Nach dem Bruch des kurzfristigen Abwärtstrends und dem anschließenden Pullback zur Ausbruchslinie und auch in die Nähe der 200-Tage-Durchschnittslinie, die eine Unterstützung darstellt, bewegt sich die Aktie von FlatexDegiro wieder nach oben. Die nächsten Widerstände befinden sich nun bei knapp 39 Euro, mit den Hochs vom April beziehungsweise Juli und dem Allzeithoch bei rund 42 Euro vom Januar (2026). Reicht die derzeitige Dynamik diese zu überwinden?
Gestern (23. Juli) präsentierte der Online–Broker seine vorläufigen Zahlen für das zweite Quartal. Diese fielen durchaus erfreulich aus: Der Umsatz verbesserte sich gegenüber dem Vorjahresquartal um 26 Prozent auf 167 Millionen Euro. Das Konzernergebnis legte sogar um 55 Prozent auf 61 Millionen Euro zu. Damit erzielte FlatexDegiro erstmals in der Unternehmensgeschichte ein Quartals-Konzernergebnis von mehr als 60 Millionen Euro und ein Halbjahres-Konzernergebnis von mehr als 115 Millionen Euro.
Die guten Zahlen des zweiten Quartals sorgen auch im Vorstand für Optimismus. Obwohl FlatexDegiro erst kürzlich die Prognose nach oben angepasst hat [siehe Plusvisionen HIER], schärft die Geschäftsleitung jetzt noch einmal nach: Das Konzernergebnis wird nun für 2026 in einer Spanne von 200 bis 230 Millionen Euro erwartet, was einem Wachstum von etwa 25 bis 43 Prozent gegenüber 2025 entspricht, bisherige lag die Erwartung des Vorstands bei rund 200 Millionen Euro. Der Umsatz wird weiter unverändert auf 650 Millionen Euro geschätzt.
Mit den 115 Millionen Euro aus dem ersten Halbjahr hat FlatexDegiro bereits die Hälfte der oberen Bandbreite erreicht. Kann die zweite Hälfte (der oberen Bandbreite) im zweiten Halbjahr erwirtschaftet werden? Dazu müssen sicherlich auch die Märkte (Volatilität) mitmachen. Durch die Skalierbarkeit des Geschäftsmodells verfügt der Vorstand allerdings über ein gutes Steuerungsinstrument, so führten im ersten Halbjahr rückläufige Aufwendungen zu dem überproportionalen Ergebnisplus.
Wesentliche Treiber waren geringere Personalaufwendungen, die mit 24,1 Millionen Euro merklich unter dem Wert des Vorjahresquartals mit 30,5 Millionen Euro als auch Vorquartal mit 28,6 Millionen Euro lagen. Der Marketingaufwand stieg zwar im zweiten Quartal im Jahresvergleich von sieben auf 8,6 Millionen Euro, sanken jedoch deutlich gegenüber den 21,0 Millionen Euro aus dem ersten Quartal. Dennoch wurden im zweiten Quartal rund 89.300 neue Kundenkonten eröffnet. Die Zunahme hat sich aber im Vergleich zum Vorjahr verlangsamt: Q2 2025: 103.100 neue Kundenkonten.
Derzeit kommt FlatexDegiro auf einen Börsenwert von 4.075,0 Millionen Euro. Würde tatsächlich die obere Bandbreite beim Ergebnis erreicht, würde sich ein prognostiziertes Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von aktuell 17,7 errechnen. Mit Blick auf Wachstumschancen und Skalierbarkeit ist das eher modert, zumal mit der Reform der privaten Altersvorsorge – Altersvorsorgedepot ab Januar 2027 – noch ein Ergebnis-Booster auf die Branche zukommen könnte. Das macht neue Hochs bei der FlatexDegiro-Aktie wahrscheinlich.
FlatexDegiro-Aktie (Tageschart): aufwärts nach Pullback



