Wenn auch der erst seit Januar amtierende Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, Sven Schulze (CDU), zu IBU-tec advanced materials kommt, dann muss etwas Besonderes geschehen sein. Und so ist es auch. Denn die Chemiegesellschaft feierte Richtfest für einen neuen Sprühturm, der ein wichtiger Bestandteil einer Produktionsanlage ist, die als das bedeutendste Vorhaben der Firmengeschichte gilt. Auch die IBU-tec-Aktie (A0XYHT) konnte von dem Event und den Perspektiven der Gesellschaft profitieren.
Tatsächlich war jede Menge los am Produktionsstandort in Bitterfeld-Wolfen. Denn an das Richtfest, an dem zahlreiche Ehrengäste aus Politik und Wirtschaft teilnahmen, schloss sich auch ein spannender Kapitalmarkt-Tag im dortigen Chemiepark an, den auch Plusvisionen besuchte. Da das Geschäft von IBU-tec erklärungsbedürftig ist, sind derartige Informationsveranstaltungen sehr sinnvoll. Denn CEO Jörg Leinenbach sowie Mitvorstand und Firmengründer Ulrich Weitz nutzten die Gelegenheit, die neuesten Firmen-Entwicklungen im Detail zu erklären.
So soll die neue Produktionsanlage bei der Herstellung von LFP-Kathodenmaterial zum Einsatz kommen, welches in der Elektromobilität für die Herstellung von Batterien benötigt wird. Die neue Anlage verfügt über eine Kapazität von 15.000 Tonnen, die sich die Volkswagen-Tochter PowerCo in einer langfristigen Partnerschaft vollständig gesichert hat. Im Gegenzug sorgt das entsprechende Joint Development Agreement für die Refinanzierung. Wie genau die Vereinbarungen aussehen, bleibt geheim. Fest steht aber, dass es IBU-tec dadurch möglich ist, die neue Anlage ohne neue Fremdmittel zu bauen.
Allerdings wird es noch eine gewisse Zeit dauern, ehe dort auch wirklich Geld verdient werden kann. Denn die Inbetriebnahme ist für das Jahr 2028 vorgesehen. So erklärt sich auch die neue Langfrist–Guidance der Gesellschaft: Sie sieht bis zum Jahr 2030 einen Konzernumsatz zwischen 120 und 140 Millionen Euro vor, bei einer operativen Marge (Ebitda) zwischen 13 und 15 Prozent. Der Anteil des Umsatzes mit Batteriematerialien soll dann bei rund 70 Prozent liegen, nachdem es aktuell lediglich rund 40 Prozent sind.
Zunächst muss IBU-tec aber noch etwas kleinere Brötchen backen. Für das laufende Jahr erwartet der Vorstand lediglich Umsatzerlöse zwischen 37,0 und 39,0 Millionen Euro, nach 44,3 Millionen Euro in 2025. Auch bei der Ebitda-Marge zeigt sich das Management eher vorsichtig und kalkuliert mit sieben bis zehn Prozent, nach 10,5 Prozent im vergangenen Jahr. Dabei gilt es zu beachten, dass das aktuelle Umfeld für die Chemieindustrie eher negativ ist. Daher erkennen wir hier auch noch Potenzial nach oben, sofern sich das geopolitische Umfeld nicht noch weiter eintrübt oder sich gar verbessert.
Ein wichtiger Grund für die vorsichtigen 2026er-Prognosen ist zudem die Tatsache, dass der Aufbau der neuen Fertigungsstätte Kapazitäten bindet, weshalb das Management das nun laufende Geschäftsjahr auch als Übergangsjahr bezeichnet. Darauf deuten auch die Schätzungen der Analysten von Montega hin, die für 2027 bereits Umsätze von knapp 57,0 Millionen Euro erwarten, bei einer Ebitda-Marge von mehr als 14 Prozent. Dann sollen auch unter dem Strich wieder schwarze Zahlen geschrieben werden.
Mit Blick auf die sehr guten Perspektiven des Unternehmens halten wir daher auch das von Montega Research genannte Kursziel von 25 Euro langfristig für erreichbar. Risikofreudige Nebenwerte-Anleger können sich daher in den kommenden Wochen Stücke ins Depot legen.
IBU-tec-Aktie (Tageschart): angesprungen nach dem PowerCo-Deal



