Können Anleger die Aktien deutscher Autobauer (wieder) anfassen, noch dazu die des gebeutelten Sportwagen-Herstellers Porsche? Die deutsche Autoindustrie befindet sich in einer tiefen Krise: Durch das im europäischen Green Deal verordnete Verbrennerverbot sind die Autokonzerne gezwungen quasi zwei Auto-Unternehmen, E-Autos und Verbrenner, in einem zu betreiben, was zwangsläufig die Marge belastet. Hinzu kommen steigende Rohstoffpreise und US-Zölle.
Diese Miesere-Melange ist auch bei den Halbjahreszahlen 2025 von Porsche abzulesen: Die Umsätze gehen um 6,7 Prozent auf 18,2 Milliarden Euro zurück und das operative Konzernergebnis sinkt von 3,1 auf 1,0 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis im Automobil–Bereich sackt sogar von 2,9 auf 0,8 Milliarden Euro ab, wodurch die Umsatzrendite im Automobil-Bereich von 16,4 auf mikrige 5,2 Prozent sinkt.
Rückläufige Margen quittiert die Börse in aller Regel mit einer Anpassung der Bewertung. Während die Anleger früher bei Porsche höhere Bewertung akzeptierten, dürfte das in Zukunft nicht mehr so sein, sofern die Margen nicht wieder deutlich steigen, das ist aber nicht absehbar.
Entsprechend deutlich fiel auch die Kurs–Korrektur bei Porsche (Vorzüge) aus: Die Aktie notiert derzeit bei knapp 47 Euro, kürzlich waren es 40 Euro – und sie kommt von 120 Euro (Mai 2023). Jüngst hat eine Bodenbildung stattgefunden, bei der auch der Abwärtstrend (siehe auch Tageschart unten) überschritten wurde. Allerdings steht die Aktie noch unter der 200-Tage-Linie – die nächste große charttechnische Hürde –, die derzeit bei 50,80 Euro verläuft.
Kann ein Wiederanstieg / Bodenbildung der Porsche-Aktie (Vorzüge) gelingen? Die Börse hat zuletzt nicht mehr drastisch auf Negativ-Nachrichten (Halbjahreszahlen) reagiert. Die bekannten Risiken (E-Mobilität, Verbrennerverbot, Rohstoffpreise oder Zölle) sollten im Kurs eingepreist sein. Was könnte die Aktie nach oben bringen?
Die Kunden von Porsche wollen einen Porsche kaufen und sind dafür bereit mehr zu bezahlen (Marge!). Die jüngst kommunizierte Abkehr von der E-Mobilität und die Renaissance der Verbrenner-Sparte wurden vom Markt deshalb positiv aufgenommen. Aber damit sind längst die Probleme von Porsche gelöst, es ist allenfalls ein guter Anfang.
Sollte Porsche sich dazu durchringen, wieder gute, sportliche und schöne Autos zu bauen, wird sich das auch in steigenden Kursen zeigen. Nur mutige Anleger könnten sich langfristig ein paar Stücke ins Depot legen. Ein positives Zeichen wäre das nachhaltige Überschreiten der 200-Tage-Linie.
Nachtrag vom 27. August 2025: Gerüchten zufolge will Porsche-Vorstandschef Oliver Blume seinen Spitzenposten räumen, um sich voll auf seine Aufgaben beim Volkswagen-Konzern konzentrieren zu können. Die Porsche-Aktie tendiert im frühen Handel deutlich im Plus.
Porsche-Aktie (Vorzüge, Tageschart): massive Hürden voraus



