Das ist eine Ansage der Börse zu SAP: Im Xetra-Handel verliert die Aktie des Software-Unternehmen aktuell rund 16 Prozent. Charttechnisch hatte sich diese Schwäche bereits Anfang/Mitte Januar angedeutet, nachdem immer wieder (kleinere) Unterstützungen ohne Vertun unterschritten wurden.
Nun notiert das Papier auf der Haltezone bei 165 Euro. Ob diese robust genug sein wird? Das derzeitige Abwärtsmomentum spricht dagegen. Die nächste Auffanglinie verläuft sich bei rund 148 Euro. Was gegen ein weiteres deutliches Abgleiten spricht: Die SAP-Aktie befindet sich bereits 41 Prozent unter dem Hoch und knapp 30 Prozent unter der 200-Tage-Linie.
Was lässt die Börse zurzeit an SAP zweifeln, zumal das Unternehmen heute recht gute Zahlen zum vierten Quartal und zum Gesamtjahr 2025 vorgelegt hat, der Ausblick 2026 von Wachstum ausgeht und ein neues Aktienrückkaufprogramm geplant ist? Offenbar scheint am Markt aktuell zu gelten: sell on good news. Oder gehen Anleger davon aus, dass künstliche Intelligenz (KI) die Software von SAP demnächst ersetzen könnte oder zumindest die Margen schmäler werden könnten?
Im Geschäftsjahr 2025 kletterte der SAP–Gesamtumsatz (alles währungsbereinigt) um elf Prozent auf 36,8 Milliarden Euro. Die Cloud–Umsätze verbesserten sich um 26 Prozent auf 21,0 Milliarden Euro. Im Cloud-Bereich gibt es einen Auftragsbestand (current) von 21,1 Milliarden Euro (plus 25 Prozent). Das Betriebsergebnis legte 2025 um 31 Prozent auf 10,4 Milliarden Euro und der Gewinn je Aktie um 36 Prozent auf 6,15 Euro zu, was ein Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von derzeit 27 ergibt.
Schön ist auch die Entwicklung des freien Cash-flows mit einem Plus von 95 Prozent auf 8,2 Milliarden Euro. Das könnte auf eine Dividenden-Erhöhung auf 2,45 Euro je Aktie für das Geschäftsjahr 2025 hinauslaufen (für das Geschäftsjahr 2024: 2,35 Euro je Aktie). Daraus würde sich aktuell eine Dividenden–Rendite von 1,5 Prozent errechnen. Die Hauptversammlung ist für den 5. Mai 2026 angesetzt. Darüber hinaus plant SAP ein neues Aktienrückkaufprogramm in Höhe von zehn Milliarden Euro von Februar 2026 bis Ende 2027.
Für das laufende Jahr 2026 geht SAP von Cloud-Erlösen (währungsbereinigt) zwischen 25,8 und 26,2 Milliarden Euro aus. Das entspräche einer Wachstumsrate von 23 bis 25 Prozent. Das Betriebsergebnis wird zwischen 11,9 und 12,3 Milliarden Euro (plus 14 bis 18 Prozent) und der freie Cash-flow bei rund zehn Milliarden Euro erwartet. Bis 2027 rechnet SAP mit einem beschleunigten Gesamtumsatzwachstum.
Zahlen und Ausblick von SAP lesen sich gut und die Bewertung ist für die Aktie nicht sonderlich hoch. Die Börse geht mit SAP schon sehr hart ins Gericht, weil sie sich beim Cloud–Wachstum beziehungsweise beim Cloud-Auftragsbestand mehr erwartet hatte. Selbst wenn die Aktie noch etwas fallen sollte, erscheint sie doch mittel- bis langfristig auf diesem Niveau attraktiv.
SAP-Aktie (Tageschart): Ausverkauf



