Schon seit Jahresbeginn geht es mit der Salzgitter-Aktie Schritt für Schritt nach oben. Die Hoffnung auf höhere Stahlpreise und eine Konjunkturbelebung trieben den Titel kräftig an. Am heutigen Mittwoch nun eine Kaufempfehlung der Deutsche Bank-Analysten für ein Kursplus von rund acht Prozent, obwohl ein Großaktionär mitteilte, dass er seinen Anteil am Konzern weiter reduziert hat.
Doch der Reihe nach: Am Monatsanfang hatte Salzgitter die Zahlen für das dritte Quartal vorgestellt. Dabei meldete die Gesellschaft einen Rückgang des Außenumsatzes um rund elf Prozent auf 2,2 Milliarden Euro. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) klettere hingegen um rund 20 Prozent auf 107,2 Millionen Euro, wozu allerdings vor allem ein laufendes Sparprogramm erheblich beitrug.
Bei der Prognose für das Gesamtjahr ruderte der Stahlkonzern hingegen zurück. So geht der Vorstand nun von einem Umsatz leicht oberhalb von 9,0 Milliarden Euro aus, nachdem bislang eine Spanne von 9,0 bis 9,5 Milliarden Euro das Ziel war. Bei Ebitda sollen es nun 300 bis 350 Millionen Euro werden, hier waren im Vorfeld 400 Millionen Euro als Ziel ausgerufen.
Trotzdem konnte sich die Aktie gut entwickeln, da der Konzern vor allem auf eine Verbesserung in 2026 setzt. Dann sollen die Stahlpreise wieder deutlich anziehen. Dies sehen wohl auch die Analysten der Deutschen Bank so, die das Kursziel von 27 auf 40 Euro angehoben und nun einen Buy-Einschätzung vergeben.
Nicht ins Bild dazu passt allerdings die Nachricht, die ebenfalls am heutigen Mittwoch den Markt erreichte: Denn der Bauunternehmer Günter Papenburg hat eine Beteiligung am Stahlkonzern von zuletzt 24,1 auf 16,0 Prozent abgesenkt, nachdem er bereits im Oktober unter die 25-Prozent-Schwelle gefallen war. Dies ist eine Folge des gescheiterten Übernahmeversuchs aus dem Frühjahr, der damit nun endgültig vom Tisch ist.
Erst im Juni [HIER klicken] hatten wir die Salzgitter Aktie (620200) Konjunkturoptimisten ans Herz gelegt, damals bei Kursen um 20 Euro. Wer zu diesem Zeitpunkt zugriff, sitzt also schon auf einem ordentlichen Plus, kann diese Gewinne aber noch laufen lassen. Dafür spricht einerseits die Kaufempfehlung der Deutschen Bank, andererseits aber auch Charttechnik, die tatsächlich zunächst Luft bis zum Deutsche Bank-Kursziel bei 40 Euro lässt. Risiken bestehen allerdings weiterhin, wenn die Konjunktur in Europa weiter schwächelt. Trotzdem halten wir den Titel weiter für aussichtsreich und an schwachen Tagen für kaufenswert.
Etwas defensiver als das Direktinvestment ist ein Discount-Zertifikat (FA00P5) mit Cap bei 30 Euro und Bewertungstag am 19. Juni 2026. Rutscht der Basiswert am Laufzeitende unter die 30-Euro-Marke, tilgt der Emittent via Aktienlieferung. Der Einstandskurs liegt dann bei 27,30 Euro, was dem aktuellen Zertifikate-Kurs entspricht. Der Rabatt gegenüber dem Direktinvestment läge bei rund 17 Prozent. Geht die Aktie hingegen über dem Cap bei 30 Euro über die Ziellinie, erzielt der Anleger aktuell eine Maximalrendite von 9,9 Prozent (17 Prozent p.a.), da er dann 30 Euro in Cash ausbezahlt bekommt.
Salzgitter-Aktie (Tageschart): auf Kurs nach oben


