen richtet ein paar schnelle Fragen an Torsten Uhlig, den Inhaber und Geschäftsführer der Bauakzente Balear Invest GmbH, einem deutschen Immobilienprojektentwickler, der hauptsächlich auf Mallorca aktiv ist. Uhlig nimmt dabei u.a. Stellung zu der neuen Anleihe (A30VGQ), die über fünf Jahre läuft und einen Kupon von 6,5 Prozent aufweist und inzwischen in Frankfurt handelbar ist.

Die Siemens-Aktie gilt als langweilig. Denn extreme Kurssprünge erleben Anleger bei diesem Papier sehr selten. Daher fällt ein Tagesgewinn von 2,4 Prozent am gestrigen Montag schon extrem auf. Auslöser ist ein Auftrag aus Ägypten: Dort soll Siemens, zusammen mit zwei Partnern, das sechstgrößte Schnellzugsystem der Welt bauen. Allein für die Münchener fallen dabei Aufträge im Volumen von 8,1 Milliarden Euro ab. Doch dies sorgt auch für neue Risiken.

Die Aktien von Beteiligungsgesellschaften haben häufig ein Problem, sie sind schwer zu bewerten, weshalb die Börse gerne einen Bewertungsabschlag vornimmt, sozusagen sicherheitshalber. Bei Blue Cap, einer Holding, die sich auf mittelständische Unternehmen aus den Bereichen Produktion, Handel und Services für industriell gefertigte physische Güter aus der DACH-Region konzentriert, ist das nicht anders. Fällt der Abschlag zu hoch aus?

Ökologisch wertvoll, sozial engagiert – und ein finanzieller Engpass. So lässt sich die Situation der Hylea Group aktuell beschreiben. Denn der Anleihe-Emittent und Paranussproduzent muss für seinen 2017/ 2022iger Bond (A19S80) für Ende Juni eine Gläubigerversammlung einberufen. Zinskupon (von 7,25 auf 4,25% p.a.) runter, Laufzeit (von 2022 auf 2029) hoch, das möchte sich das Unternehmen von den Gläubigern genehmigen lassen.

Beim SV Werder Bremen schlägt jetzt die Stunde der Anleger. Denn bei der aktuell in der Zeichnung befindlichen Anleihe (A3H3KP) des Vereins braucht es spätestens nach dem nun besiegelten Abstieg der Grün-Weißen aus der 1. Fußball-Bundeliga einen Blick auf die Materie jenseits der reinen Bilanzzahlen. Mögliche Transfererlöse und stille Reserven spielen eine Rolle, ebenso wie die Abwägung, welche sonstigen Finanzierungsoptionen jenseits des klassischen Bankkredits sich für Werder zusätzlich zum operativen Geschäft eröffnen.

Noratis denkt offensichtlich über einen zeitnahen Segmentwechsel nach und scheint gut durch die erste Welle der Corona-Krise gekommen zuo sein. Finanzvorstand André Speth nimmt im aktuellen IR-Call zur aktuellen Situation Stellung, stellt aber auch die neue Unternehmensanleihe nochmals im Detail vor, die Anleger derzeit zeichnen können.

VST Building Technologies überzeugt mit ihrer Technologie zum schnelleren, effizienteren und kostengünstigerem Bauen von Gebäuden. Doch die internationale Expansion stagnierte lange Zeit. Nun scheint sich dies, trotz Corona, zu ändern. Die kürzlich veröffentlichten Halbjahreszahlen ein ausgeglichenes operatives Ergebnis (Ebit) auf und die Gesamtleistung des Unternehmens wurde mit 34,5 Mio. Euro mehr als verfünffacht. Dieser Sprung liegt zu einem erklecklichen Maße auch daran, dass VST das Bauunternehmen Premiumverbund übernommen hat und damit in eine neue Größenordnung gewachsen ist. Die VST-Aktie (A2PBVH) ist zwar börsennotiert, aber wenig liquide. Eine Alternative bildet aber die VST-Unternehmensanleihe (A2R1SR), die bis Mitte 2024 rund 7 Prozent pro Jahr an Rendite abwirft.

Die Hauptversammlung von Francotyp Postalia wurde bereits drei Mal verschoben. Nun soll es am 10. November soweit sein. Einer der Tagesordnungspunkte wird die Abwahl des Vorstandsvorsitzenden Rüdiger Andreas Günther sein. Zu erwarten ist ein Showdown, denn Günther will das Feld nicht räumen. Letztlich geht es auch darum wie Francotyp Postalia künftig aussehen soll.

Ach, was sollen all die schnöden Bewertungszahlen und noch langweiligeren Kenngrößen. Bei Tesla wird die Zukunft gehandelt, mindestens. Es geht um …? Ja, um was eigentlich? Autobau? Neue Mobilität? Künstliche Intelligenz? Bei Tesla scheint das egal. Für einen Kursanstieg von gut 50 Prozent seit dem 11. August reicht ein banaler Aktiensplit. Gepriesen sei Elon Musks Charisma und sein unternehmerisches Fortune. Wie es mit der Aktie weitergeht.

Publity hat vor wenigen Tagen mit der Emission einer 100 Millionen Euro-Anleihe (A254RV) begonnen. 5,50 Prozent Zinsen soll das Papier pro Jahr bringen, fünf Jahre laufen und dann zum Nennwert zurückgezahlt werden. Der liegt bei 1.000 Euro je Schuldverschreibung und ab diesem Betrag können Anleger die Anleihe noch bis zum 17. Juni 2020 zeichnen. Dass unter dem Strich mindestens 50 Millionen Euro an Anleihevolumen zustande kommen, garantiert Publity-Chef Thomas Olek, denn bis zu dieser Summe zeichnet er selbst aus seinem Privatvermögen und tauscht alte Wandelschuldverschreibungen (A169GM) ein, für die es ein Umtauschangebot gibt.

FCR Immobilien bietet derzeit eine neue Anleihe (A254TQ) zur Zeichnung an. Das Volumen der Emission beträgt 30 Millionen Euro. Die Zeichnungsfrist läuft voraussichtlich bis 25. März 2020. Die Zeichnung kann beispielsweise über die Zeichnungsplattform der Deutschen Börse (DirectPlace) erfolgen. Ein Zeichnungsschein kann aber auch direkt auf der Homepage des Emittenten heruntergeladen werden. Der Bond läuft fünf Jahre bis zum 1. April 2025. Der Kupon beträgt 4,25 Prozent p. a., bei vierteljährlicher Zinszahlung (erstmal am 1. Juli) und einem Nennbetrag von 1.000 Euro.