Rubrik: Anlagen

Das Krisen-Unternehmen SGL Carbon macht ernst mit dem Turnaround. Die Zahlen bessern sich zumeist. Auch wenn der Umsatz 2016 aus fortgeführten Aktivitäten um 2,5 Prozent auf 769,8 Millionen Euro fällt, verbessert sich das Betriebsergebnis (Ebit) kräftig von 6,9 auf 23,7 Millionen Euro. Das Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten legt, trotz Belastungen, um 49,6 Prozent auf minus 34,0 Millionen zu. Ist das der Auftakt zu besseren Zeiten?

Gute Zahlen legte die Deutsche Wohnen vor. Im Jahr 2016 hat das MDAX-Unternehmen seine operativen Erlöse, die sogenannten Funds from Operations (FFO) um 26 Prozent auf 384 Millionen Euro verbessert. Die Dividende soll deshalb nun auf 0,74 Euro pro Aktie steigen. Noch im November hatte Vorstandschef Michael Zahn eine Zahlung 0,73 Euro angekündigt. Obwohl es nun also etwas mehr für die Investoren gibt, als zunächst angenommen, rutschte die Aktie in Folge deutlicher ab. Ist die Aktie zu hoch bewertet?

Hätten Sie es gewusst? Die Münchener-Rück-Aktie, die inzwischen offiziell Munich Re heißt, ist aktuell in etwa genauso teuer wie vor Jahresfrist. Und dies in einer Zeit, in der der DAX um rund 22 Prozent binnen Jahresfrist zugelegt hat und sein Rekordhoch aus dem Jahr 2015 ernsthaft ins Visier genommen hat? Was die Gründe für die schwache Kursperformance sind und was die Aktie für einen Trumpf hat.

Ist es wirklich so? Oder soll es nur den Preis in die Höhe treiben? Diese beiden Fragen stellt sich der Anleger (und übrigens auch der Journalist), wenn er die Ad-hoc-Mitteilung von Stada am heutigen Freitagmittag liest. Denn dort verkündet die Gesellschaft, dass die mittelfristigen Wachstumsziele erhöht werden. Kann das den Kurs weiter beflügeln? Zuletzt wirkte die Aktie doch etwas erschöpft.

Die Katze aus dem Sack: Innogy will nach der Hauptversammlung (HV) am 24. April eine Dividende von 1,60 Euro zahlen. Dieser Betrag liegt am oberen Ende der Analystenerwartungen. Und es sind sogar knapp 80 Prozent des Nettogewinns. Die eher im Rahmen der Erwartungen liegenden Umsatz- und Ertragszahlen rückten allerdings schnell in den Hintergrund. Zudem gibt es bei Innogy ein Gerücht.

Bei diesem Unternehmen werden Kindheitsträume wahr: Wacker Neuson. Bagger, Radlader, Rüttler, Stampfer und Hämmer … Doch die vergangenen Jahre waren für das Unternehmen alles andere als traumhaft. Krisen überall, in der Landwirtschaft, in der Energiebranche und auch hausgemachte. So lag der Jahresüberschuss 2016 mit 56,8 Millionen Euro um gut 10 Millionen Euro unter dem Vorjahreswert. Doch es soll wieder besser werden bei Wacker Neuson. Die Auftragsbücher seien gut gefüllt. Wird das reichen die Aktie noch weiter steigen zu lassen?

Es ist nicht viel, was die Aktie von SGL Carbon derzeit zu bieten hat. Vielleicht ein mögliche Übernahme durch Chinesen, wie sie Mitte des zurückliegenden Jahres schon mal im Gespräch war. Angeblich wollte ChinaChem zuschlagen. Aber der Deal hat sich wohl zerschlagen. Zuversicht verbreitet sicherlich auch die 2016 abgeschlossene Kapitalerhöhung – und dass demnächst keine weitere ansteht. Optimistisch könnte ein Anleger auch wegen der (fast) abgeschlossenen Restrukturierung und dem damit verbundenen Glauben auf Gewinne sein. Grund genug, sich die Aktie wieder genauer anzusehen?

Die Lage bei Wacker Chemie ist schwierig, aber nicht aussichtslos. Immerhin. Das Unternehmen selbst gibt sich sogar recht positiv: Man möchte an die gute Geschäftsentwicklung von 2016 anknüpfen, heißt es, trotz steigender Rohstoffpreise. Aber, Chemie ist ein zyklisches Geschäft und wie die Weltkonjunktur in diesem Jahr laufen wird … wer weiß das schon so genau? Derzeit geht Wacker Chemie von einem moderaten Wachstumskurs aus. Den braucht es auch, denn die Aktie ist nicht gerade günstig.

Der Öl-Preis ist wieder ins Rutschen geraten. Wird daraus ein neuer Abwärtstrend oder pendelt sich der Preis in der Bandbreite zwischen 45 und 60 Dollar ein? Überraschend ist die Zunahme der US-Rohöllagerbestände. Hängt das mit dem Preis für das Fracking zusammen? Eine interessante Anlage-Alternative im Seitwärtstrend könnten Inline-Optionsscheine sein.

Es gibt Dinge, die mag der Kapitalmarkt nicht so gerne. Dazu gehört eine Kapitalerhöhung unter Ausschluss des Bezugsrechts. Manche Unternehmen machen dies trotzdem, denn so kommen sie viel schneller und einfacher an das benötigte beziehungsweise gewünschte neue Kapital. Dem steht gegenüber, dass beim Altaktionär, der ihn betreffende Anteil am Gewinn des Unternehmens entsprechend reduziert wird. Diese sogenannte Verwässerung sorgt dann vielfach für Kursverluste. So auch in der Vorwoche bei der Deutsche Euroshop-Aktie. Hat die Deutsche Euroshop ihre Aktionäre damit dauerhaft vergrault? Attraktive Renditen mit Discount-Zertifikaten.

Doch es gibt auch Banken in Europa, wo das Geschäft noch recht gut läuft. Dazu gehört die Société Générale, die auch in Deutschland gut im Geschäft ist und erst kürzlich ihre Beteiligung am Broker Onvista an die Commerzbank (Comdirect) verkauft hat. Das Jahr 2016 brachte den Franzosen ein deutliches Gewinnplus, dank einer massiv reduzierten Risikovorsorge: Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn stieg um 15 Prozent auf 4,1 Milliarden Euro. Was die Aktie besonders reizvoll macht und wie Anleger mit Bonus davon profitieren können.

Es gibt durchaus traurige Momente an der Börse. Solche wie diese: Da steigt der BMW-Umsatz auf einen neunen Höchstwert (94,2 Milliarden Euro). Das Konzernergebnis vor Steuern (Ebt) verbessert sich um knapp 5 Prozent auf 9,7 Milliarden Euro. Alle Segmente – Auto, Motorrad, Finanzen – erzielen Rekordergebnisse vor Steuern. Die Umsatzrendite liegt bei glänzenden 10,3 Prozent und der Konzernüberschuss legt um 8 Prozent auf 6,9 Milliarden Euro zu. Und die Börse? Sie trägt Trauer. Doch es gibt eine Rendite-Überraschung.