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Cash Test Dummy

Anthropic-IPO // Elektrizität in Intelligenz umwandeln

Thomas Schumm29. September 20263 Min.0
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Anthropic

Der IPO (Intital Public Offering) von Anthropic könnte der Mega–Börsengang in der bisherigen Menschheitsgeschichte werden: geschätzte zwei Billionen Dollar Marktkapitalisierung und (ebenfalls geschätzte) Einnahmen von 100 Milliarden Dollar (bei Elon Musks Spacex waren es rund 80 Milliarden Dollar). Nun wurde der Börsenprospekt von Anthropic, beziehungsweise der Entwurf davon, geleakt. Der Börsengang soll nach den Zwischenwahlen (3. November 2026) in den USA erfolgen.

Im vergangenen Jahr fuhr das KI-Unternehmen (Agent: Claude) wohl einen Nettoverlust von 42 Milliarden Dollar ein. Ein Großteil des Nettoverlusts habe allerdings buchhalterische Gründe, operativ lag das Minus „lediglich“ bei 8,1 Milliarden Dollar, nach knapp drei Milliarden Dollar 2024.

Der Umsatz habe sich von 2024 auf 2025, laut dem „Börsenprospekt“ verzwölffacht auf 4,6 Milliarden Dollar, wobei fast ein Viertel der Erlöse von zwei Kunden (Amazon und Google) komme. Im Juli dieses Jahres meldete dann Anthropic für das laufende Jahr einen „annualisierten Umsatz“ (Umsatz-Run-Rate) von prognostizieren 65 Milliarden Dollar. KI sorgt auch in dieser Hinsicht für neue Rekordmarkten.

Mit den Umsätzen könnte es noch weiter steil aufwärts gehen, da immer mehr Unternehmen bereit sind für LLMs (Large Language Modells) beziehungsweise AI-Agents zu bezahlen: Waren es Anfang 2023 noch deutlich unter zehn Prozent, nach dem Ramp-AI-Index, sind es nun signifikant mehr als 50 Prozent – Tendenz weiter steigend. Anthropic mit Claude habe dabei kürzlich OpenAI mit ChatGPT überholt. Auch die Nutzung überhaupt nimmt rasant zu: Wurde ChatGPT noch Mitte 2023 von nur wenigen genutzt, waren es Mitte 2026, laut Sensor Tower, schon gut 1,4 Milliarden MAUs (Monthly Mobile Users).

Letztlich gehe es bei künstlicher Intelligenz um die Umwandlung von Elektrizität durch Compute in Intelligenz, sagt Baki Irmak von Pyfore Capital auf einem Vortrag beim Münchner Finance Forum. Ob eine KI Geld verdiene hänge maßgeblich von der Inferenz ab, also der Anwendung des Gelernten. Bei einer Inferenz von 30 Prozent (70 Prozent der Rechenleistung muss noch für das Anlernen der KI verwendet werden) liege der Token–Umsatz, so Irmak, bei Claude Fable 5.1 bei gut 52 Milliarden Dollar, stiege die Inferenz auf 100 Prozent, würde der entsprechende Token-Umsatz auf 174 Milliarden Dollar schnellen. Die Inferenz sei somit ein gewaltiger Gewinnhebel.

KI schafft neue Dimensionen, sicherlich auch, was die Börsengänge von Anthropic und OpenAI (voraussichtlich im Frühjahr 2027; möchte jetzt allerdings rund 30 Milliarden Dollar bei einer Finanzierungsrunde bei Investoren eingesammelt) angeht. Die Chancen sind durch das überaus schnelle Wachstum gewaltig. Dagegen stehen auf der anderen Seite gewaltige Investitionen: Anthropic soll im vergangenen Jahr 7,3 Milliarden Dollar für Rechenleistung ausgegeben haben – mehr als dreimal so viel wie im Jahr 2024. In den kommenden Jahren plant der KI-Konzern mit Infrastruktur–Ausgaben in Rechenzentren und Cloud-Kapazitäten in Höhe von sagenhaften 518 Milliarden Dollar. Flaschenhälse (Bottlenecks) sind dabei vor allem die verfügbare Elektrizität, die verfügbaren Computerchips und auch Standorte, wo Rechenzentren errichtet werden können.

In der neuen Gigawatt-KI-Ökonomie wird Anthropic einstweilen eine bedeutende Rolle spielen, entsprechend spannend wird die Aktie sein.

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