Die Diskussion über die Zukunft der CO2-Zertifikate sorgte bei der Heidelberg Materials-Aktie (604700) in den vergangenen Tagen für eine deutliche Korrektur. Allerdings legte der Bauzulieferer nun frische und gute Zahlen für das vergangene Geschäftsjahr 2025 vor. Trotz eines zuversichtlichen Ausblicks auf 2026 kann die Aktie ihre kurzfristige Abwärtsbewegung aber noch nicht stoppen.
Es klingt nahezu aberwitzig: Als Konzern mit einem hohen CO2-Ausstoß müsste Heidelberg Materials eigentlich die Tatsache helfen, dass die Europäische Union (EU) über eine Ausdehnung kostenloser CO2-Zertifikate nachdenkt. Der Kapitalmarkt sieht dies allerdings aktuell genau anders. Denn die Heidelberger wären, dank ihrer technologischen Stärke, in der Lage, Zement mit geringen CO2-Emissionen herzustellen. Viele kleine Mitbewerber können dies allerdings nicht. Daher sorgt die technologische Stärke in diesem Fall, so die Meinung der Analysten, sogar für einen Wettbewerbsnachteil.
Wie die politischen Entscheidungen nun ausfallen, ist nicht prognostizierbar. Zu viele Einflussfaktoren bestimmen letztendlich, wohin die Richtung tatsächlich geht. Fest steht aber, dass Heidelberg Materials weiterhin sehr gut im Geschäft ist. So stieg der Konzernumsatz im vergangenen Geschäftsjahr und 1,4 Prozent auf 21,5 Milliarden Euro.
Das Ergebnis des laufenden Geschäftsbetriebs erreichte gar den Rekordwert von 3,4 Milliarden Euro, was einem Plus von rund sechs Prozent entsprach. Beim bereinigten Ergebnis pro Aktie kam es zu einer Verbesserung von rund vier Prozent auf 12,41 Euro. Beim Ergebnis des laufenden Geschäftsbetriebs erwartet der Konzern für 2026 zudem einen Anstieg auf bis zu 3,75 Milliarden Euro.
Allerdings hatten die Analysten bereits im Vorfeld mit ähnlich guten Zahlen und auch einen optimistischen Ausblick kalkuliert, so dass sich die jüngste Konsolidierung der Aktie am gestrigen Mittwoch fortsetzte. Fundamental können wir aber keinerlei Überbewertung feststellen, da das Kurs-Gewinn-Verhältnis von 13 (auf Basis der Schätzungen für 2027) attraktiv erscheint. Hinzu kommen eine Dividenden-Rendite von knapp zwei Prozent und Hoffnungen auf das deutsche Milliarden-Programm zur Konjunkturbelebung.
Charttechnisch hat die Aktie allerdings ihren Aufwärtstrend verlassen müssen. Zudem ist die 200-Euro-Marke gefährdet. Daher kann es durchaus zu einer weiteren Korrektur kommen, die den Wert – im schlechtesten Fall – in die Unterstützungszone zwischen 150 und 170 Euro führen kann. Aktuell drängen sich daher Direkt-Investments nicht auf, zumal das kurzfristige Sentiment des Titels eher negativ ist.
Während die Aktie gegenüber unserer Besprechung im September 2025 [HIER klicken] nahezu unverändert notiert, ist das damals vorgestellte Discount-Zertifikat (SX120E) mit Cap bei 200 Euro und Bewertungstag am 19. Juni 2026 sogar im Plus. Den damalige Zertifikate-Preis bei 177,55 Euro (aktuell: 180,40 Euro) sehen wir weiter als sinnvollen Einstandskurs für die Aktie an. Das Rabatt-Papier darf daher im Depot bleiben.
Für ein Neuengagement wählen wir den Cap allerdings nun etwas tiefer. Unser aktueller Favorit ist ein Discount-Zertifikat (VH914W) mit Cap bei 190 Euro und Bewertungstag am 18. September 2026. Geht die Aktie über dem Cap bei 190 Euro über die Ziellinie, erhält der Anleger 190 Euro ausbezahlt, woraus sich aktuell eine Maximalrendite von 9,7 Prozent (16,7 Prozent p.a.) ergibt. Verweilt der Basiswert am Laufzeitende unter der 190er-Marke, tilgt der Emittent via Aktienlieferung. Der Einstandskurs liegt dann bei 173,16 Euro, was dem aktuellen Zertifikate-Kurs entspricht und einem Rabatt von mehr als 13 Prozent gleichkommt.
Heidelberg Materials-Aktie (Tageschart): gebrochener Aufwärtstrend



