Erst in der Vorwoche hatte Surteco die finalen Zahlen für 2025 vorgelegt und dabei von einem guten Start ins Jahr 2026 gesprochen. Nun legte der Oberflächenspezialist weitere Informationen vor, die eigentlich über den Markterwartungen lagen. Trotzdem bewegt sich die Surteco-Aktie (517690) weiterhin auf einem (fast) historisch niedrigen Kursniveau.
Doch der Reihe nach: Nach einem guten Jahr 2025, dessen Daten am oberen Ende der eigenen Prognose lagen, ist Surteco tatsächlich gut ins neue Jahr gestartet. Dies zeigt vor allem das bereinigte operative Ergebnis (bereinigtes Ebitda) von 26,7 Millionen Euro, welches exakt dem Vorjahresniveau entsprach.
Da gleichzeitig der Umsatz von rund 222,0 Millionen Euro auf 208,4 Millionen Euro gefallen ist, kletterte die bereinigtes Ebitda-Marge von zwölf Prozent auf 12,8 Prozent. Auch beim Ergebnis nach Steuern zeigt sich die erfreuliche Entwicklung: Surteco konnte nun einen Konzerngewinn für die ersten drei Monate von 1,3 Millionen Euro melden, nachdem im Vorjahreszeitraum noch ein Verlust von 5,1 Millionen Euro angefallen war.
Trotz der weiterhin schwierigen Wirtschaftslage zeigt sich der Vorstand verhalten optimistisch für das Gesamtjahr 2026: Das Management erwartet einem Umsatz zwischen 780,0 und 830,0 Millionen Euro und ein bereinigtes Ebitda zwischen 70,0 und 90,0 Millionen Euro. Zum Vergleich: Im Jahr 2025 erzielte die Gruppe einen Umsatz von 821,2 Millionen und ein bereinigtes Ebitda von 80,2 Millionen Euro.
Die Surteco-Aktie Trotz bewegt sich dennoch auf einem historisch niedrigen Niveau. Lediglich im Jahr 2009 war der Titel noch günstiger, als der Höhepunkt der globalen Finanzkrise den Kapitalmarkt heftig erschütterte.
Die Tatsache, dass Surteco als zyklische Aktie gilt sorgt dafür, dass die Anleger den Titel derzeit eher meiden. Darauf deutet auch die Charttechnik hin, die einen intakten Abwärtstrend erkennen lässt. Die letzte Unterstützung bietet nun die Zehn-Euro-Marke. Hier könnte sich tatsächlich ein neuer Boden bilden, worauf eine Gegenbewegung starten könnte.
Für die Aktie spricht vor allem ein hoher Buchwert von rund 20 Euro pro Anteilschein. Demgegenüber ist das Papier mit Blick auf das Kurs-Gewinn-Verhältnis auf Basis der Schätzungen für 2027 eher teuer, da der Wert jenseits der 40er-Marke liegt. Wir schätzen die Surteco-Aktie allerdings als einen der möglichen Gewinner eine Sonderkonjunktur in Deutschland ein, der vom Investitionsprogramm der Bundesregierung profitiert. Zudem verfügt Surteco über eine sehr gute Marktstellung. Langfristig orientierte Anleger setzen darauf, dass die Bodenbildung an der Zehn-Euro-Markle gelingt und sammeln daher auf dem aktuellen Kursniveau Stücke ein.
Leider bieten die Emittenten von Zertifikaten weiterhin keine Papiere auf diesen Basiswert an. Speziell Discount-Zertifikate wären bei der vorhandenen Volatilität ein spannendes Produkt um in die Aktie verbilligt einsteigen zu können. Doch dazu sind die Handelsumsätze in der Aktie wohl zu gering.
Surteco-Aktie (Tageschart): Versuch der Bodenbildung



