Jetzt ging es doch recht schnell, Plusvisionen hatte HIER vergangene Woche über die Norma Group berichtet. Der Spezialist für Verbindungselement verkauft seine Wasser-Sparte, so eine Meldung von heute, für rund eine Milliarde Dollar – umgerechnet 850,0 Millionen Euro – an das US-Unternehmen Advanced Drainage Systems. Die Börse reagiert (zunächst) mit einem Minus von 7,5 Prozent, womit die Marktkapitalisierung aktuell 525,7 Millionen Euro beträgt.
Norma erwartet einen Nettomittelzufluss in Höhe von 620 bis 640 Millionen Euro. Die Summe ergibt sich aus dem Erlös abzüglich Steuern und Transaktionskosten. Aus dem Verkaufserlös sollen rund 300 Millionen Euro zum Abbau von Schulden verwendet werden. Bis zu 70 Millionen Euro wird das Unternehmen voraussichtlich für wertsteigernde Zukäufe zum Ausbau der Geschäftseinheit Industry Applications vorhalten.
Der Vorstand plant, den verbleibenden Teil des Nettomittelzuflusses an die Aktionäre zurückzuführen, in einem ersten Schritt möglicherweise durch ein Aktienrückkaufprogramm. Vorstand und Aufsichtsrat werden über die Verwendung der Erlöse noch beraten.
630 Millionen Euro Verkaufserlös minus 370 Millionen Euro Erlösverwendung ergibt 260 Millionen Euro. Derzeit sind 31.862.400 Norma-Aktien im Umlauf. Es blieben daher 8,16 Euro je Aktie für die Aktionäre, wenn Vorstand und Aufsichtsrat so entscheiden.
Derzeit notiert die Norma-Aktie bei 16,80 Euro. Rund die Hälfte des Börsenwerts ist somit, bei der nun nahezu schuldenfreien Norma, vom Kassen–Bestand gedeckt. Das Eigenkapital betrug zuletzt 648,4 Millionen Euro oder 20,35 Euro je Aktie. Bei Norma sind ergo zurzeit 28,51 Euro je Aktie Substanz oder Cash (plus 70 Millionen Euro reserviert für Investitionen). Das ist eine erstaunlich robuste Situation für das Unternehmen.
Für die fortgeführten Geschäftsaktivitäten erwartet der Vorstand einen Umsatz von 810 bis 830 Millionen Euro (bisher inklusive Wasser: 1,1 bis 1,2 Milliarden Euro). Die bereinigte Ebit–Marge soll dabei nun null bis ein Prozent betragen (bisher einschließlich Wasser: sechs bis acht Prozent). Auch ohne die Wasser-Sparte verbrennt Norma (einstweilen) kein Geld.
Angesichts dieser Marge könnte aber so manch einem der Gedanke kommen, dass es besser wäre, Eigenkapital und Cash an die Aktionäre auszuschütten und das Unternehmen zu schließen. Der Vorstand muss somit rasch die Marge / Kapitalrendite steigern.
Norma-Aktie (Tageschart): vorsichtige Börsen-Reaktion



