Tesvolt // Der Pionier bleibt agil

Von • 27. Januar 2022 • ServiceComments (0)1362

Als Pionier für Energiespeicherung im gewerblichen Bereich steht Tesvolt nicht nur operativ auf dem Strompedal, sondern baut auch Strukturen und die Finanzkraft aus. Ende 2021 schloss das Unternehmen eine Kapitalrunde über 40 Millionen Euro ab. Maßgeblicher Ankerinvestor dabei war ein Beteiligungsvehikel der Fürstenfamilie Liechtenstein.

Dass Tesvolt bei der Investorensuche von UBS und Berenberg auf Bankenseite begleitet wurde, zeigt die hohe Reputation der Wittenberger und lässt vermuten, dass ihre Ambitionen bei internationalen Kapitalgebern noch längst nicht am Ende sind.

Den Investoren der jüngsten Kapitalerhöhung dürfte zusätzlich Appetit gemacht haben, dass die Gesellschaft wenige Wochen zuvor den größten Auftrag der Firmengeschichte im Bereich Wasserstoff mit einem Umsatzpotenzial von rund 40 Millionen Euro an Land ziehen konnte. Die Erlöse könnten in dieser Höhe bereits bis Ende des kommenden Jahres geflossen sein. Mindestens genauso wichtig wie der Umsatz ist dabei die strategische Dimension des Deals, denn damit positioniert sich Tesvolt mit seinen Energiespeicherlösungen im Megamarkt Wasserstofferzeugung.

Für neue, aussichtsreiche Anwendungen ihrer Energiespeicher haben die Wittenberger offenkundig ein sicheres Gespür: Mit einer Beteiligung an Stercom Power Solutions wird Tesvolt nun auch im Bereich des induktiven Ladens von Fahrzeugen in der Elektromobilität aktiv. Eine erste leistungsstarke 44-kW Ladestation wollen die beiden Technologieführer in den kommenden Jahren entwickeln. Die Vision ist, dass Fahrzeuge künftig kontaktlos und schnell während des Parkens geladen werden.

Und die Branche tüftelt längst schon an Lösungsansätzen, mit denen Autos sogar künftig während der Fahrt mit neuer Energie versorgt werden. Neben neuen Geschäftsfeldern punktet das Unternehmen in angestammten Bereichen. Die internationale Expansion wird dynamisch vorangetrieben. Zudem hören wir, dass Tesvolt im Maritim-Bereich in jüngster Zeit bemerkenswerte Erfolge gefeiert hat und bei der Elektrifizierung von Schiffsantrieben einen Auftrag nach dem anderen gewinnt.

Die Wittenberger Erfolgsgeschichte hat ihren Anfang im Jahr 2014 genommen, als die Schulfreunde Daniel Hannemann und Simon Schandert das Unternehmen gründeten. Zwar nicht in einer Garage, aber immerhin auf einem Acker von Hannemanns Großvater. Inzwischen ist das Unternehmen längst auf Augenhöhe mit globalen E-Schwergewichten wie Tesla (A1CX3T), BYD (A0M4W9) oder auch Varta (A0TGJ5).

Es bleibt zu hoffen, dass der Aufbau von Know-how und Strukturen mit dem rasanten Wachstum Schritt hält. Bislang haben sich die beiden Gründer dabei stets als überlegt und vorausschauend gezeigt. Schon vor Jahren haben sie das Unternehmen übrigens auf eine sogenannte agile Struktur umgestellt. Dabei organisieren sich Expertenteams in allen Bereichen selbst. Eine zentrale Führungspersonen gibt es dabei nicht, auch bei Neueinstellungen in ihrem Bereich entscheiden die Teams und legen sogar das eigene Gehalt fest.

Das klappt erstaunlich gut und beschert Tesvolt eine deutlich unterdurchschnittliche Fluktuation, geringen Krankenstand und hilft bei der im Technologiebereich so schwierigen Personalgewinnung. Nun warten wir darauf, mit welchen News auf dem Wachstumspfad das noch junge Unternehmen als nächstes aufwartet, denn eines ist klar: Für Investoren wird das Unternehmen immer interessanter. Bislang allerdings ist das Unternehmen nicht an der Börse notiert.

Bildquelle: Tesvolt

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