Anfang Januar 2021 stand die Infineon–Aktie auf einem ähnlichen Niveau wie aktuell, bei etwa 36,60 Euro. Damals hatte das Papier nach dem kurzen und heftigen Corona–Einbruch, eine fulminante Hausse hinter sich – und noch einen Teil vor sich (bis November 2021). Seitdem gab es immer wieder heftige Ausschläge, wie jüngst der KI–Knick, aber per saldo hat sich in den zurückliegenden (fast) fünf Jahren der Kurs nahezu nicht bewegt.
Bei rund 38,50 Euro scheint ein massiver Deckel auf der Infineon-Kursentwicklung zu liegen. Immer wieder ist die Notierung hier nach unten abgeprallt. Gerade steht die Aktie wieder an dieser Marke (siehe auch Tageschart unten). Könnte diesmal der Ausbruch nach oben gelingen?
Für das laufende Geschäftsjahr 2026 (bis 30. September 2026) wird von Infineon ein „moderat steigenden Umsatz erwartet“. Die bereinigte Brutto–Marge sollte im niedrigen Vierziger-Prozentbereich und die Segmentergebnis-Marge im hohen Zehner-Prozentbereich liegen. Investitionen seien in Höhe von etwa 2,2 Milliarden Euro geplant und der freie Cash-flow wird auf einen Wert von etwa 1,1 Milliarden Euro taxiert.
Im vergangenen Geschäftsjahr 2025 sank der Umsatz leicht von 15,0 auf 14,7 Milliarden Euro. Das Betriebsergebnis verringerte sich von 2,2 auf 1,5 Millionen Euro. Nach Steuern wurden 1,0 Millionen Euro erwirtschaftet, nach 1,3 Milliarden Euro im Jahr 2024.
Rund 50 Prozent des Umsatzes kamen dabei aus dem Automotiv–Bereich, der traditionell zum Kerngeschäft von Infineon zählt. Das war in den letzten Jahren sicherlich eine Belastung. Doch der Halbleitproduzent will sich stärker diversifizieren. Power- und Sensor-Systeme machen schon jetzt einen Umsatzanteil von 29 Prozent aus; hinzu kommen Systeme für erneuerbare Energien (elf Prozent) und Connected-Secure-Systems (zehn Prozent).
Aufgrund seiner Power–Systeme wird Infineon auch als KI–Gewinner gesehen, da diese bei einer effizienten Energieversorgung von Rechenzentren benötigt werden. Die Nachfrage nach „KI-Anwendungen“ dürfte einstweilen hoch bleiben, wovon auch Infineon profitieren könnte. Positiv ist auch die Zusammenarbeit mit Lenovo (chinesischer PC-Produzent) im Bereich KI (um eventuell die Abhängigkeit vom Auto-Segment zu verringern).
Langfristanleger sollten darauf achten, ob es der Infineon-Aktie in naher Zukunft gelingt, den Bereich von 38/39 Euro zu überschreiten. Das wäre ein erster Schritt die Seitwärtsbewegung zu verlassen. Die nächsten Hürden fänden sich dann bei rund 40,00 Euro und bei 43,20 Euro. Scheitert die Infineon-Aktie an dieser Widerstandszone, dürfte ein Rückschlag bis auf 30,00 Euro und eventuell darunter folgen.
Infineon-Aktie (Tageschart): Gelingt der Ausbruch aus dem Seitwärtstrend?



