Siegen im Sternbild des Orion. Dafür steht Vincorion, dessen Name sich aus dem lateinischen Vincere (Siegen) und Orion zusammensetzt. Der Börsengang war schon mal recht erfolgreich, zumindest für den Finanzinvestor Star Capital, der das Unternehmen 2022 vom Technologie-Konzern Jenoptik (A2NB6) für rund 130 Millionen Euro abkaufte und damit den Nerv der Zeit – Rüstungsinvestitionen – recht gut traf.
Am 20. März (2026) wurden alle 20.297.500 Aktien aus dem Bestand von Star Capital zum Angebotspreis von 17,00 Euro je Aktie an der Börse Frankfurt (Prime Standard) platziert. Das gesamte Platzierungsvolumen betrug somit 345 Millionen Euro (bei vollständiger Ausübung der Greenshoe-Option), womit Star Capital das 2,7-fache seines Einsatzes einstrich – ein gutes Geschäft!
Eine Kapitalerhöhung mit neuen Aktien, etwa zur Wachstumsfinanzierung (bei einem operativen Cash-flow von 38 Millionen Euro im Jahr 2025 vielleicht auch nicht notwendig), gab es nicht, der Finanzinvestor könnte die Gunst der Stunde – Iran-Krieg – genutzt haben, um 52,5 Prozent seiner Stücke abzugeben. Mit 47,5 Prozent bleibt Star Capital einstweilen der Ankeraktionär von Vincorion.
Im Top erreichte das Papier am Tag es Börsengang ein Tageshoch von 19,93 Euro und ging mit 18,70 Euro aus dem Handel. Das Tagestief lag bei 18,16 Euro. Derzeit notiert die Vincorion–Aktie bei 17,40 Euro und einem Marktwert von 870,0 Millionen Euro, beim Börsengang waren es 850 Millionen Euro, bei insgesamt 50 Millionen Aktien.
Vincorion beschreibt sich als Entwickler und Hersteller von Energie- und Mechatronik-Lösungen für Verteidigungsplattformen (Fahrzeugsysteme) und Luftfahrtsysteme (Energiesysteme) und will die gesamte Wertschöpfungskette von der Entwicklung über die Fertigung bis zur Instandhaltung abdecken. Hauptsitz ist in Wedel bei Hamburg, darüber hinaus gibt es noch Standorte in Bayern (Altenstadt) und Nordrhein-Westfalen (Essen) sowie einer US-Niederlassung (El Paso) mit aktuell insgesamt rund 900 Beschäftigten. Die Produkte kommen beispielsweise im Flugabwehrsystem Patriot, im Kampfpanzer Leopard oder im Schützenpanzer Puma zum Einsatz.
2025 kam Vincorion, laut Wertpapierprospekt auf einen Umsatz von 240,3 Millionen Euro, 2023 waren es noch 162,7 Millionen Euro. Der Betriebsgewinn (Ebit) verbesserte sich im Zeitraum 2023 bis 2025 von 8,7 auf 33,7 Millionen Euro und der Nachsteuergewinn von 1,2 auf 19,3 Millionen Euro. Das sind beachtliche Zahlen.
Den adressierbaren Gesamtmarkt schätzt Vincorion 2025 auf ein Volumen von rund zwölf Milliarden Euro und soll bis zum Jahr 2030 voraussichtlich mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von rund acht Prozent wachsen. Derzeit kann der Rüstungszulieferer einen festen Auftragsbestand von 435 Millionen Euro vorweisen, gemeinsam mit den erwarteten Aufträgen ergäbe sich, laut Unternehmen, sogar ein Gesamtauftragsbestand von rund 1,1 Milliarden Euro (Stand Ende 2025).
Wieder ein spannendes Unternehmen auf dem deutschen Kurszettel, das von den Investitionen in den Rüstungsbereich profitieren wird. Mit dem 3,6-fachen des Umsatzes und einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 45 ist Vincorion allerdings derzeit schon stattlich bewertet (auf Basis der 2025-Zahlen), auch wenn der Auftragsbestand stattlich und die Ebit-Marge mit 14 Prozent ordentlich ist. Es könnte sich lohnen, die Aktie im Auge zu behalten.
Vincorion-Aktie (5-Minuten-Chart): abgebröckelt



