Viel Freude hat das Lufthansa-Management derzeit nicht. Denn immer wieder gibt es negativen Nachrichten aus dem Flugverkehr, sei es durch das geopolitische Umfeld, durch steigende Ölpreise oder auch durch die starke Konkurrenz der Billigflieger. Hinzu kommt, dass der Konzern von zahlreichen Gewerkschaften regelmäßig in die Schranken gewiesen wird. Nun antwortet der Vorstand mit einem Kostensenkungsprogramm, der einen erheblichen Personalabbau vorsieht.
Am Wochenende kündigte der Lufthansa-Vorstand an, dass er in den kommenden Jahren rund 4.000 Jobs, hauptsächlich in den Verwaltungseinheiten, streichen wird. Dies soll eine Folge einer Umstrukturierung sein, der die zahlreichen Fluggesellschaften der Gruppe enger zusammenfast. So sollen vor allem Kostenvorteile entstehen, da effizienter gearbeitet und die Digitalisierung in der Gruppe schneller vorangetrieben werden kann. Gespart wird aber überwiegend bei den Personalkosten. Allerdings droht hier vor allem die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit bereits mit einem Streik. Noch bis zum morgigen Dienstag (10 Uhr) stimmen die Gewerkschafts-Mitglieder darüber ab.
Streiks, die auch andere Gewerkschaften durchgeführt haben, haben der Lufthansa-Aktie (823212) in den vergangenen Jahren mehrfach geschadet. Das zeigt sich auch am Chartbild, denn immer wieder kommt es zu kräftigen Kurs-Rücksetzern. Zuletzt ging es aber aufwärts: Bewegte sich der Titel nach dem Jahreswechsel noch um die Sechs-Euro-Marke, gelang zuletzt sogar der Sprung über die Acht-Euro-Linie, ehe kleinere Gewinnmitnahmen einsetzten. Genau bei acht Euro verlaufen allerdings auch zahlreiche Widerstände aus den vergangenen Jahren.
Daher erwarten wir keinen schnellen Durchmarsch nach oben. Allerdings zeigt die Fundamentalbewertung, dass die Lufthansa Aktie attraktiv bewertet ist. Denn das Kurs-Gewinn-Verhältnis auf Basis der Schätzungen der 2026er Gewinne liegt lediglich bei sechs. Hinzu kommt eine durchaus attraktive Dividenden-Rendite von 3,8 Prozent, sofern die Airline weiterhin 0,30 € pro Aktie an die Eigner ausschüttet. Somit können Langfristanleger durchaus Stücke an schwachen Tagen einsammeln.
Ein Einstiegsversuch ist aber auch mit einem Discount-Zertifikat (SJ9PYW) möglich, dessen Bewertungstag am 19. Juni 2026 ansteht. Geht die Aktie unter dem Cap von 7,50 Euro durchs Ziel, kaufen Anleger den Titel zu 6,81 Euro, was einem Rabatt von rund 13 Prozent entspricht. Behauptet sich die Aktie zum Stichtag aber über dem Cap-Niveau, dann erhalten Anleger exakt 7,50 Euro ausbezahlt. Daraus ergibt sich eine Maximalrendite von 10,0 Prozent oder hochgerechneten 13,5 Prozent p.a., die über den entgangenen Aktienkauf hinwegtröstet.
Lufthansa-Aktie: Hürde bei der Acht-Euro-Marke



