Wer hätte es gedacht: Die Merck-Aktie ist auf Jahressicht mit einem Abschlag von rund 32 Prozent der drittschlechteste DAX-Wert. Nur Symrise und Beiersdorf performten noch etwas schlechter. Zuletzt belastete den Wert ein angekündigter Chefwechsel, aber natürlich auch die Angst vor neuen Zöllen, die US-Präsident Donald Trump gegenüber Pharmakonzernen erheben will, die nicht in den USA produzieren.
Ein trauriges Bild liefert der Chart der Merck-Aktie (659990) in den vergangenen zwölf Monaten. Von einem Hoch im vergangenen Oktober oberhalb von 160 Euro ging es wie an der Schnur gezogen nach unten. Das jüngste Tief markierte der Titel vor wenigen Wochen knapp oberhalb der 100-Euro-Marke. Weniger als 100 Euro kostete der Titel des Pharma- und Spezialchemiekonzerns zuletzt im Jahr 2020, als die Corona-Pandemie ausgebrochen war. Anschließend erholte sich das Papier der Darmsädter kräftig und hatte schon Ende 2021 mit einem Xetra-Hoch bei 231,50 Euro sein Spitzen-Level erreicht.
Hauptgründe für die Kursschwäche in den vergangenen Monaten ist der Nachfrage-Mangel im Chemie-Segment, aber auch interne Unsicherheiten. So konnte auch eine frühe Nachfolge-Regelung für die amtierende Vorstandschefin Belén Garijo, deren Vertrag Ende April 2026 ausläuft, die Aktie nicht stabilisieren. Auf Garijo folgt Kai Beckmann, der aktuell Leiter der Elektroniksparte ist. Er profilierte sich vor allem durch die Neuausrichtung dieser Sparte und scheint daher für den Posten auch gut geeignet.
Charttechnisch sieht die Situation der Aktie weiterhin betrüblich aus: Der Abwärtstrend ist intakt und eine Bodenbildung nicht in Sicht. Allerdings ist die Marktkapitalisierung inzwischen massiv zusammengeschrumpft. Sie beträgt nur noch rund 45 Milliarden Euro. Mit Blick auf den Umsatz, der in diesem Jahr rund 21 Milliarden Euro betragen wird, wird der Konzern also nur noch in etwa mit dem Doppelten der Umsatzerlöse bewertet.
Auch das Kurs-Gewinn-Verhältnis von 15, auf Basis der geschätzten Erträge für 2026, zeigt an, dass die Merck-Aktie nicht mehr überbewertet ist. Daher scheint es nur eine Frage der Zeit zu sein, wann sich ein neuer Boden findet. Im aktuellen Umfeld, mit neuen Drohungen aus den USA, sollten Anleger aber noch auf Direkt-Engagement verzichten und vielmehr den Weg über einen rabattierten Einstieg versuchen.
Dazu bietet sich ein Discount-Zertifikat (PJ0AVU) mit Bewertungstag am 19. Juni 2026 und Cap bei 100,00 Euro. Geht die Aktie unter dem Cap durchs Ziel, kaufen Anleger den Titel zu 92,77 Euro, was einem Rabatt von 13 Prozent entspricht. Behauptet sich die Aktie zum Stichtag aber über dem Cap-Niveau, dann erhalten Anleger exakt 100,00 Euro ausbezahlt. Daraus ergibt sich eine Maximalrendite von 7,8 Prozent oder hochgerechneten 10,5 Prozent p.a., die über den entgangenen Aktienkauf hinwegtröstet.
Merck-Aktie (Tageschart): Wo ist der Boden?



