Kürzlich knickte die Aktie von IVU Traffic Technologies (IVU) heftig ein und rutschte dabei sowohl unter die 200-Tage-Durchschnittslinie als auch unter die Ausbruchslinie (Abwärtstrend von 2021, siehe auch Tageschart unten). Das Doppeltop (Hochs vom August und Dezember 2025) schien damit vollendet und weitere Kursverluste wahrscheinlich. Doch dem Papier gelang eine zackige Wende und der Kurs schiebt sich nun, bis dato, wieder an die 200-Tage-Linie heran. Der scharfe Rückgang könnte sich somit noch als Bärenfalle erweisen – sicher ist das allerdings noch nicht.
Was war der Grund für den plötzlichen Absturz? Darüber kann nur spekuliert werden. Wahrscheinlich kam IVU in den Sog der allgemeinen Software-KI-Skepis, sprich, dass auch Prozesse, die bislang von der IVU-Telematik-Software erledigt werden, künftig von einer KI kostengünstiger abgearbeitet werden könnten. Gänzlich abwegig ist dieser Gedanke nicht, das Dispositionen von Zügen und/oder Bussen, Ressourcenplanung, Ticketing oder Fahrgastinformationen auch eine KI meistern kann. Allerdings dürfte IVU mit seiner Software tief in Prozesse verankert sein – und vielleicht kann IVU auch von KI profitieren, aber die KI-Disruption wird IVU zweifelsfrei betreffen.
Zur einstweilen rettenden Aufwärtsbewegung könnte die Nachricht beigetragen haben, dass der IVU-Vorstand plant, im Zeitraum vom 13. Februar bis 30. September 2026, bis zu 100.000 Aktien (entsprechend 0,56 Prozent des Grundkapitals) im Wert von maximal 2.000.000 Euro (ohne Erwerbsnebenkosten) über die Börse zurückzukaufen.
Darüber hinaus hat die IVU für das Jahr 2025 bekanntgegeben, ihre finanziellen Ziele erreicht beziehungsweise sogar übertroffen zu haben: Der Vorstand rechnet jetzt mit einem Umsatz von fast 150 Millionen Euro und einem Betriebsergebnis (Ebit) von mehr als 18 Millionen Euro, was jeweils eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr um mehr als zehn Prozent wäre.
Ein besonderes Schmankerl für die Aktionäre: Zur Feier des 25. Börsenjubiläums der IVU im Geschäftsjahr 2025 wollen Vorstand und Aufsichtsrat der Hauptversammlung am 28. Mai 2026 vorschlagen, die Dividende von 0,28 auf 0,30 Euro zu erhöhen und zusätzlich eine Sonder-Dividende von 0,25 Euro zu gewähren, insgesamt also 0,55 Euro je Aktie. Aktuell würde sich hieraus eine Dividenden-Rendite von 2,8 Prozent errechnen.
Derzeit wird IVU am Markt mit 353 Millionen Euro gehandelt, das entspricht mehr als dem doppelten Umsatz und, bezogen auf das geschätzte Ebit (~19 Millionen Euro), einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 18,6. Angesichts des Wachstums und der Kundenstruktur (ÖPNV) ist das nicht zu üppig, gleichwohl wird die Börse auch bei IVU Traffic Technologies künftig genau hinsehen, in welchem Ausmaß das Unternehmen von der KI-Disruption betroffen sein könnte.
IVU Traffic-Aktie (Tageschart): Gefahr nicht gebannt



