Deutliche Kursgewinne verzeichnete die Jenoptik-Aktie (A2NB60) am gestrigen Mittwoch. Auslöser war einerseits die Bestätigung der bereits vorab vorgelegten Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr, aber auch ein relativ optimistischer Ausblick, eine überraschend angehobene Dividende für das vergangene Jahr und ein neuer Vorstandschef, der spätestens im Oktober übernimmt, halfen dem Papier. Es wurde viel Unsicherheit aus der Aktie genommen.
Denn der Technologiekonzern will im kommenden Jahr den Umsatz im einstelligen Prozentbereich steigern. Vom Umsatz sollen rund 19 bis 21 Prozent als operatives Ergebnis (Ebitda) übrigbleiben. Dies ist etwas mehr als Analysten erwartet hatten, nachdem die entsprechende Marge im Jahr 2025 „nur“ bei 18,4 Prozent lag.
Die Verwaltung erwartet in den Kernmärkten Halbleiter, Medizintechnik, Messtechnik und Smart Mobility Zuwächse. Wenig überraschend kommt dabei natürlich die Warnung, dass es hohe Unsicherheiten in der Planung gibt – vor allem mit Blick auf das makroökonomische und politische Umfeld.
Auch die Nachfolge des vorzeitig im Februar ausgeschiedenen Ex-Vorstandschef Stefan Traeger, der gegebenenfalls auch wegen des Verkaufs der Rüstungssparte (die jetzt als Vincorion an die Börse ging, wir berichteten HIER), der kurz vor Beginn des russischen Angriffskrieges erfolgte, das Vertrauen von Investoren wohl verloren hatte, ist geklärt. Mit Dominic Dorfner übernimmt spätestens am 1. Oktober ein neuer CEO die Verantwortung.
Bis dahin dürfen sich die Aktionäre zunächst auf eine Dividenden-Zahlung von 0,40 Euro pro Aktie freuen. Das sind zwei Cent mehr als ein Jahr zuvor und deutlich mehr als Experten erwartet hatten – diese waren eigentlich von einer Dividenden-Kürzung ausgegangen.
Die Jenoptik-Aktie legte am Mittwoch in der Spitze knapp zehn Prozent zu. Sie beendete damit die zuletzt eingeleitete Korrektur und kehrte auf das Niveau vom Februar zurück. Auch auf diesem Level ist der Wert aber keinesfalls überteuert: Das Kurs-Gewinn-Verhältnis auf Basis der Schätzungen für 2026 liegt lediglich bei 15. Hinzu kommt eine Dividenden-Rendite von immerhin 1,4 Prozent.
Technisch wäre ein Sprung über den Widerstand bei 30 Euro ein neues Kaufsignal. Dann wäre der Weg zunächst bis zum Hoch aus 2023 bei 33 Euro frei, ehe der langfristige Abwärtstrend bei 35 Euro und das Rekordhoch im Bereich von knapp 38 Euro ins Visier gelangen. Langfristanleger können daher weiter Stücke an schwachen Tagen einsammeln.
Spannend ist aber auch ein Einstiegsversuch via Discount-Zertifikat. Ein gutes Beispiel ist ein Discounter (FE0NU1) mit Bewertungstag am 18. Dezember 2026 und Cap bei 30,00 Euro. Geht die Aktie unter dem Cap durchs Ziel, erwirbt der Anleger den Basiswert zum Preis von 25,43 Euro, was dem aktuellen Zertifikatepreis entspricht. Verbleibt der Titel hingegen am Laufzeitende über dem Cap-Level, dann tilgt der Emittent in Cash. Der Anleger erhält dann 30,00 Euro, woraus sich eine Maximalrendite von 18 Prozent oder hochgerechneten 23,6 Prozent ergibt, die über den entgangenen Aktienkauf mehr als entschädigt.
Das im Sommer [HIER klicken] vorgestellte Discount-Zertifikat (PC4D11)mit Bewertungstag am 19. Dezember 2025 und Cap bei 18 Euro wurde übrigens zum Macimalbetrag getilgt. Anleger erzielten einen Gewinn von 8,6 Prozent oder hochgerechneten 16,6 Prozent.
Jenoptik-Aktie (Tageschart): neues Jahreshoch nach Pullback



