Der deutsche Maschinenbau steckt in der Krise: hohe Energiekosten (die Energiewende!), satte Lohnstückkosten, üppige Bürokratie und schließlich noch die wachsende Konkurrenz aus China. Auch beim Hersteller von Spezialdruckmaschinen (Verpackungen oder Banknoten), Koenig & Bauer, ist das am Chart des Aktienkurs und an den Zahlen abzulesen.
Die Aktie befindet sich letztlich bereits schon seit 2018 in einem Abwärtstrend (siehe Tagechart unten). Zeitweise gibt es immer wieder Hoffnungsrallye, die aber ebenso regelmäßig wieder in sich zusammenfallen. Gerade ist wieder so eine Kursimplosion zu beobachten, bei der die Unterstützungslinie bei knapp unter zehn Euro schon wieder unterschritten wurde – die nächste Haltelinie findet sich nun bei 7,30 Euro, dem Tief vom Oktober 2024. Optimismus sieht anders aus.
Ein ähnliches Bild bei den Daten zu Koenig & Bauer: Der Börsenwert des Unternehmens ist aktuell auf 159 Millionen Euro abgeschmolzen. Das ist erstaunlich wenig für ein Unternehmen, mit einem Umsatz von 860,9 Millionen Euro (plus fünf Prozent zum Vorjahreszeitraum) in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahrs.
Allerdings blieb davon lediglich ein Betriebsgewinn (Ebit) von 1,6 Millionen Euro, wobei das auch als Erfolg gewertet werden kann, schließlich betrug der Verlust im gleichen Zeitraum im Jahr zuvor 55,6 Millionen Euro, womit sich die Ebit–Marge von minus 6,8 Prozent auf plus 0,2 Prozent verbesserte. Unter dem Strich war das Konzernergebnis nach wie vor mit 22,8 Millionen Euro im roten Bereich; im Vorjahr stand hier ein Minus von 77,3 Millionen Euro.
Das Eigenkapital schmolz leicht auf 330,3 Millionen Euro ab. Die Nettofinanzposition betrug 196,6 Millionen Euro. Der Börsenwert bewegt sich bei Koenig & Bauer somit ungefähr auf dem Niveau der harten Substanz. Mehr billigt die Börse dem Druckmaschinen-Hersteller derzeit nicht zu.
Dabei ist der Auftragsbestand mit 1.035,7 Millionen Euro (minus 4,1 Prozent im Vorjahr) durchaus erfreulich, auch wenn der Auftragseingang im Neunmonatszeitraum um 13,3 Prozent auf 856,8 Millionen Euro sank.
Für das Gesamtjahr 2025 erwartet Koenig & Bauer ein leichtes Umsatzwachstum auf 1,3 Milliarden Euro und ein operatives Ebit zwischen 35 und 50 Millionen Euro (Neunmonatszeitraum: 6,4 Millionen Euro).
Angesichts der angespannten Gesamtsituation im Maschinenbau (auch US-Zölle), des geringen Wachstums und der (zurzeit, Besserung deutet sich an) niedrigen Marge bei Koeing & Bauer wird die Börse nicht zu Bewertungssprüngen bereit sein. Ein Börsenwert im Bereich des Eigenkapitals abzüglich Schulden, kann aber bei jedem Hoffnungsschimmer einen Kursanstieg bedeuten. Die Aktie bleibt spekulativen Anlegern vorbehalten. Ein Plus bei Koenig & Bauer sind sicherlich die Ankeraktionäre (Leibinger mit 20,0 Prozent oder Koenig’sche Aktionärsvereinigung mit 16,7 Prozent)
Koenig & Bauer-Aktie (Tageschart): Abwärtstrend



