Am gestrigen Donnerstag (30. Juli 2026) stand die Adidas-Aktie (A1EWWW) erheblich unter Druck. In der Spitze verlor der Titel rund 18 Prozent an Wert, nachdem der Sportartikel-Konzern frische Geschäftszahlen zum zweiten Quartal vorgelegt hatte. Den erfreulicherweise kräftig gestiegenen Umsätzen standen allerdings sehr hohe Marketing-Kosten gegenüber. Nun stellt sich die Frage, ob die Drei-Streifen-Aktie an der Marke von 160 Euro bereits einen neuen Boden finden kann.
Doch der Reihe nach: Auch dank guter Verkäufe im Zusammenhang mit der Fußball-Weltmeisterschaft (WM) hat Adidas im zweiten Quartal einen Umsatz-Rekord erzielt. Die Erlöse kletterten um rund 13 Prozent auf circa 6,7 Milliarden Euro. Dabei nannte das Management einen Umsatz-Beitrag von rund 1,5 Milliarden Euro, der direkt im Zusammenhang mit der WM steht.
Nicht ganz so erfreulich ist die Entwicklung beim Betriebsergebnis, welches aber immerhin um rund fünf Prozent auf 574 Millionen Euro stieg. Hier hatten die Analysten im Vorfeld bessere Werte erwartet. Dabei gab Konzernchef Björn Gulden bekannt, dass im direkten Zusammenhang mit den Titelkämpfen Marketing-Aufwendungen von 212 Millionen Euro entstanden sind.
Dies sind also Ausgaben für produktspezifische Werbung, aber auch Kosten für die Ausstattung der Teams, der Schiedsrichter und die Spielbälle, die allen Teams in großer Anzahl zur Verfügung gestellt werden mussten. Belastet haben aber auch höhere Aufwendungen für Fracht und Beschaffungskosten sowie die US-Zölle.
Die WM erwies sich daher bislang nicht als Erfolgsfaktor obwohl mit Argentinien und dem neuen Weltmeister Spanien beide Endspielteilnehmer in Adidas-Klamotten ausgerüstet waren, die Schiedsrichter Adidas-Trikots trugen und natürlich auch der Endspiel-Ball mit eigenem Design aus dem Hause der Herzogenauracher stammte. Unsere Einschätzung und Ende Juni [HIER klicken], als die Aktie noch bei rund 180 Euro stand, erwies sich also als richtig. Wir hatten damals nämlich zu Gewinnmitnahmen geraten.
Nach dem Kursrutsch, der den Titel in den Bereich von 160,00 Euro führte, ist das charttechnische Bild nun zunächst eingetrübt. Eine ernsthafte Unterstützungszonen können wir erst im Bereich von 150 Euro feststellen. Ist es daher wahrscheinlich, dass der Titel nochmals auf dieses Niveau zurückfallen wird.
Dem steht allerdings gegenüber, dass das Kurs-Gewinn-Verhältnis (auf Basis der Schätzungen für 2027) derzeit nur noch bei 16 liegt. Dies wäre durchaus ein Wert, der als günstig anzusehen ist, zumal weitere WM-Trikotverkäufe erst im dritten Quartal angefallen sind, nachdem die Termine für Halbfinale und Finale in diesen Zeitabschnitt gefallen sind. Zur Erinnerung: Argentiniens WM-Sieg vor vier Jahren hatte den Messi-Trikot-Absatz auf vorher nicht gekannte Höhen getrieben. Ein gutes drittes Quartal könnte also jetzt folgen.
Hinzu kommt eine Dividenden-Rendite von rund zwei Prozent, die den Wert nach unten eigentlich gut absichern müsste. Trotzdem raten wir Aktienanleger noch zu Vorsicht. Eine Möglichkeit wären limitierte Käufe im Bereich der 150-Euro-Marke. Die Alternative ist ein Einstiegsversuch via Discount Zertifikat.
Unser Favorit ist ein Discounter (FA5ZSP) mit Cap bei 160,00 Euro und Bewertungstag am 18. Dezember 2026. Geht die Aktie über den Cap durchs Ziel, erhalten Anleger 160,00 Euro im Cash ausbezahlt. Daraus errechnet sich eine Maximalrendite von 9,3 Prozent oder hochgerechneten 22,7 Prozent p. a. Verfehlt die Sport-Aktie hingegen die Marke von 160,00 Euro, tilgt der Emittent via Lieferung der Aktie. Der Einstandskurs liegt dann bei 146,33 Euro, was dem aktuellen Zertifikate-Preis entspricht und einem Rabatt über den Direktinvestment von 8,6 Prozent gleichkommt.
Spannend bleibt zudem das bereit Anfang Juni [HIER klicken] und nochmals Ende Juni [HIER klicken] vorgestellte Reverse-Bonus-Zertifikat (PK4X6Z), welches seit Ende Juni rund 14 Prozent zulegte. Hier die aktuellen Konditionen: Bleibt die bei 240,00 Euro platzierte Schwelle bis zum 19. März 2027 unverletzt, erzielte Anleger eine Maximalrendite von 12,2 Prozent oder acht Prozent p.a. Erweist sich der aktuell auf satte 50 Prozent angewachsene Schwellenabstand hingegen als nicht ausreichend, wandelt das Zertifikat die Aktien-Kursgewinne allerdings in Verluste.
Adidas-Aktie (Tageschart): Schwächeanfall



