In Deutschland und nicht nur dort wird gespritzt und gefüllt. Botox– und Filler–Behandlungen (nicht nur bei Frauen) sind, was die Akzeptanz angeht, vom Frisör-Besuch kaum noch zu unterscheiden. Begonnen wird dabei schon in jungen Jahren und nicht erst im höheren Alter, wenn sich die ersten Risse und Ermüdungen zeigen. Von diesem Trend profitieren die M1 Kliniken [siehe auch Plusvisionen HIER], die sich auf Beauty-Medizin spezialisiert haben. Die Aktie zieht seit einiger Zeit wieder an und hat zwei entscheidende charttechnische Hürden genommen. Spaß machen bei M1 auch die Marge und die (voraussichtliche) Dividende.
Abgeschlossen ist nun der Rückzug aus dem Handelsgeschäfts mit dem zum 31. Januar 2026 vollzogenen Verkauf der Haemato Pharm an die Phoenix durch die zu 85 Prozent von M1 Kliniken gehaltene M1 Aesthetics (vormals: Haemato). Auf Konzernebene sanken dadurch die Umsätze im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 183,5 auf 76,6 Millionen Euro. Der Betriebsgewinn (Ebit) erreichte dennoch 15,6 Millionen Euro, nach 18,0 Millionen Euro in der Vorjahresperiode, wodurch die Ebit-Marge bei 20,4 Prozent liegt (H1 2025: 9,8 Prozent). Das Ergebnis je Aktie beziffert sich auf 0,52 Euro, nach 0,63 Euro.
Spannend ist auch die Cash-flow-Entwicklung durch den Verkauf: Der Geldfluss aus Investitionstätigkeit klettert von minus 16,0 auf plus 22,7 Millionen Euro, sodass sich der Netto-Cash-flow von 18,6 auf 23,5 Millionen Euro verbessert. Der Kassenbestand legte so von 32,9 auf 60,5 Millionen Euro zu.
Im verbleibenden Kern- und Zukunftssegment Beauty stieg der Umsatz um elf Prozent auf 56,9 Millionen Euro und das Ebit um 23,8 Prozent auf 18,6 Millionen Euro, woraus sich ein sehr stattliche Ebit-Marge von 32,7 Prozent (H1 2025: 29,4 Prozent) errechnet.
Durch nationale und internationale Expansion bei den Fachzentren strebt M1 im Beauty-Segment bis 2029 einen Umsatz von 200 bis 300 Millionen Euro bei einer nachhaltigen Ebit-Marge von mindestens 20 Prozent an. Übergeordnetes Ziel bleibe es, laut M1, M1 Med Beauty als weltweit führende Marke für ästhetische Medizin zu etablieren.
Derzeit werden die M1 Kliniken mit 372,0 Millionen Euro an der Börse bewertet. Mit Blick auf den mittelfristigen angestrebten Umsatz und die zu erwartende Ebit-Marge ist das eher konservativ, aber M1 muss diese Umsätze ohne den Handelsbereich auch erst erreichen. Wird im laufenden Geschäftsjahr ein Gewinn je Aktie von 1,15 Euro erreicht (prognostiziertes KGV: 17,4), könnte das eine Dividende von 0,75 Euro je Aktie bedeuten (Dividende für 2025: 1,20 Euro). Aktuell entspräche dies einer Dividenden–Rendite von attraktiven 3,7 Prozent.
Charttechnisch hat die M1-Aktie den Abwärtstrend hinter sich gelassen und den Widerstand bei 19,30 Euro überwunden. Kürzlich gab es ein Pullback zur Ausbruchslinien. Die nächste Barriere ist das Hoch aus dem Jahr 2024 bei 21,90 Euro.
M1 Klinken-Aktie (Tageschart): wichtige Widerstände überwunden



