Rubrik: Aktien

Google ist alles. Suchmaschine, Online-Werbung, Betriebssystem Android, Bürosoftware, Nexus Smartphones und Tablets, Drohnen, selbstfahrende Autos, Videos (You Tube), Datenfarm, Internetbrille und natürlich Big Data. Google scheint das zentrale Nervenzentrum des Internets zu sein. Und Google ist (insgesamt) rentabel bei dem, was es tut. Im vergangenen Jahr hat Google seinen Umsatz um 18 Prozent auf 66 Milliarden Dollar gesteigert. Im 4. Quartal betrugen die Umsätze 18,1 Milliarden Dollar. Im 4. Quartal kam der Internet-Konzern auf einen Nettogewinn von 4,76 Milliarden Dollar, nach 3,38 Milliarden Dollar 2013. Je Aktie ist das eine Gewinn von 6,91 (4,95) Dollar. Auch wenn dies sehr gute Zahlen sind, man hatte sich doch mehr erwartet.

Amazon war mal wider dran. Anders kann man sich den Kursanstieg von 12 Prozent kaum erklären. Die Zahlen, die Amazon für das Gesamtjahr 2014 und das 4. Quartal vorgelegt hat, waren alles andere als zum Jubeln. Im vergangenen Jahr hat der Internethändler und Cloud-Dienst-Anbieter rote Zahlen geschrieben. Der Nettoverlust beträgt 241 Millionen Dollar. Im Jahr 2013 stand unter dem Strich noch ein Plus von 274 Millionen Dollar. Aber, und hier beginnt die Hoffungsstory, im 4. Quartal reichte es für eine Plus von 214 Millionen Dollar. Analysten hatten zuvor mit weitaus weniger gerechnet, da Amazon und insbesondere Impresario Jeff Bezos dazu neigt, dem Umsatzwachstum seines Unternehmens alles unterzuordnen. Gewinne interessieren ihn eigentlich nur am Rande. Er will Größe.

Es ist das Börsen-Schlaraffenland. Die reifen Äpfel fallen direkt in die Arme der Anleger herunter. Der Silicon-Valley-Konzern Apple hat sich mal wieder selber übertroffen und im Weihnachtsquartal 74 Millionen iPhones verkauft. Ein neuer Rekord. Die Konkurrenz wird weinen, wie es Apple schafft, von einem derart teurem Gerät so viele zu verkaufen. I

Peter Tosh rief das bereits 1976. Die USA geht diesen Weg. In bereits 23 Bundesstaaten ist der Konsum von Marihuana für medizinische Zwecke erlaubt. Im Staat Colorado darf man sich als Erwachsener (über 21) ein Tütchen auch einfach so zum Genuss reinziehen. Der Bundesstaat Washington wird im nächsten Jahr mit der Freigabe des Cannabis-Konsums folgen. Vermutlich ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis in den Vereinigten Staaten insgesamt kiffen legal ist. Auch in Deutschland erfreuen sich Gras und Hasch einer großen Beliebtheit. Der Stern titelte darüber sogar darüber mit dem Header „Die bekiffte Republik“.

Aber Amerika wäre nicht Amerika, würde es nicht auch gleich ein Big Business mit dem Kiffen machen. Mit der Freigabe in Colorado im Januar boomten auch die Kurse der im unregulierten Freiverkehr (Pink Street) notierten Marihuana-Aktien.

Eon hat genug von Kohle, Gas, Öl und Atom. Das Geschäftsmodell funktioniert nicht mehr, zumindest bei Eon nicht mehr. Finanzkrise, Fukushima, Energiewende, erneuerbare Energien, Überkapazitäten hat in den vergangenen Jahren immer wieder zu Problemen geführt. Allein im vierten Quartal des aktuellen Geschäftsjahrs werden Rückstellungen in einer Höhe von 4,5 Milliarden Euro erwartet. Aufgrund „veränderter Marktbedingungen“ wie es heißt. Einst war die Energieerzeugung für Eon eine Geldmaschine – nun wird Geld verbrannt. Seit Januar 2008 fallen die Kurse. Der Tiefpunkt wurde im Juli 2013 mit 11,80 Euro erreicht. Danach ging es mehr oder weniger seitwärts; im Oktober sacke die Aktie erneut bis auf 12,20 Euro ab. Das einst mündelsicheren Wert für Witwen und Waisen ist ein Papier für Spekulanten geworden, die mal auf das Gelingen des Turnarounds setzen und dann wieder auf Untergang.

Ich hatte mal einen Kollegen, der ausschließlich in Apple-Aktien investierte – weil ihm die Rechner so gut gefielen. Ich fand diese Argument für einen Aktienkauf immer, wie soll ich sagen, etwas dünn. Ich blickte ihn dann erstaunt an, aber er ließ sich nicht von seiner Meinung abbringen. Ich habe lange nichts mehr von diesem Kollegen gehört. Ich vermute, er hat sich in einer klimatisch angenehmen Gegend zur Ruhe gesetzt und tippt sich nun durch inspirierende Seiten auf seinem iPad oder iPhone oder iBook … Apple zeigt, dass es manchmal gar nicht viel braucht, um erfolgreich zu sein. Wobei natürlich „gar nicht viel“ schlimm untertrieben ist. Apple kann durch schöne und zugleich technisch ziemlich gute Produkte seine Kunden immer wieder begeistern und sie so überzeugen horrende Preise zu bezahlen. Das muss man erstmal über all die Jahre schaffen.

Es hat etwas gedauert. Doch nun hebt Rocket Internet offenbar doch noch ab. … three, two, one, ignition. Die Aktie verbessert sich zum Wochenauftakt an der Frankfurter Börse um sagenhafte 13,4 Prozent und steigt damit erstmals über den Ausgabepreis von 42,50 Euro zum dem die Aktie am 2. Oktober 2014 an die Börse gebracht worden war. Zur Erinnerung: Schon am ersten Handelstag schloss sie mit einem Minus bei 37,00 Euro. Danach ging es abwärts bis auf 31,10 Euro und heute eben 47,86 Euro. Vom Tief gerechnet ist das ein Plus von rund 54 Prozent. Grund für den Anstieg heute war eine Empfehlung von Goldman Sachs. Die Investmentbank hatte das Papier auf die sogenannte Conviction [Überzeugung] Buy List aufgenommen. Kursziel: 69,00 Euro.

Hoffentlich Allianz im Depot. Die Allianz denk an ihre Aktionäre. Weil andere Versicherungen zu – „exorbitant“ – teuer geworden sind und die Allianz keinen Lust verspürt zu diesen Preisen zu kaufen, will man das Geld auf der hohen Kante künftig an seine Anteilseigner ausschütten, im Dreijahresrhythmus. Sehr schön. Wenn die Allianz keine passenden Investitionen findet, dann gibt man den Anlegern die Chance etwas vernünftiges damit anzufangen. Zudem sollen künftig von den Gewinnen regelmäßig 50 Prozent ausgeschüttet werden. Bislang waren es 40 Prozent. Doch damit nicht genug, die Allianz führt eine Art Dividendengarantie ein. Die Dividende je Aktie soll mindestens auf dem Vorjahresniveau gehalten werden. Klar, dass all dies die Börse mächtig freut. Die Allianz-Aktie legte nach der Meldung um rund vier Prozent zu.

Es ist wie bei einer sensationellen Party, von der noch Jahre später gesprochen wird, aber immer wieder auch unliebsame Reste auftauchen – und es sogar plötzlich an der Tür klingelt. Spätestens dann weiß man, es war verdammt gut, aber nun wird es teuer. „Herausfordernder“ als gedacht haben sich die Altlasten bei der Deutschen Bank erwiesen, gestand nun Deutsche Bank Co-Vorstandschef Anshu Jain ein. Ständig neue Skandale machen immer höhere Rückstellungen notwendig. Die Liste mutmaßlicher Tricksereien aus den wilden Zeiten des Investmentbankings ist nach wie vor zu lang: Zinsmanipulationen (Libor), Schiebereien am Goldmarkt, Preisverzerrungen an den Devisenmärkten undurchsichtige Geschäfte am US-Immobilienmarkt, Dark Pools …

Die Rechtsstreitigkeiten haben die Bank im dritten Quartal allein 894 Millionen Euro gekostet. Das ist zwar 270 Millionen Euro weniger als im Vorjahresquartal, aber doch sehr beachtlich. Für das Investmentbanking hat die Bank nun eine Summe von 3.285 Millionen Euro zurückgestellt. Das drückt auf das Ergebnis.

Es bleibt dabei. Twitter ist bislang noch kein echtes Massenphänomen, eher ist es ein Nachrichtenkanal für Freunde von Aphorismen. Die Botschaften, die Tweets, müssen immer mit 140 Zeichen zu transportieren sein. Hilfreich ist dabei die Fähigkeit treffsicher formulieren zu können. Im dritten Quartal 2014 konnten sich dafür 284 Millionen (monatlich aktive) User begeistern. Das sind 23 Prozent mehr als im Vorjahresquartal. Immerhin, aber Twitter wächst damit zu langsam und vor allem flacht sich das Wachstum ab. Im vierten Quartal 2012 nahm die Zahl der MAUs noch um 59 Prozent auf 185 Millionen zu und im vierten Quartal 2013 war es ein Plus von 30 Prozent auf 241 Millionen. Nun also plus 23 Prozent. Wobei das Unternehmen sagt, dass es nicht allein auf die User ankommt, da Tweets von überall im Web eingesehen werden können, die Zahl der Twitter-User somit deutlich höher läge. Ein Benchmark bleiben dennoch die rund 1 Milliarde User von Facebook.

Es gab auch schon andere Zeiten bei Daimler. Die Autos so na ja und die Geschäfte so lala. So war das Unternehmen für Autoliebhaber und Aktionäre gleichermaßen eine Herausforderung. 2008 betrug die Dividende nur 60 Cent. 2009 fiel sie ganz aus. Danach ging es allerdings wieder aufwärts. 2013 schüttete der Konzern an seine Aktionäre 35 Prozent seines Gewinns aus, was einer Dividende von 2,25 Euro entsprach. Deutlich ansehnlicher wurden auch die Modellreihen – und was gut aussieht, verkauft sich in aller Regel auch gut. So lag der Absatz im dritten Quartal um 7 Prozent über dem Vorjahr. Der Umsatz kletterte dadurch um 10 Prozent.

Besonders erfreulich ist, dass Daimler dabei offenbar auch seine Kosten im Griff hat. Das Vorsteuerergebnis (Ebit) legte im dritten Quartal um satte 67 Prozent zu und das Konzernergebnis immerhin noch um 49 Prozent.