Rubrik: Anlagen

Es geht um Macht und Einfluss – und letztlich wohl darum, die verbliebenen Logwin-Aktionäre hinauszuquetschen (Squeeze-out) oder zumindest zu vergraulen. Die Mehrheit am Logistiker Logwin hält die Holding Delton, die wiederrum Stefan Quandt gehört, was erklärt, dass Logwin auch viel für BMW transportiert. Wie viel Delton an Logwin hält ist nicht klar, vielleicht sind des 70, 80 oder schon 90 Prozent. Die Website und der Geschäftsbericht schweigt sich darüber aus. Auf jeden Fall hat Delton schon jetzt die Macht. Das wurde auf der Hauptversammlung am 12. April 2017 deutlich. Was das für die Aktionäre bedeutet.

Das kann sich sehen lassen: Fuchs Petrolub steigerte im ersten Quartal den Umsatz um zwölf Prozent auf 618 Millionen Euro und der Betriebsgewinn (Ebit) um elf Prozent auf 94 Millionen Euro. Hauptgrund dafür waren gut laufende Geschäfte im Asien/Pazifik—Raum und in Afrika. Fundamental scheint die Fuchs Petrolub-Vorzugsaktie (579043) aktuell allerdings ausgereizt. So liegt das 2017er-KGV bei hohen 25. Was das für den Kurs der Aktie bedeuten könnte.

Gotham City greift wieder an. Diesmal geht es … Oder anders angefangen: Worüber ist schon so mancher (aufstrebender) Jung-Politiker in diesem Land gestolpert? Richtig! Über einen nicht vorhandenen (oder erschlichenen) Doktortitel. Dies macht sich nun auch Daniel Yu, Gründer von Gotham City, zu nutze. Der Aurelius-Chef Dirk Markus habe gar kein Doktortitel der Elite-Uni Harvard. Tatsächlich wurde dieser Anschein auf der Aurelius-Website erweckt … Und Markus hat wirklich keinen Harvard-Doktor! Was das für die Aktie bedeutet.

Publity hat seine finalen 2016er-Daten vorgelegt und damit das vorläufige Zahlenwerk bestätigt. Demnach stieg der Nettogewinn von 12,5 auf 23,1 Millionen Euro. Dies entspricht einem Gewinn pro Aktie von 3,89 Euro. Doch weitaus wichtiger ist der Blick nach vorne, denn an der Börse wird bekanntlich die Zukunft bewertet. Und hier macht der Immobilien-Asset-Manager gute Fortschritte. So erklärt das Management um Vorstandschef Thomas Olek, dass bereits im laufenden Jahr zahlreiche Beurkundungen von Objektverkäufe erfolgt sind, die schon jetzt umfangreiche Erlöse und Gewinne für das Gesamtjahr sichern. Für Anleger heißt das: Dividenden-Rendite satt.

Ja, Börsen-Deutschland ist erleichtert. Die Deutsche Bank schrieb im ersten Quartal endlich wieder deutliche Gewinne. Die Blauen verdienten 878 Millionen Euro, was einem Plus von 52 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Allerdings liegt die Deutsche Bank damit noch recht weit von den Quartalsgewinnen anderer internationaler Banken entfernt. Dennoch hat sich die Aktie zuletzt sehr gut entwickelt und auch die milliardenschwere Kapitalerhöhung vor wenigen Wochen ordentlich überstanden. Wurde damit schon genug vorgefeiert? Interessant bleiben Bonus-Zertifikate auf die Deutsche Bank.

Kengeter oder geht er nicht? Auf der Hauptversammlung (HV) der Deutschen Börse am 17. Mai dürfte es spannend werden, ob der Vorstandschef Carsten Kengeter samt Aufsichtsrat entlastet wird oder nicht. Von einflussreicher Seite empfiehlt Glass Lewis den Aktionären die Entlastung zu verweigern. Kengeter ist nicht gerade mit Fortune gesegnet: Fusion gescheitert, Verdacht des Insider-Handels … da müssen die Aktionäre schon bei Laune gehalten werden, zum Beispiel mit einem Aktienrückkaufprogramm.

Im DAX herrscht nach der Frankreichwahl noch eine freudige Rest-Macron-Mania, da müht sich die Daimler-Aktie scheinbar beleidigt und mit Tränchen in den Augen ab, dass erreichte Niveau zumindest zu halten. Was ist los? Bei Daimler läuft es hervorragend. Das Konzernergebnis wurde im ersten Quartal 2017 glatt verdoppelt. Vielleicht sind es gerade diese guten Zahlen.

Wenn die Börsen gut laufen, dann freuen sich in der Regel auch Direktbanken und Online-Broker. Denn noch immer bewegen die Anleger mehr Geld, wenn eine Hausse am Laufen ist. Und das DAX-Rekordhoch ist dabei wohl das deutlichste Zeichen, dass wir uns in einer solchen Phase am Aktienmarkt befinden. Abzulesen ist dieses Anleger-Phänomen an den jüngsten Quartalszahlen der Comdirect. Das Ergebnis vor Steuern stieg um rund 16 Prozent auf 27,4 Millionen Euro. Die Aktie kann nicht so recht davon profitieren, was vielleicht an einer schon recht üppigen Bewertung liegen mag.

Viele Aixtron-Anleger werden verzweifelt sein. Das ist positiv für all jene, die noch in der Aktie drin sind oder sich gerade überlegen, in die Aktie einzusteigen. Warum? Viele werden frustriert verkauft haben, was weiteren Verkaufsdruck unwahrscheinlicher macht. Charttechniker sprechen in einem solchen Fall von einer Bodenbildung. Die Aixtron-Aktie hat nun schon gleich zwei Böden ausgebildet, einen Anfang 2016 und zu Beginn dieses Jahres. Jetzt hat das Unternehmen gute Quartalszahlen vorgelegt.

Shortseller sehen jene sprichwörtlichen Gläser immer als halbleer an – oder sie tun zumindest so. Bei Badman-Shortseller Gotham City ist das nicht anders. Kürzlich hat er öffentlichkeitswirksam vor-kalkuliert, dass das Beteiligungsunternehmen Aurelius (A0JK2A) eigentlich nur heiße Luft sei. Kursziel? Nicht der Rede wert. Grund seinen, verkürzt, die Beteiligungen der Firma, die in der Bilanz mit zu hohen Ansätzen stünden. Da tauchte auch der Kompressorenhersteller Secop auf. Das vernichtende Gotham-City-Urteil für diese Beteiligung: nichts wert. Nun die Überraschung: Aurelius verkauft Secop an die Nidec-Gruppe. Die Dividende soll verdoppelt werden und die Börse jubelt. Wird das von Dauer sein?

Deutschlands zweitgrößter Softwarekonzern, die Software AG, gelang ein starker Jahresstart – vor allem weil immer mehr Großkunden auf eine zunehmende Digitalisierung setzen. Das Internet der Dinge und die Industrie 4.0 halten also vermehrt Einzug bei Deutschlands Elite-Unternehmen. In diese Richtung geht auch die neue strategische Partnerschaft mit Dürr. Noch ohne diese neue Kooperation kletterten bei den Darmstädtern in den ersten drei Monaten im Geschäftsbereich Digital Business Platform die Lizenzumsätze um 18 Prozent und die Produkterlöse um zwölf Prozent. Die Aktie bestätigt ihren Aufwärtstrend.

BMW meldet Rumpfzahlen für das erste Quartal 2017. Diese können sich sehen lassen, zumindest bei grober Durchsicht: Der Konzern-Umsatz steigt um zwölf Prozent und vor Steuern verdient der Automobilkonzern von Januar bis März 3.005 Millionen Euro. Gegenüber dem Vorjahr ist das ein Plus von 27 Prozent. BMW liefert, mal wieder, mehr als erwartet. Allerdings ist ein guter Teil des Anstiegs auf ein sehr erstaunliches Finanzergebnis zurückzuführen …