Seit rund vier Jahren befindet sich die Aktie des Finanz-IT-Dienstleisters GFT Technologies (siehe Tageschart unten) in einem Abwärtstrend. Noch im Februar tauchte das Papier bis auf 14 Euro ab. Inzwischen hat eine mächtige Erholung auf gut 24 Euro stattgefunden. Auf diesem Niveau verläuft die langfristige Abwärtstrendgerade. Kann diese nun geknackt werden? Ein Deal mit der Deutschen Bank [über die Deutsche Bank hat Plusvisionen zuletzt HIER berichtet] beflügelt zumindest die Fantasie der Börsianer.
Die Deutsche Bank hat GFT Technologies als Transformations- und Systemintegrationspartner für die Einführung einer neuen Kernbankenplattform in ihrer Privatkundenbank ausgewählt. Bei der neuen Plattform hat sich die Deutsche Bank für Vault Core der britischen Thought Machine entschieden. Als globaler Delivery Partner von Thought Machine unterstützt GFT die Deutsche Bank bei der Transformation und Systemintegration zur Einführung der neuen Plattform. Für GFT, die schon lange mit der Deutschen Bank zusammenarbeitet, ist das eine schöne Bestätigung für die Qualität der bisherigen Arbeit.
„Gemeinsam mit der Deutschen Bank und Thought Machine tragen wir zum Aufbau einer modernen, skalierbaren Plattform bei, die Innovation, operative Effizienz und künftiges Wachstum unterstützt.“
Christopher Ortiz, Group Executive Board Member und Chief Executive Global Accounts & Offerings bei GFT Technologies
Im ersten Halbjahr 2026 steigerte GFT seinen Umsatz um fünf Prozent auf 462,6 Millionen Euro und den Betriebsgewinn (bereinigtes Ebit) um acht Prozent auf 32,6 Millionen Euro. Für das Gesamtjahr 2026 strebt GFT ein Umsatz-Plus von fünf Prozent auf 930,0 Millionen Euro an. Das bereinigte Ebit wird auf 71 Millionen Euro taxiert, was einer bereinigten Ebit-Marge von 7,6 Prozent entspräche. Das Ergebnis vor Steuern soll sich deutlich um 21 Prozent auf rund 56 Millionen Euro verbessern.
An der Börse ist GFT derzeit mit 640,0 Millionen Euro bewertet, was für dieses Jahr ein prognostiziertes Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 15/16 bedeuten könnte. Bei einer geschätzten Dividende von 0,50 Euro je Aktie läge die Dividenden-Rendite aktuell bei zwei Prozent.
Charttechnisch befindet sich die GFT-Aktie in einer sehr spannenden Situation: Ende Juli wurde eine Bullenflagge Ende Juli nach oben verlassen und daraufhin der Abwärtstrend zum ersten Mal gebrochen. Nach einer Konsolidierung an der Abwärtstrendlinie (kleine Bullenflagge) fand nun ein erneuter Schub über das bisherige August-Hoch nach oben statt. Ein Chart-Szenario, das durchaus Hoffnung auf weitere Kurssteigerungen macht.
Fundamental ist GFT nach wie vor moderat bewertet, auch angesichts der Festigung der Stellung als Finanz-IT-Dienstleister (Deutsche Bank-Deal). Mit dieser Bewertung und mit einem Streubesitz von 61,3 Prozent dürfte GFT auch als Übernahmeziel interessant sein. Bei All for One [wir haben HIER berichtet] und Nagarro waren der Käufer jeweils bereit einen gehörigen Aufschlag zu zahlen.
GFT Technologies-Aktie (Tageschart): Ausbruch aus Abwärtstrend


