Beeindruckend: Binnen Jahresfrist legte die Hochtief-Aktie (607000) um mehr als 100 Prozent zu. Möglich war dies, weil die Kapitalmarkt-Teilnehmer dem globalen Infrastruktur- und Baukonzern zutrauen, dass er von den milliardenschweren Staatsinvestitionen profitieren wird. Nach dem rasanten Höhenflug, überrascht es aber nicht, dass erste Analysten etwas vorsichtiger werden.
Vor Monatsfrist hat Hochtief frische Daten für das zweite Quartal vorgelegt. Dabei konnte der Baukonzern von weiter steigenden Umsätzen und einem verbesserten operativen Ergebnis berichten. Der Vorstand betonte dabei, dass operativ alle Segmente weiter zulegen konnten. Zudem stellte Unternehmenschef Juan Santamaría Cases, der auch Chef der Hochtief-Mutter ACS (Anteil rund 77,5 Prozent), dass das Unternehmen in strategischen Wachstumsmärkten wie Hightech, kritischen Metallen, Energiewende und nachhaltige Infrastruktur bestens aufgestellt ist.
So war es möglich, dass das um Sondereffekte bereinigte Konzernergebnis um rund 25 Prozent auf 188 Millionen Euro kletterte. Da auch der Auftragsbestand weiter auf einem sehr hohen Niveau liegt, traut sich Hochtief im Gesamtjahr einen Nettogewinn von 680 bis 730 Millionen Euro zu, nach 625 Millionen Euro im Jahr 2024.
Auf den aktuellen Kursniveau oberhalb von 210 Euro bewegt sich die Hochtief-Aktie noch immer nahe am Rekordniveau, welches der Titel vor wenigen Tagen bei 228,60 Euro markiert hatte. Die jüngsten Gewinnmitnahmen lösten vor allem Analysten aus, angeführt von der LBBW. Deren Experten erhöhten zwar das Kursziel von 181 auf 207 Euro, damit liegt dies also in etwa im Bereich des aktuellen Kursniveaus. Als Konsequenz lautet deren Urteil nun nicht mehr Kaufen sondern logischerweise Halten.
Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 20 sehen wir den Titel allerdings nicht massiv überbewertet. Hinzu kommt eine durchaus attraktive Dividenden-Rendite von 2,7 Prozent, sofern man den Analysten glauben schenken kann und Hochtief für das laufende Geschäftsjahr rund 6,00 Euro auszahlen wird. Charttechnisch droht nun allerdings die Gefahr, dass der zuletzt bilderbuchartig verlaufende Aufwärtstrend brechen könnte. Daher greifen aktuell nur Langfristanleger bei dem Titel zu, die auch eine Konsolidierungsphase aussitzen können.
Uns gefällt aber auch ein Bonus-Zertifikat mit Cap (UG7XAU), welches am 19. Juni 2026 ausläuft: Bleibt die bei 145 Euro platzierte Schwelle (Abstand aktuell rund 32 Prozent) bis dahin unverletzt, winkt eine Bonus-Rendite von 7,9 Prozent (9,6 Prozent p.a.). Kommt es hingegen zum Schwellenbruch, tilgt der Emittent in Aktien, die dann allerdings deutlich günstiger sein dürften.
Hochtief-Aktie (Tageschart): Steiler Anstieg



