Einen guten Start ins neue Geschäftsjahr meldete Wacker Neuson. Der Baumaschinenhersteller profitierte dabei von einer gestiegenen Nachfrage nach Kompaktmaschinen. Andererseits gab es wohl auch Nachholeffekte. Denn sowohl beim Umsatzanstieg als auch beim operativen Ergebnis konnte der Konzern die Analystenschätzungen leicht übertreffen. Die Wacker Neuson-Aktie profitierte davon allerdings (noch) nicht.
Der Umsatz kletterte im ersten Quartal um 19,8 Prozent auf 591,4 Millionen Euro. Da sich die Kosten in etwa auf dem Vorjahresniveau entwickelten, konnte das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 12,1 Millionen auf 41,5 Millionen Euro kräftig verbessert werden. Die entsprechende Ebit-Marge sprang von 2,5 Prozent auf sieben Prozent.
Vorstandschef Karl Tragl erkannte eine spürbare Erholung im europäischen Kernmarkt. Zudem betonte der CEO, dass die Effizienzmaßnahmen erfolgreich umgesetzt wurden und die Ertragskraft damit wieder deutlich gesteigert werden konnte. Keine Überraschung ist daher auch die Bestätigung der Prognose für das Gesamtjahr. Demnach soll der Umsatz zwischen 2,2 Milliarden und 2,4 Milliarden Euro (Vorjahr: 2,22 Milliarden Euro) durchs Ziel gehen. Die Ebit-Marge wird dabei in einer Bandbreite zwischen 6,5 Prozent und 7,5 Prozent, nach 6,5 Prozent in 2025, erwartet.
Die Wacker Neuson-Aktie (WACK01), die zwischenzeitlich von Übernahmeplänen nach oben und dann wieder nach unten geschoben worden war [Plusvisionen hatte berichtet; HIER klicken] konnte zuletzt kaum Boden gut machen, trotz der guten Zahlen. Dies liegt unter anderem auch an der Mitte Mai ausbezahlten Dividende von 0,70 Euro pro Aktie. Zudem belastet natürlich das weiterhin negative Umfeld.
Trotzdem zeigt der Chart an, dass die Aktie in den vergangenen Wochen keine neuen Tiefstände markierte. Zudem schickt sich der Titel an, den mittelfristigen Abwärtstrend zu brechen. Gleichzeitig erkennen wir im Bereich zwischen zum 17,50 und 18 Euro eine gute technische Unterstützungszone, die eine neue Bodenbildung möglich macht.
Fundamental ist das Papier mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von acht günstig bewertet. Hinzu kommt eine Dividenden-Rendite von rund drei Prozent, die den Wert zusätzlich gegen neue Kursverluste absichert. Langfristanleger, die an eine mittelfristige Erholung der deutschen Wirtschaft glauben, können also das erniedrigte Niveau weiterhin für limitierte Käufe nutzen.
Schade, dass es auf diesen Basiswert aktuell Anlagezertifikate gibt, denn speziell Discounter könnten vor dem Hintergrund der hohen Volatilität jetzt attraktive Konditionen aufweisen. Hier dürfen die Emittenten gerne nachlegen.
Wacker Neuson-Aktie (Tageschart): Bodenbildung läuft



