Das Geschäft mit Bahn-Infrastrukturprodukten läuft wohl weiter sehr gut. Denn der Bahntechnikkonzern Vossloh legte frische Quartalszahlen vor, die besser ausgefallen sind, als es der Kapitalmarkt erwartet hatte. Keine Überraschung ist daher auch, dass Vossloh-Chef Oliver Schuster die Ziele für das Gesamtjahr quasi bestätigte und dabei eine weitere positive Entwicklung prognostiziert.
Im Detail: Vossloh steigerte im dritten Quartal den Umsatz um starke 9,1 Prozent auf 325,9 Millionen Euro. Daraus ergibt sich auf Basis der ersten 9 Monate ein Zuwachs von 5,7 Prozent auf 908,5 Millionen Euro. Beim operativen Ergebnis (Ebit) ging es im Q3 um 13,4 Prozent auf 31,3 Millionen nach oben, womit sich das Ebit in den ersten drei Quartalen auf 76,2 Millionen Euro addiert.
Die positive Entwicklung wird auch am Auftragseingang sichtbar, der im dritten Quartal um überraschend hohe 26,8 Prozent auf 324,8 Millionen Euro kletterte. Er beläuft sich somit nach 9 Monaten auf 948,5 Millionen Euro. Dies liegt allerdings knapp unter dem Rekordwert aus dem Vorjahr, als sogar Auftragseingänge jenseits der Eine-Milliarden-Euro-Marke zu Buche standen.
Bereits im Oktober hatte der Konzern nach einer Übernahme seine Jahresziele angepasst. Demnach soll der Umsatz nun bei 1,33 bis 1,4 Milliarden Euro liegen. Vorher hatte der Konzern einen Umsatz von 1,25 bis 1,325 Milliarden Euro prognostiziert. Beim Ebit kommt es durch die Übernahme zur Transaktions- und Integrationskosten. Daher nennt Konzernchef Schuster hier nun einen Zielwert von 116 bis 126 Millionen Euro, nachdem vorher 110 bis 120 Millionen Euro als Guidance ausgegeben worden waren.
Die Vossloh-Aktie (766710) hatten wir zuletzt im Juli zum limitierten Kauf bei 85 Euro besprochen [HIER klicken], nachdem wir bereits im März [HIER klicken] bei Kursen um 60 Euro einen Einstieg für spannend fanden. Trotz der heutigen Kursgewinne bewegt sich die Aktie aktuell knapp unter der 80-Euro-Marke. Auf diesem Niveau sehen wir weiter hohes Kurspotenzial. Dafür spricht auch das Kurs-Gewinn-Verhältnis von 18, welches wir mit Blick auf das hohe Wachstum als günstig ansehen. Denn vor allem die anstehenden staatlichen Ausgaben im Bereich Infrastruktur dürften auch den Bahntechnik-Spezialist weiter beflügeln. Langfristanleger können daher bei Kursen unter 80 Euro weiter zugreifen.
Derivate auf diesen Basiswert empfehlen wir nicht. Zwar wäre ein Einstieg via Discounter reizvoll. Aber der einzige Anbieter, der derzeit Rabattpapiere auf diesen Basiswert anbietet, ist die DZ Bank. Doch deren Tilgung erfolgt bei diesem Basiswert leider via Cash-Zahlung, weshalb kein physischer Bezug möglich ist und der klassische Discount-Kauf-Gedanke damit ausgehebelt ist.
Vossloh-Aktie (Tageschart): wieder auf dem Weg nach oben?



