Die schwache Konjunkturentwicklung in Europa sorgt auch bei den Kunden von Bilfinger für Zurückhaltung. Zudem belastet der Konflikt am Persischen Golf, Als Folge wird der Industriedienstleister etwas vorsichtiger mit seinen Erwartungen für das Gesamtjahr. Als Folge rutschte die Bilfinger-Aktie (590900) auf das tiefste Niveau seit Mitte 2025 ab.
Vor allem die hohen Energiepreise sorgen bei den Bilfinger-Kunden für eine gewisse Zurückhaltung. Aber auch der anhaltende Konflikt im Mittleren Osten bremst die Entwicklung. Trotzdem legte der Umsatz im zweiten Quartal um sieben Prozent auf 1,45 Milliarden Euro zu. Allerdings lag dieser Zuwachs eher am unteren Rand der Expertenerwartungen.
Beim operativen Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebita) ging es lediglich um rund vier Prozent auf 77 Millionen Euro nach oben. Noch schlechter wäre das Ergebnis ausgefallen, wenn sich nicht ein bereits eingeleitetes Kostensenkungsprogramm bereits positiv bemerkbar gemacht hätte. Trotzdem fiel die Ebita-Marge von 5,5 auf 5,3 Prozent zurück.
Bei den Anlegern kam zudem schlecht an, dass der Auftragseingang um 16 Prozent auf knapp 1,5 Milliarden Euro sank. Trotzdem peilt der Konzern weiterhin einen Umsatz in einer Spanne zwischen dem Vorjahresniveau von rund 5,4 Milliarden und 5,9 Milliarden Euro an. Die entsprechende Marge soll dabei zwischen 5,8 und 6,2 Prozent durchs Ziel gehen. Allerdings geht das Management nun davon aus, dass lediglich das untere Ende der Prognosespannen erreicht wird.
Die Bilfinger-Aktie, die zwischenzeitlich bis auf 129,30 Euro geklettert war, setzte nach den Zahlen, die Mitte August veröffentlicht wurden, ihre Korrekturbewegung fort. Nun muss sich zeigen, ob die Unterstützung im Bereich von 80,00 Euro (dem Niveau vom Sommer 2025) als robust erweist. Aus technischer Sicht könnte sonst ein Rückgang bis an die 60-Euro-Marke folgen.
Dagegen spricht allerdings die Fundamentalbewertung. So liegt das Kurs-Gewinn-Verhältnis (auf Basis der Schätzungen für 2027) lediglich bei elf. Hinzu kommt eine Dividenden-Rendite von 3,5 Prozent. Wir gehen daher davon aus, dass die Aktie auf dem aktuellen Niveau einen Boden findet. Langfristanleger können daher zugreifen.
Spannend wird es beim im November 2025 [HIER klicken] vorgestellten Discount-Zertifikat (LB6BBV) mit Cap bei 90,00 Euro und Bewertungstag am 18. September 2026. Denn aktuell sieht es so aus, dass das Cap-Niveau in der begrenzten Zeit nicht mehr erreicht werden kann. Somit dürfte das Produkt via Aktien getilgt werden. Der Einstandskurs liegt für Anleger, die im November zugriffen, bei 82,30 Euro. Somit wären Zertifikate-Käufer dann nur geringfügig im Minus. Wir raten daher dazu, das Papier bis zur Endfälligkeit zu halten.
Für einen neuen Einstiegsversuch raten wir jedoch zu einem anderen Discount-Zertifikat (LB6HT4) mit Bewertungstag am 18. Dezember 2026. Die Fakten dazu: Geht die Aktie über dem Cap bei 80,00 Euro über die Ziellinie, erhält der Anleger 80,00 Euro ausbezahlt, woraus sich aktuell eine Maximalrendite von 8,4 Prozent (25,1 Prozent p.a.) ergibt. Verweilt der Basiswert am Laufzeitende unter der 80er-Marke, tilgt der Emittent via Aktienlieferung. Der Einstandskurs liegt dann bei 73,67 Euro, was dem aktuellen Zertifikate-Kurs entspricht und einem Rabatt von rund sechs Prozent gegenüber dem Direktinvestment gleichkommt.
Bilfinger-Aktie (Tageschart): Hält die Unterstützung?



