Wo Software draufsteht, da ist auch Software drin – und Software ist an der Börse derzeit nicht gerade gefragt, wegen künstlicher Intelligenz (KI), die Software demnächst vielleicht ganz oder teilweise ersetzen und so die Geschäftsmodelle von Software-Firmen ins Wanken bringt oder bringen könnte. Diesem Negativ-Sog konnte sich zuletzt auch Fabasoft nicht entziehen.
Zu Jahresanfang beschleunigte sich nochmals die Abwärtsbewegung bei dem Spezialisten für Dokumenten- und Akten-Verwaltung. Dabei wurde auch die wichtige Unterstützungslinie im Bereich von 14,50 Euro unterschritten, die über Jahre (2022, 2024 und 2025) guten Halt geboten hatte (siehe auch Tageschart unten). Der Fabasoft-Kurs fing sich erst bei knapp über zehn Euro wieder. War das der finale Sell-out?
Ab Ende April ging es dann aufwärts. Nun befindet sich die Notierung auf einem sehr spannenden charttechnischen Niveau. Bei 14,00/14,50 Euro verläuft die abwärts gerichtete 200-Tage-Durchschnittslinie, die langfristige Abwärtstrendlinie – die Baisse bei Fabasoft läuft nun schon seit Anfang 2021 – und die alte Unterstützungslinie bei 14,50 Euro, die nun Widerstandslinie ist.
Gelänge der Bruch der Dreifach-Barriere, lägen Kurse von 20 Euro (nächste massiverer Widerstand) durchaus im Bereich des Möglichen. Dafür spricht der aktuelle kurzfristige Aufwärtstrend und die sehr reife Baisse.
Wie sieht es fundamental bei Fabasoft aus? Kürzlich haben die Österreicher die Geschäftszahlen für das Jahr 2025/26 (bis Ende März) vorgelegt: Danach erhöhten sich die Umsätze von 86,8 auf 90,0 Millionen Euro. Sehr schön: Die wiederkehrenden Erlöse stiegen um 12,5 Prozent auf 54,9 Millionen Euro. Das spricht für Stabilität, zumal Fabasoft viele Auftraggeber der öffentlichen Hand hat.
Der Betriebsgewinn (Ebit) verbesserte sich von 13,3 auf 15,7 Millionen Euro. Das entspricht einer stattlichen Ebit-Marge von 17,4 (Vorjahr: 15,3) Prozent. Der betriebliche Cash-flow sank jedoch 23,1 auf 20,2 Millionen Euro. Das mag auch daran liegen, dass Fabasoft mit 26,5 Millionen Euro (Forschungsquote: 29,4 Prozent) einen Batzen Geld in die Weiterentwicklung seiner Produkte steckte. Beeindruckend bleibt der Cash-Bestand von 41,8 (Vorjahr: 34,3) Millionen Euro, der zum Teil auch den öffentlichen Auftraggebern geschuldet ist, die bei ihren Vendoren gerne eine komfortable Kassen-Situation sehen wollen.
Geschäft und Bilanz von Fabasoft stehen sehr gut da. Mit der eigenen Such- und Dokumentationssoftware Mindbreeze verfügt das Unternehmen schon länger über eine KI-Anwendung. Gleichwohl, das zeigen die Forschungsaufwendungen, muss Fabasoft viel investieren, um dran zu bleiben. Letztlich drückt das tendenziell auf die Marge. Noch ist diese sehr ansprechend, was eine Höherbewertung zulässt.
Interessant die bei Fabasoft auch die Dividende: Der Hauptversammlung am 8. Juli sollen 0,50 Euro je Aktie vorgeschlagen werden. Zurzeit entspräche das einer attraktiven Dividenden-Rendite, so die HV zustimmt, von 3,6 Prozent. Ein deutliches Statement in Richtung Aktionäre.
Fabasoft-Aktie (Tageschart): Entscheidung voraus




