Da dachte der Kapitalmarktanleger doch, dass die Nordex-Aktie (A0D655) von einer Beteiligung der „Grünen“ an der Bundesregierung profitieren sollte. Doch dem war gar nicht so. Denn in den vergangenen Jahren neigte die Aktie des Windkraftherstellers eher zur Schwäche oder maximal zur Seite. Erst seit dem absehbaren Regierungswechsel, der nach den Wahlen Ende Februar schnell erkennbar war, geht es mit dem Papier nach oben. An diesem Montag setzte sich die Kursrallye fort, da der Technologiekonzern gute Daten für das zweite Quartal präsentierte.
Zwar lag Nordex mit einem Umsatz von rund 1,9 Milliarden Euro in etwa auf Vorjahresniveau. Doch auf der Ertragsseite überraschten das Hamburger Unternehmen positiv. Bei Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) ging es um 64 Prozent auf 108 Millionen Euro nach oben. Daher verbesserte sich die Ebitda-Marge von 3,5 auf 5,8 Prozent. Das Konzernergebnis sprang gar auf 31 Millionen Euro, nachdem vor Jahresfrist lediglich 0,5 Millionen Euro verdient worden waren.
Kein Wunder, dass Konzernchef José Luis Blanco von einem starken zweiten Quartal sprach. Er zeigte sich zudem zuversichtlich, dass es auch in weiteren Jahresverlauf erfreulich weitergehen kann. Dafür spricht auch der Auftragsbestand von 14,3 Milliarden Euro, der per 30. Juni in den Büchern stand. Keine Überraschung ist daher, dass Nordex die Jahresprognose bestätigte. Demnach soll der Umsatz zwischen 7,4 und 7,9 Milliarden Euro liegen, bei einer Ebitda-Marge von fünf bis sieben Prozent. Auf längere Sicht peilt Blanco allerdings die Acht-Prozent-Marke an.
Mit dem Daten lag Nordex klar über den Erweiterungen. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis von 20 auf Basis der geschätzten Gewinne für 2026 zeigt allerdings an, dass das Potenzial der Aktie eher begrenzt ist. Charttechnisch könnte sich jedoch die Rallye fortsetzen, nachdem der Kurs zuletzt das höchste Niveau seit 2021 erreicht hatte und der Aufwärtstrend intakt ist. Ein Direktengagement bleibt trotzdem lediglich dem Langfristanleger überlassen, der an die Windtechnologie glaubt und zudem darauf setzen, dass sich die Nordex-Technik weiter bewährt.
Uns gefällt aber ein Bonus-Zertifikat mit Cap (UG4YFS), welches am 20. März 2026 ausläuft: Bleibt die bei 13 Euro platzierte Schwelle (Abstand aktuell rund 38 Prozent) bis dahin unverletzt, winkt eine Bonus-Rendite von 9,2 Prozent (14 Prozent p.a.). Kommt es hingegen zum Schwellenbruch, tilgt der Emittent in Aktien, die dann allerdings deutlich unter dem aktuellen Kursniveau notieren dürften.
Nordex-Aktie (Tageschart): intakter Aufwärtstrend



